Berlin ist um ein Restaurant mit besonderem Interior-Konzept reicher. Das Panama Restaurant ist das dritte Lokal von Inhaber Ludwig Cramer-Klett, der in Berlin bereits das Katz Orange und das Candy on Bone erfolgreich führt. Das Panama liegt im Bezirk Tiergarten in einem denkmalgeschützten alten Fabrikgelände und ist etwas anders als die vielen Gastro-Formate in Berlin.

Schon auf den ersten Blick fällt einem die besonders gemütliche, hübsche Zusammenstellung von Mobiliar samt Designklassikern und Deko-Objekten auf und macht neugierig auf mehr. Das „mehr“ wollten Julia und ich uns nicht nur bei Instagram und Co ansehen – denn dort stolpert man schon seit einiger Zeit über schöne Bilder der Location – sondern wir wollten auch etwas dazu erfahren. Was steckt hinter dem Interior-Konzept und was sind die Design-Highlights im Restaurant? Ach ja, und warum das Panama eigentlich kein Restaurant ist, sondern viel mehr als das? Endlich haben wir es geschafft und mit Benjamin von Panama zusammengesessen und mehr erfahren. Here you go:

Ihr habt hier verschiedene Räume im Panama. Kannst du uns sagen, was was ist?

Klar, im Erdgeschoss und im 1. OG befindet sich das Panama, unser Restaurant. Draussen siehst du den Innenhof, dahinter die Remise (ein ehemaliger Pferdestall), der bald als Tiger Bar eröffnet wird und oben gibt es demnächst unseren private dining Room, den Bärensaal, für besondere Anlässe. Der ist bereits fertig, wird derzeit noch eingerichtet.

Eingedeckter Tisch mit Blick auf die Altbau FensterGemuetliche Sitzecke mit Designer Stehlampe

Wer war verantwortlich für das Design-Konzept und wie ist es entstanden?

In erster Linie war das Ludwig selbst zusammen mit den beiden Innenarchitektinnen Nora Witzigmann und Karoline Butzert. Die Idee von Ludwig war, vertraute Materialien und Formen mit exotischen Elementen und unerwarteten Details zu kombinieren. Er wollte mit heimischen Materialien ein mittelamerikanisches Gefühl zaubern. Und zeigen, dass es dazu nicht unbedingt eine Palme oder edles Teakholz braucht, sondern dass man eigentlich mit den Materialien hier vor Ort – wie zum Beispiel Buche – auch ein Gefühl kreieren kann, das ein bisschen Fernweh aufkommen lässt.

Tischlampe im Tropenstyle
Geometrischer Spiegel als Wandbild
Gemuetliche Sitzsessel in gelb weiss mit Holz kombiniert
Wuestenbild von Julius von Bismarck vor gruenem Sofa
Kaffeehaus Style mit Thones Stuehlen und Lampe von Bjoern Dahlem
Judith von Newniq macht Pause im Oh Panama
Von Ludwig’s Idee hin bis zum fertigen Panama, ist alles so geworden wie geplant?

Oh nein! Zwischen den ersten Entwürfen, die wir erhalten haben bis zum jetzigen Endresultat, da liegen Welten dazwischen (lacht). Insgesamt wurde das ursprüngliche Konzept bestimmt fünf bis sechs Mal verändert. Im Prozess sind immer neue Ideen hinzugekommen und wir haben oft festgestellt, dass Dinge nicht so hineingepasst haben, wie wir es uns vorgestellt haben. Beispielsweise hatten wir Stoffe bestellt, die auf der Rolle ganz toll aussahen. Im Restaurant oder an den Möbeln hat es dann einfach nicht gewirkt, wir haben es also ausgetauscht und weiter optimiert. So war es mit vielen Dingen und Materialien, bis es schlussendlich so aussah wie jetzt. Alle hier verwendeten Materialien, das Licht und die Objekte, das ist nicht inszeniert, sondern wie zu Hause, ein Wohlfühlort den wir geschaffen haben. Und der gefällt uns gut.

Habt ihr euch an anderen Restaurant Interior-Konzepten orientiert, oder euch davon inspirieren lassen?

Eigentlich nur insofern, es nicht so zu machen wie andere. Wir haben natürlich nicht versucht auf Teufel komm raus alles anders zu machen, aber wir wollten schon einen besonderen Ort schaffen, der sich mit seinem Design von anderen Interior-Konzepten abgrenzt.

Hier im Raum gibt es viele verschiedene Design- und Kunstobjekte. Zu welchem dieser Stücke gibt es eine besondere Geschichte zu erzählen?

Eigentlich gibt es zu jedem dieser Stücke eine tolle Geschichte zu erzählen (lacht). Die meiner Meinung nach spannendste Geschichte lässt sich zu dem Bild hinter uns erzählen. Das ist von Julius von Bismarck. Von ihm haben wir dieses Bild und oben im 1. Obergeschoss das Dschungelbild. Wir spielen gern mit den Sinnen und mit der Wahrnehmung der Menschen. Das bedeutet, es ist nicht alles so wie es auf den ersten Blick scheint. So ist es auch bei diesem Bild. Man sieht auf den ersten Blick eine Wüstenlandschaft, Felsen, Kakteen. Der Hintergrund ist allerdings der, dass der Künstler die komplette Landschaft weiss angesprüht hat und anschliessend die Eingeborenen gebeten hat, die Landschaft aus deren Erinnerung mit Acryl nach- und anzumalen. So ist beispielsweise dieses Bild entstanden.

Eine andere schöne Geschichte lässt sich zu der Uhr von Alicja Kwade erzählen. Auch hier liegt der Fokus wieder auf der Betrachtung der Dinge. Da kann man ewig lang draufschauen und überlegen, ist das jetzt nur die Uhrzeit oder was hat es damit auf sich? Man braucht eine Weile um zu begreifen, wie sie funktioniert. Der Sekundenzeiger läuft erst einige Zeit in Echtzeit und wird dann immer langsamer, bis er die Minute durch hat. Es ist immer die Betrachtung der Dinge, die sie nochmal in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Die Lampe „das schwarze Loch“ im Obergeschoss ist von Björn Dahlem, der sich mit kosmischen Verhältnissen von Planeten und Himmelskörpern beschäftigt. Die Design-Lampe ist aus den alltäglichsten Materialien, Lampenschirme aus Plastik und Metall. Das ist nichts total teures, aber die Interpretation der Materialien ist auch wieder eine ganz neue. Die Art dieses Kunstwerkes gab es bereits, aber die Lampe ist tatsächlich hier für das Panama entstanden.

Julia von Newniq beim Fotoshooting im Oh Panama
Judith bekommt Infos zum Innenhof des Oh Panamas
Design Wandknoten aus Handarbeit schmuecken die Wand im Oh Panama
Kaffeehaus Style mit Thones Stuehlen und Lampe von Bjoern Dahlem
Neon Lampe als Designobjekt

Vielen Dank an Benjamin für das Interview, wir kommen wieder, so viel steht fest!

Geöffnet hat das Panama immer Dienstags bis Samstags von 17:00 – 23:00 Uhr und die Bar bis Mitternacht. Also auf in die Potsdamer Strasse 91 in 10785 Berlin und einmal selbst überzeugen. Die Karte ist übrigens auch nicht ohne! Schaut mal hier.

Innenhof und Eingang des Oh Panama

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