Wenn wir mal ehrlich sind, ist Design nicht unbedingt das Erste woran man denkt, wenn man von München spricht. Umso mehr haben wir natürlich hingeguckt, als wir den schönen Ruffinis Design Store entdeckt haben. Ein München Wochenende hatte ich eh schon geplant und kurze Zeit später stand ein Interviewtermin mit der Initiatorin vom Store, Stephanie Kahnau, mit auf dem Plan! Während sich Julia am Samstag in Berlin bei der Dandy Diner Eröffnung mit veganen Burgern den Bauch vollgeschlagen hat, habe ich mich also mal an die Münchner Designszene rangetastet.

Der Ruffini’s Design PopUp Store

Das Ruffini’s hat vor knapp drei Wochen in München – direkt am Rindermarkt – eröffnet. Stephanie ist Textildesignerin und zeigt in dem kleinen Store neben ihren Fashionprodukten und Accessoires, Produktdesign, Booklets, Pflanzen (ja, echte Pflanzen als Designobjekte) und mehr, ausschliesslich von Münchner Designern. Eine wie ich finde echt schöne Zusammenstellung von hochwertigen Stücken und Unikaten.

Im Design Shop in meunchen gibt es Schmuck, Drucksachen und Dekoration

Umso gewöhnungsbedürftiger, dass der Store quasi Tür an Tür zu den Luxusläden dieser Welt zu finden ist. Wie funktioniert daher eigentlich die Kreativ- und Designszene in München? Hat man als junge_r, selbstständige_r Designer_in eine Chance gegen die riesigen Designbrands, gerade in einer Stadt, die doch relativ viel von Luxus geprägt ist (und ich – die vor laaaanger Zeit mal dort gelebt hat – erlaube mir mal diese „Definition“ ;))?

Design und Kreativität in München

Stephanie hat mir erzählt, dass es in München grundsätzlich schon mehr im Bereich junges Produktdesign, Design und Fashion gebe, als man immer denkt. Natürlich, die Lebenshaltungskosten für Kreative, auch das Anmieten von Ateliers und Co. seien einfach sehr hoch, was natürlich den Ein oder Anderen dazu bringe, in andere Städte zu gehen und grundsätzlich dazu beitrage, dass es in München (noch) nicht so viel im Design- und Kreativbereich gebe wie beispielsweise in Berlin. Auch sei es in München nicht ganz leicht, ein Verständnis und Gespür für Design von jungen Labels zu entwickeln und die Stadt stehe  – was das betreffe – eher noch am Anfang.

natur fuer den Innenraum: Haengeplanzen als Dekoration

München und Berlin, ein Vergleich

Einen ganz simplen, aber wohl zutreffenden Vergleich hat Stephanie gezogen: Während man in München eher ein klassisches Accessoire oder Designstück kaufe, bei dem es sich schon um eine etablierte, große Marke handle, sei es in Berlin genau umgekehrt. Hier wolle man meist der Erste sein, der ein bestimmtes Label entdecke und etwas davon trage oder besitze, bevor es groß und bekannt sei. Umso wichtiger sieht Stephanie ihren Store, um genau diese Denke in München zu verändern und die Wahrnehmung für junges Design noch mehr zu fördern und den Leuten da draussen einen Zugang dazu zu bieten. Und zum Glück gebe es in München schon sehr viele Menschen, die genau auf das gewartet haben und sich riesig freuen würden, dass der Ruffini’s PopUp Store dort aufgemacht hat.

Extravagante Designer Kleidung im RuffinisMöglich sei das alles aber auch durch die Stadt München (unter anderem das Kompetenzteam der Kultur- und Kreativwirtschaft), die sie in ihrem Projekt unterstützt. Sonst wäre so ein schöner Store mitten im Zentrum wohl für viele von uns eher undenkbar und Stephanie mit ihrem Store vielleicht doch in einer anderen Stadt zu finden? Zum Glück nicht und wem ich jetzt ein bisschen Lust auf das Ruffini’s gemacht habe, der kann Stephanie immer dienstags bis samstags im Laden am Rindermarkt besuchen und sich von den Labels dort selbst ein Bild machen. Lieben Dank Stephanie und wir wollen definitiv mehr solcher News aus München <3

 


© Fotos: Birgit Henne

 

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3 Comments

  1. Hat das was mit dem Café Ruffini in Neuhausens zu tun? Wenn nicht wäre es komisch. Das Ruffini ist eine Institution.

    • Der Ruffini’s Store bezieht sich mit seinem Namen auf das Ruffinihaus in dem wir sind:-) Ein Gebäude von 1903, erbaut von Gabriel von Seidl und benannt nach Johann Baptista Ruffini, einem bedeutenden Salzkaufmann aus dem 17. Jhrdt.:-)

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