„5000 Kilometer mit Baby im Auto???“ „Du spinnst doch.“ „Whaaat?“ „Respekt!“ Das waren in etwa die Aussagen, wenn ich erzählte, dass ich in meinem Urlaub mit Mann, Kind und Kegel in der Elternzeit durch die Schweiz und Italien bis nach Bari fahre, um dann dort die Fähre nach Corfu zu nehmen. Für mich eine wirklich emotionale Angelegenheit, da ich diese Tour mit meinen Eltern und meiner Schwester bis ins Jugendalter jeden Sommer gefahren bin. Ich sollte also die Tradition weitertragen und so standen wir Anfang August mit vollem Kofferraum in Berlin (was man mit Kind nicht alles mitnehmen muss).

Station 01: Bern

Nach einem Abstecher zum Vitra Campus, haben wir in Bern unsere Freunde Ulrike und Christoph besucht und zwei wunderbare Tage mit Ihnen verbracht. Die Beiden kennt ihr als Tourist Journal aus der Kategorie Travel. Zwei talentierte Fotografen mit denen man sehr gut Wermut trinken, selbstgemachte Pizza essen und Grüner Tee Mikados knabbern kann. Ein absolut entspannter Start in den einmonatigen Urlaub, auf den ich mich nach ziemlich viel Arbeitsstress echt gefreut habe. Das Zuhause der Beiden ist eine Wohlfühloase mit selbstgetöpferten Schälchen, vielen Pflanzen und ziemlich vielen Bildbänden.

Design Stringregal in weiss in der Wohnung in der Schweiz

antik Buch ueber den Weltraum mit Pflanzen
Ulrike Meutzner ist Designerin und Fotografin in Bern
In der Schroehmung baden in der Aare in Bern
Pizza vom Steinofen im Urlaub in der Schweiz
Besuch im Vitra Haus in Weil am Rhein
Bern Stadttour in der Schweiz mit Freunden

Highlight: Sich in der Aare von der Strömung treiben lassen, auch wenn diese nur 16 Grad hatte! Aber todesmutig (ich neige gern zu Übertreibungen) haben wir uns in die Fluten gestürzt.

Station 02: Simplon Pass

Statt Autobahn haben wir uns für eine Strecke durch die Walliser Alpen über den atemberaubenden Simplon Pass samt Autozug entschieden. Wahnsinnig tolle Aussicht, ein entspanntes Picknick und klare Bergluft. Unbedingt sehen wollten wir den von Erwin Friedrich Baumann erbauten „Stein-Steinadler“, der in seiner Umgebung absolut surreal wirkt.

Simplon Pass in den Walliser AlpenSteinadler Denkmal auf dem Simplon Pass in der Schweiz Elternzeit: Berge, Alpen, Simplon Pass

Station 03: Piacenza

Der negative Aspekt mit Kindern zu reisen ist die Tatsache, dass man mehr Stopps einplanen muss. Aber genau das ist auch der größte Vorteil! Man muss sich entschleunigen und darf ohne Hektik an der Raststätte unterm Pinienbaum sitzen, füttern und ruhen. Wir haben uns also entschieden eine Rast in der Nähe von Piacenza zu machen und haben das wunderbare Haus namens Podere Palazzo Illica gefunden.

Bauernhof Hotel in Piacenza in der Naehe von Mailand
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Blumen, Pflanzen und Sukkulenten im Hinterland von Italien
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Unser Hotel bei Mailand

Ein alter Gutshof samt ausgebautem Viehstall. Empfangen hat uns Maria, eine alte und sehr rausgeputzte Dame, die nach eigenen Angaben nur so gut deutsch sprach, „weil sie die deutsche Literatur gelesen habe und die Sprache eine wunderbar melodische Sprache sei!“ Und das aus dem Mund einer Italienerin.

Station 04: Rom

Ich war noch nie zuvor in Rom, irgendwie stand es immer auf der Liste, aber nie so weit oben, dass ich es dorthin geschafft hätte. Was habe ich nur verpasst. Wer schon da war, der weiss: Rom ist eine faszinierende, bildhübsche Stadt mit atemberaubender Architektur. Nach drei Tagen hatte ich beinahe einen steifen Hals, weil ich einfach jedes Gebäude in Wehmut anstarren wollte. Das Pantheon und der Petersdom haben es mir am meisten angetan, auch wenn ich weit von Kirche, Katholizismus und Religion allgemein entfernt bin. Aber diese Dimensionen, der Prunk, der Marmor, die Skulpturen und die architektonischen Meisterleistungen liessen mich oft mit offenem Mund dastehen. Rom, ich komme wieder, ganz bestimmt.

Architektur in der Altstast in Rom: das Pantheon
In der Altstadt von Rom: Federica, Vollblut Italienerin
Der Trevi Brunnen in der Altstadt von Rom ist ein Touristen Magnet
Der Petersdom im Vartikan in Rom
Unter Pinien im Park in Rom liegen
Architektur in Rom mit schoenem Treppenhaus

Station 05: Corfu

Quasi Final Destination. Von Italien aus sind wir mit der Fähre nach Griechenland übergesetzt und Richtung zweite Heimat geschippert. Mein Vater ist Grieche, meine Eltern betreiben Ferienwohnungen auf der Insel und ich war als Kind oft zwei Monate im Jahr auf der Insel.

Ich könnte euch nun tausende Tipps geben, warum die Insel ein Traum ist, aber dann säße ich noch morgen hier. Ich liebe dieses Stück Erde: Olivenhaine, Zypressen, blaues Meer und phantastisches Essen.

Vielleicht schreibe ich für euch noch einmal ausführlicher einen Corfu-Guide, aber hier einmal meine absoluten Highlights der Insel:

  1. Kanoni und Corfu bei Nacht: Kanoni ist das Wahrzeichen von Corfu, eine kleine Kirche in Corfustadt direkt vor dem Flughafen. Man sollte unbedingt in den Abendstunden dort hinfahren und sich den Sonnenuntergang ansehen. Spektakulär sind die Flugzeuge, die genau über einen fliegen, da die Landebahn nur 50 m entfernt ist. Gänsehaut inklusive. Danach ab in die Altstadt und einfach nur flanieren (geht besonders gut an der Esplanada). Die Stadt hat einen so tollen Flair und bei einem Drink im Café Bristol kann man einfach nur sitzen und die Menschen anstarren.Der Aussichtspunkt in Kanoni mit FlugzeugKaffee trinken im Café Bristol in Corfu
  2. Gregorys Taverna: Wer Fisch mag ist in Gregorys Taverna in Astrakeri richtig. Ein tolles Lokal mit frischem Fisch und einem weiten Blick übers Meer. Nicht fancy, nicht posh, sondern einfach nur traditionell und lecker. Besonders zu empfehlen ist das Octopus Stifado (butterweicher Octopus in Tomaten Weinsoße mit kleinen ganzen Zwiebeln).Griechisches Essen: Kalamaris, Fisch und Garnelen in der Taverna Gregorys
  3. Afionas: Ein kleines Dörfchen auf einem Hügel vor Agios Georgios. Man kann so weit blicken, wie es das Auge zulässt und durch kleine Gassen schlendern. Hier kann man durchatmen und die Gedanken sammeln. Ein kleiner Extra-Tipp: Vom Dorf aus kann man einen kleinen Weg nach unten in eine Bucht laufen, wo das Wasser so klar ist, dass man alles auch ohne Taucherbrille sehen kann (alternativ kann man sich vom Strand in Agios Georgios auch ein Tretboot mieten und ca. 30 Min hinpaddeln).FullSizeRender

Auf der Insel angekommen gab es Familienurlaub pur mit meinen Eltern, meiner Schwester und meiner Schwägerin (mit Ausnahme von einigen Tagen an denen unsere Freunde Julia und Thorsten in unseren Appartements unterkamen und wir am Strand lagen oder bei Nacht durch Corfustadt schlenderten (ein absolutes Muss!)). Für Manche mag ein Familienurlaub der Horror sein, für mich war es wunderbar. Ich bin absoluter Familienmensch, habe gerne meine Liebsten um mich rum, wir essen mehrmals täglich zusammen und reden ständig übers Essen (was meinen Mann irgendwann in die Knie zwang). Mein Sohn wurde von allen Seiten gespaßt (beste Großeltern und Tanten ever!), und so konnte auch ich ein wenig Urlaub machen. Da uns aber wochenlanges Abgammeln auf der Terrasse oder am Strand nicht reichte, entschlossen wir uns noch zu einer kleinen Tour…

Designsandalen von TOJ mit Katze in Griechenland
Hamburg goes Kerkyra: Hemdkleid und Freibeutler Beutel
Auf dem Schiff in Griechenland mit Sabrina Dehoff Schmuck und Frappe
Mediteranes Mitbringsel: Hammam Strand Tuch

Station 06: Griechisches Festland

Meinen Geburtstag feierte ich in den Bergen auf dem griechischen Festland in Lias, dem Heimatdorf meines Vaters. Ruhe auf 700 Höhenmeter, eine schier unendliche Weite an bewaldeten Bergen, Pflücken von Bergoregano, meiner Tante bei der traditionellen Pitaherstellung zuschauen. Eine total untouristische Gegend mit sehr viel Natur (wir haben mind. vier griechische Landschildkröten, ein Wildpferd und eine Wildkuh gesehen. Mein Mann war der Meinung einen Wolf gehört zu haben, vielleicht lag das aber auch an dem ein oder anderen Ouzo vorab).

Ja, und nun sitze ich hier, der letzte Tag meiner Reise ist angebrochen und so sehr ich Berlin liebe, mag ich gerade nicht zurück. Ich möchte ewig am Strand meinem Kind den Sand aus dem Gesicht streichen, möchte die griechische Gastfreundschaft geniessen und jeden Morgen frische Feigen und Trauben im Garten pflücken bis ich soviel wiege, dass ich in kein Auto mehr passe und für immer hier bleiben muss…


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