Ton in Ton klingt langweilig? Papperlapapp! Vor kurzem habe ich euch im ersten Teil unserer „70´s Inspiration“-Reihe eine Seite aus einem Schöner Wohnen-Buch aus dem Jahre 1977 gezeigt und versucht, die 70er-Jahre-Inspiration modern nachzustylen. Dabei ging es mir um eine beinahe perfekte Kopie des Originals. In diesem, zweiten Teil unserer Serie möchte ich mich vielmehr den Farben widmen und euch ein paar Tipps geben, auf was ihr beim Ton in Ton-(Nach)styling achten solltet.

Die richtige Farbe wählen

Als Beispiel aus dem Buch habe ich mir einen Flur in Grüntönen ausgesucht. Es hätte aber natürlich auch eine andere Farbe sein können. Grün spielt mir aber quasi in die Karten. Nicht nur, weil „Greenery“ die Pantone-Farbe des Jahres 2017 ist (leider ein nicht zu ertragendes Grün), sondern auch, weil die Naturtöne immernoch im Trend liegen. Ich habe euch nach der imm in meinem Trendfarben-Bericht bereits davon berichtet. In den 70ern war es eigentlich Gang und Gebe, Ton in Ton zu arbeiten. Oft wurden ganze Zimmer in einem Farbton gestaltet. Sätze wie: „Von meinem Kommunionsgeld habe ich mir mein erstes Jugendzimmer gekauft“ habe ich schon oft gehört und bin mir sicher, dass die Jugend heutzutage, im Zeitalter von Ikea und Co., nicht mehr wirklich weiss, was dies bedeutet. Aber damals richtete man eben ganze Zimmer in einem ein. Da passten Material und Farbe vom Regal, Bett und Nachttisch eben zusammen. Aber zurück zum Thema: Wir widmen uns also der Farbe Grün.

Siebziger Jahre-Flur_ Ton-in-Ton-Inspiration in Gruen

Nicht zu verachten ist der Text zum Bild: „Und erst beim zweiten Blick merkt man, dass hier eine allzu hohe Altbaudecke geschickt verschwunden ist.“ Heute undenkbar, aber damals absolut gewollt.

Schlafzimmer-Interior in schwarz und Grau

Auf die Farbdetails kommt es an

Wichtig beim Ton-in-Ton-Styling ist die Vielfalt der Farbnuancen. Es muss genügend Töne geben, um diese perfekt einzusetzen. Von helleren Farben bis zu tiefen Tönen kann und sollte sogar alles dabei sein. So schafft man Struktur, aber auch Tiefe und Ruhe. Gleichzeitig kann ich Akzente setzen. Ein grüner Stuhl kann auch in einem grünen Raum ein Highlight sein. Besonders schön lässt sich auch mit Accessoires arbeiten. Schalen, Vasen oder Mobiles gibt es mittlerweile ja in vielen Farbvarianten. Auch Blumen eignen sich sehr schön, um verschiedene Töne aufzugreifen. Und ihr werdet euch wundern, wie ein Blumenstrauß auf einmal in einem Ton in Ton-Konzept wirken kann.

Darf ich nur noch Ton in Ton dekorieren?

Um Himmels Willen, bloß nicht, es sei denn du möchtest es unbedingt. Aber man sollte bei der Einrichtung nie zu dogmatisch werden. Das verdirbt den Spaß und vor allem die Gemütlichkeit. Zu „gewollte“ Räume verlieren ihren Charme. In unserem Beispiel sieht man ja auch, wie unterschiedlich mit der Farbe Grün umgegangen wird. Der Stuhl mit dem hellen Geflecht und die Gehstöcke im Schirmhalter lockern die Szenerie wieder auf. Auch der Blick ins nächste Zimmer zeigt wieder eine ganz andere Farbwelt.

Ton-in-Ton-Inspiration in Gruen von apartmenttherapy.com

Was ändere ich nun an meinem Einrichtungsstil?

Ich würde nicht sagen, dass ich grundlegend was ändern werde, aber mich hat die Bildersuche doch sehr inspiriert. Ich überlege schon seit langem, wie ich meine Wohnung etwas farblich umgestalte. Besonders die Wände sollen ein bisschen mehr Farbe bekommen. Vielleicht in dunkles Petrol im Wohnzimmer, passend zur Couch? Oder ein beige zur Holzküche? Ihr seht, ich bin noch nicht ganz schlüssig darüber, aber Ton in Ton ist definitiv eine Option für mich, auch wenn ich es sonst eher bunter mag.

Kissen aus Daenemark von Nomess Copenhagen
Teppich aus Schurwolle in Minzgruen von Urbanara und Lima Sessel von Tacchini in gruen
Handmade-Style-Vase in Gruen von House Doctor
targalounge Sessel der Gebrueder Thonet mit Rattan und Stoff
Glas Lampe in Gruen im 70er-Design
Beistelltisch aus gruenem Marmor und Metall
Ned Chair in darkgreen von Muuto

Hier eine Liste meiner grünen Favoriten:

  • Beistelltisch von AuMaison mit grüner Marmorplatte
  • Kissen vom dänischen Label Nomess in einem satten Grünton
  • Vor einiger Zeit habe ich den Nerd Chair von Muuto bei einer Shopauflösung für -70% entdeckt und ihn nicht gekauft. Ich ärgere mich noch heute darüber. Deswegen muss er jetzt hier rein.
  • Vase von House Doctor. Erinnert mich sehr an die Becher von Bolia, die wir mal gezeigt haben. Wer hat da wohl von wem geklaut?
  • Sofa in einem gewöhnungsbedürftigen Grün, aber irgendwie finde ich es gut.
  • Ein Klassiker für den ich mir vielleicht einmal ein Sparbuch anlegen sollte. Aber schön ist das gute Stück der Gebrüder Thonet allemal.
  • Teppiche sind ja echt so `ne Sache. Diesen Teppich von Urbanara finde ich aber wirklich schick.
  • Erinnert auch an die 70er und ist deswegen voll im Thema: Die Lampe aus grünen Glaskugeln.

Oh nein, ihr habt einen Blogbeitrag verpasst?

Gut, dass es unseren Newsletter gibt, der euch mit allen Infos versorgt. Somit seid ihr immer informiert und könnt bei den Themen Design, Kunst oder Lifestyle auf der nächsten Party ganz vorne mitreden. Yihaa.

Um die Anmeldung Dritter zu verhindern, bekommst du von uns eine Bestätigungsmail (sicher ist sicher!). Natürlich kannst du dich auch jederzeit vom Newsletter austragen und deine Daten werden natürlich nicht weitergereicht.

Fotos: Schlafzimmer in schwarz-grau: Stying / Pella Hedeby und Marie Ramse / Fotograf: Kristofer Johnsson, Grüner Raum mit Sideboard: apartmenttherapy.com

Author

Write A Comment