Ein paar Tage auf dem Hausboot in Berlin verbringen – oder vielmehr um Berlin herum – das hat mich schon immer gereizt. Wobei es der Begriff „Hausboot“ nicht unbedingt trifft. Denn das Gefährt, mit dem wir über die Spree und anschliessend den ein oder anderen See getuckert sind, nennt sich eigentlich Wasserkutsche und die macht ihrem Namen alle Ehre.

Das letzte, lange Wochenende hat sich optimal für einen Kurztrip angeboten. Daher stand auch schnell fest, mal das Berliner Umland kennenzulernen – und zwar vom Wasser aus. Während Julia über die Osterzeit Kopenhagen unsicher gemacht hat, hiess es für mich: Steuerbord voraus. Zugegeben: April ist nicht unbedingt der beliebteste Monat für einen Trip auf dem Wasser, aber die Jahreszeit hat auch seine guten Seiten. Zum einen gibt es kaum bis wenig Schiffsverkehr auf dem Wasser und man kann sich in Ruhe im Lenken und Fahren des Bootes ausprobieren. Zum anderen meint es der April ja glücklicherweise auch gut mit einem. Und wenn es dann doch mal regnen sollte ist das Haus ja – Achtung Kracher – bekanntlich mit an Bord! Glücklicherweise mussten wir das Dach überm Kopf nicht oft nutzen, denn geregnet hat es kaum und die Sonne hat auch gestrahlt.

Das Hausboot mit allem, was dazu gehört

Eingeladen wurden wir von Jan, dem Inhaber der Wasserkutsche. Drei an der Zahl gibt es und die hat Jan tatsächlich alle von Hand gefertigt. Eine wirklich beeindruckende Arbeit, denn jedes Boot ist mit ganz viel Liebe zum Detail entstanden.

Uns stand die rote Wasserkutsche zur Verfügung. Ein kleines Schmuckstück wenn Ihr mich fragt. Das Hausboot hat jeweils vorne und hinten eine Luke, durch die man ins Innere des Bootes gelangt. Unten angekommen findet man alles vor: Eine kleine Küche, voll ausgestattet mit Geschirr, einer Induktionsplatte wenn man anlegt und Strom zieht, einen Gaskocher für unterwegs, einem Becken mit Wasser zum Hochpumpen und sogar einen Kühlschrank mit Eisfach.

Gegenüber der Küche befindet sich eine kleine Sitzecke mit Esstisch für zwei bis vier Personen, die abends auch zum Bett umfunktioniert werden kann. Dahinter gibt es viel Ablagefläche, Luken, eine Ablage mit Beleuchtung zum Kartenlesen. Und dahinter wiederum gab es für uns nicht nur die Möglichkeit, Rucksack, Angel und Co. zu verstauen. Denn abends lässt sich die Treppe umklappen und man hat eine echt große Liegefläche aka Bett. Ich denke perfekt ist die Kutsche für zwei Personen, aber auch vier Personen können darin in jedem Falle gut unterkommen. Ok, zumindest wenn sie sich mögen und gerne nah kommen.

Mein Highlight im Innenbereich war die Musikbox. Wie so vieles in dem Boot lässt auch die sich praktisch verstecken und fällt auf den ersten Blick gar nicht auf. Kurz den iPod angeschlossen und schon gibt die Box einen Sound von sich, der sich mal so gar nicht verstecken braucht.

Ausflug Berlin mit dem Hausboot

Die Route mit dem Hausboot in Berlin

Auf den Wasserstrassen in und um Berlin herum kenne ich mich gar nicht aus. Ist aber auch nicht schlimm, denn auf der Homepage der Wasserkutsche gibt es bereits vorgefertigte Routen für Tagesausflüge bis hin zu Strecken über mehrere Tage. Wir hatten uns für die Fahrt in Richtung Zeuthener See entschieden. Es ging auf der Spree los über die Dahme bis wir von einem auf den anderen See abbogen. Anlegen konnte man praktischerweise an jeder Stelle mit einem dieser „gelben Dreiecke“ (alle Kenner der Schifffahrt mögen ein Auge zudrücken) und die sind glücklicherweise in der Seekarte gekennzeichnet.

Einmal Captain, immer Captain

Viele haben mich während und nach der Tour gefragt: „Kannst du das überhaupt?“ „Hast du einen Bootsführerschein?“. Also ich kann Euch beruhigen. Man braucht weder einen Bootsführerschein noch großartige Kenntnisse, was das Fahren der Wasserkutsche anbelangt. Vor der Abfahrt haben wir eine tolle, einstündige Einführung von Philipp erhalten. In dem kleinen „wie werde ich in einer Stunde zur Seefrau“-Tutorial war alles dabei: Anker werfen, Knoten knoten, Lichter anmachen, lenken, bremsen, Motor checken, und und und. Hört sich an wie ein Hexenwerk und zugegeben hatten wir auch richtig Respekt, aber es geht schon alles wirklich gut.

Villen am See in Berlin

Himmel ueber Berlin Ruhe Auszeit

Auszeit, ohne weit weg zu fahren

Für mich war die Zeit – wenn auch kurz – perfekt. Man fühlt sich, als sei man weit weg, dabei hätten wir am Zeuthener See direkt in die S-Bahn steigen und zurück nach Berlin fahren können. Aber so ein Kurztrip entspannt und mit fahrbarem Unterboden macht es irgendwie gleich doppelt Spaß.

Mein Lieblingsplatz auf dem Hausboot war definitiv das Deck! Im Sommer packt man einfach ein paar der Kissen drauf und sonnt sich, während das Boot schön weitertuckert. Liegen, sitzen oder auch die ein oder andere Yoga-Pose funktioniert da oben ganz gut. Und ansonsten sitzt es sich auf dem Kapitäns-Stuhl natürlich auch ganz bequem.

Die Wasserkutsche buchen

Wem ich nun ein bisschen Lust auf eine kurze Auszeit mit dem Hausboot in Berlin gemacht habe, der findet hier Preise und Verfügbarkeiten der Wasserkutsche. Es lohnt sich – insbesondere in den Sommermonaten – rechtzeitig zu reservieren. Die Ablegestelle befindet sich praktischerweise in Berlin Friedrichshain, nahe der Oberbaumbrücke in den Höfen am Osthafen, Schlesische Straße 28 in 10997 Berlin. Ich sag‘ nur Ahoi!

Hausboot auf der Spree in Berlin Tagesausflug

Blick vom Hausboot in Berlin auf die Spree


Oh nein, ihr habt einen Blogbeitrag verpasst?

Gut, dass es unseren Newsletter gibt, der euch mit allen Infos rund um den fancy Interior Blog Newniq versorgt. Einmal die Woche gibt es alles zum Thema Wohnen & Interior, Design & Lifestyle und Travel & Locations. Somit seid ihr gut informiert und könnt auf der nächsten Party einen auf Profi machen. Yihaa.

Author

Write A Comment