01. Wer bist du und was machst du, wo?

Ich heiße Nicole Masseit, bin Möbeldesignerin und kreiere unter dem Namen „die MÖBELHAUEREI“ Möbelunikate aus historischen Fundstücken in Berlin Wedding.

02. Was wolltest du eigentlich mal werden als du klein warst und warum bloß? 

Schon recht früh, mit etwa 12 Jahren war ich fest entschlossen Architektur zu studieren. Was ich 10 Jahre später auch getan habe. Meine Ausbildung als Tischlerin führte mich dann weiter zu den Möbeln. Mich haben schon in Kindheitstagen Formen und der Umgang mit Holz fasziniert.

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„Mein Herz schlägt immer ein bisschen schneller, wenn ich das Atelier betrete“

 

Die Moebeldesignerin Nicole Masseit von der Moebelhauerei

    
03. Was magst du an deiner Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Ich mag es den Entstehungsprozess eines Möbels von vorne bis hinten zu begleiten. Von der ersten Skizze, über das Auffinden historischer Materialien und deren Auswahl bis hin zum langsamen Wachsen einer Möbelskulptur. Das besondere ist wohl, daß ich mit meiner Tätigkeit rundum glücklich bin und dabei noch Geld verdiene. Mein Herz schlägt immer ein bisschen schneller, wenn ich das Atelier betrete.

04. …und was überhaupt nicht?

An der Arbeit selbst kann ich nichts schlechtes finden. Was mich betrübt ist teilweise der Umgang mit Resourcen und Dingen die uns umgeben. Die Wertigkeit und der Bezug zu Objekten nimmt durch Preisdumping und Massenproduktionen weiter ab und scheint immer unwichtiger zu werden.

05. Was ist dein wichtigstes Arbeitsutensil?

Ohne einen Zollstock in der Tasche, verlasse ich nicht das Haus…

06. Was ist das Schönste an deinem Arbeitsplatz?

Der historische Bezug zu jedem Fundstück das ich weiterverarbeite. Die Objekte erzählen Geschichten von alten Zeiten. Von Menschen, die sie erschaffen haben, von anderen die sie genutzt haben.

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07. Woher bekommst du deine Ideen? Was inspiriert dich?

Meine Inspirationen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Aus Kunst, Architektur, der Harmonielehre, aber auch der Natur.

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

Vor einiger Zeit wurde ein Möbelstück in einem stark klimatisierten Raum ausgestellt. Durch die extremen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschiede kam es bei dem Massivholzmöbel zu einer Rissbildung. Ich war sehr erstaunt, wie stark das Holz in diesem Fall noch weitergearbeitet hat.

09. Was ist dein nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Derzeit arbeite ich an einer neuen Linie, die den Bereich des Landlebens vor 100 Jahren integriert. Über längere Zeit habe ich dafür Materialien und Gebrauchsgegenstände von alten Bauernhöfen gesammelt. Dazu zählen z.B Teile von Dreschmaschinen, Holzwaschmaschinen und Scheunentoren

10. Erzähle uns eine besondere Geschichte über eins deiner Möbelstücke.

Vor knapp 4 Jahren konnte ich bei einer Auktion Teile des Berliner Stadtschlosses ersteigern. Die 400 Jahre alten Eichenbohlen dienten als Gründungspfähle des Prunkbaus. Durch die jahrhundertelange Lagerung im morastigen Baugrund hat sich das Holz stark in seiner Farbigkeit und Festigkeit verändert. Die goldene bis schwarze Schattierung des Eichenholzes macht es zu einem wahren Schatz.

11. Was du der Welt schon immer mal sagen wolltest?

Kauf mit Kopf!

– Dieses Interview ist in Zusammenarbeit mit die Möbelhauerei entstanden –


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