Design und Hotel, das passt bei Julia und mir wie Popo auf Eimer, wie Deckel auf Topf, oder wie.. Ach, lassen wir das mit den Sprichwörtern, darin war ich noch nie so richtig gut. Trotzdem, Julia als die Designerin unter uns, ich als die ehemalige Hoteltante, da war es doch nur eine Frage der Zeit, bis wir uns mal dem Thema „Design Hotels“ widmen, oder? Als die Terminplanung für das erst kürzlich eröffnete 25hours Hotel Altes Hafenamt Hamburg im digitalen Postkasten herumschwirrte, haben wir dann nicht lange gefackelt und die Travel Planung stand: „Hamburch, wir koooommen“! Julia hat euch ja ein bisschen dran teilhaben lassen, was so alles im Koffer gelandet ist und der „sänkjuhfortravellingwissdeutschbahn“ sei Dank, sind wir vergangenen Montag bei schönstem Sommerwetter im noch schöneren Hamburg angekommen.

Nach einem kurzen Fussweg zum Hotel à la „Backpacker mit Kind im Schlepptau“ sind wir zunächst gefühlte dreimal mit Sack und Pack ums Hotel gelaufen um den Haupteingang zu suchen. Umso sympathischer, dass dieser eine ganz unscheinbare Tür war, hinter der sich dann ein echtes Juwel versteckt. Und umso lustiger, dass die Gäste, die auf der Terrasse vor dem Hotel sassen, nicht so wirklich wussten, wieso wir erst beim dritten Mal ins Hotel reingelaufen sind. Aber lassen wir sie einfach in dem Glauben, dass es mit Sicherheit einen guten Grund hatte ;).an Lemke for 25hours Hotels

Ankunft samt Kinderwagen in Hamburg

Rundgang durch das 25hours Hotel Altes Hafenamt

Als Julia und ich in der kleinen, feinen Hotel Lobby standen, hat uns direkt ein totales Wohlfühlgefühl gepackt: Hohe Decken, warme Farben, nicht zu designi, eine schöne Kombi aus alt und neu. Aber Moment mal, wo sind wir hier überhaupt gestrandet? Ums Hotel herum gibt es Neubau, hohe Gebäude. Das verhältnismässig kleine 25hours Hotel Altes Hafenamt sticht da ziemlich hervor. Und das hat einen guten Grund, denn hier sind wir in einem wirklich geschichtsträchtigen Haus gelandet.

Das Hotel hat zwar erst im März diesen Jahres geöffnet, vorher eine ziemlich lange Bauphase „durchlebt“ und davor stand es eine Weile leer. Aber ursprünglich war es – wie der Name schon sagt – das Amt für Strom- und Hafenbau. Heisst also, hier wurden früher Karten geschrieben und das Gebäude war Anlaufstelle für sämtliche Seeleute, die in Hamburg angelegt haben. Warum ich euch das erzähle? Weil wir genau das im gesamten Hotel- und Designkonzept immer wieder finden. Also überall noch ein bisschen geschichtlicher Gehirnschmalz drin im Designkonzept, finden wir gut.

Nahe der Speicherstadt: Das 25 hours Hotel Altes Hafenamt

Hafen Atmosphaere in Hamburg

Kleine Pause mit der Zeitschrift Companion von Freunde von Freunden Hotelzimmer "Stube" im 25 Hours Hotel Altes Hafenamt

Maritimes Spiegel Design im Bad

Fruehstueck im Neni mit tollem Interior und Design Kelim KissenHotelzimmer in blau mit Lampe im Design Hotel

Das Interior und ein kleiner Rundgang

Ich könnte euch jetzt einen riesen Roman runterschreiben zu allem, was wir im Hotel gesehen, erlebt, gegessen und gehört haben. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Speicher vom se wörld wide web dann wirklich so gross ist. Von daher konzentrieren wir uns auf das Interior des Hotels und ich nehme euch einfach mal mit auf meinen imaginären Rundgang:

Geht man von der Lobby ins Erdgeschoss (quasi der Keller, aber tatsächlich die frühere Höhe der Hafencity, bevor dort alles „aufgeschüttet“ wurde), fühlt man sich ein bisschen wie auf dem Schiff. Die Treppe, eine Stahl-Holzkonstruktion, erinnert irgendwie an eine Gangway, die einem den Grand Entrée runter ins Neni Restaurant verschafft :) Über der Treppe hängt eine riesige Blumenampel und die Seile, an der sie hängt, wurden – wie wir erfahren haben – von einer Großmutter von Hand geknüpft. <3. Hach. Wer die Dimension der Ampel sieht, der wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Kein Wunder also, dass extra ein Stahlträger für die Konstruktion eingezogen werden musste.

Pflanzen in geknuepfter Blumenampel im Innenraum

Im Neni in Hamburg gibt es viele Design Kelim Kissen

Im 25 Hours in Hamburg gibt es im Bett Kissen mit TypografieTerasse mit Sonne im Hotel Altes Hafenamt in HamburgIm Restaurant gibt es Design Kissen und einen Tisch mit Kette

Das Neni Restaurant

Unten angekommen, stehen wir direkt im Neni. Ein paar Bilder haben wir zwar schonmal für euch, aber das Restaurant an sich (inklusive Food Bildern! Arghhh) werden wir euch demnächst noch separat vorstellen. Was muss, das muss! Hier unten fallen aber schon mal die Wände auf: Eine Kombi aus dem alten Mauerwerk des ehemaligen Hafenamtes und neuem Putz. Dazu wieder das ein oder andere Juwel von damals wie zum Beispiel eine Holzkonstruktion, in der früher Seekarten aufbewahrt wurden und die jetzt zum Buffet umfunktioniert wurde. Geht gut. Ein paar der anderen Objekte und Dekoteile in dem Raum muss man – wenn man sie sich mal ganz genau ansieht – vielleicht nicht auf Anhieb mögen, im gesamten Konzept machen sie aber wieder völlig Sinn und sehen zusammen richtig gut aus. Verrückt.

The Boilerman Bar. Hicks.

Unsere kleine Hotelführung (sorry, das steckt einfach noch in mir drin) führt uns dann weiter in die „The Boilerman Bar“. Ein Besuch dort hat natürlich nicht gefehlt. Ist ja alles Arbeit, versteht sich. Nachdem wir uns dort den ein oder anderen Drink gegönnt haben, sind wir auch nochmal tiefer in die Materie eingetaucht: Eichenboden, Messingleisten und Holzmöbel, Ledersessel und teils Schaukelstuhl (hier sassen wir – is klar) funktionieren in der Kombi wirklich gut.

Das alles ist aber natürlich nicht zufällig zusammengestellt, sondern vom Designbüro DREIMETA in Zusammenarbeit mit dem Development Team der 25hours Hotels entstanden. Und nicht nur in der Bar, im Restaurant oder in der Lobby merkt man, dass ein durchdachtes Designkonzept dahinter steckt, sondern auch in den Zimmern.

Die "The Boilerman Bar" im 25hours Hotel Altes HafenamtDie Lobby der 25hours Hotel Altes Hafenamt

Happy Sleeping in unseren Zimmern

Ich kann euch gar nicht sagen, in welcher Kategorie der 49 Zimmer wir letztendlich waren, Fakt ist, wir und auch unsere 10.000 Koffer, Taschen, Kinderwagen und Co. haben locker rein gepasst in die gemütlichen Stuben, wie sie dort genannt werden. Farblich hat uns jeweils ein beige, blau, braunes Interior erwischt. Jedes Zimmer ist vom Grundriss her anders, da das Hotel unter Denkmalschutz steht. Daher gibt es in dem Haus übrigens auch nicht den mega Haupteingang samt großer Lobby dahinter, dann die Fahrstühle hoch zu den Zimmern und ellenlange Hotelflure zu beiden Seiten – wie man es von der Kettenhotellerie oft kennt. Hier fährt man auch mal eine halbe Etage mit dem Aufzug, läuft ein bisschen, nimmt die Treppe und die Zimmer mit der 2 sind einfach mal nicht in der 2. Etage. Warum auch?

Ein Design Highlight in den Zimmern ist zum einen, dass die alten Türen aus dem Hafenamt umfunktioniert wurden und jetzt als Bettrücken glänzen. Zum anderen – für alle Fahrradliebhaber unter euch – hängt in ein paar Zimmern ein persönliches Fahrrad von Pelago rum. Und den Rest entdeckt ihr aber am besten auf unseren Bildern. Ach ja, und die Sprungqualität der Matratze erhält nach persönlichem Test übrigens unser Prädikat „sehr gut“:

Man könnte jetzt meinen, wir haben die drei Tage nur im Hotel verbracht? Ja, hört sich irgendwie so an. In Wahrheit – also echt jetzt – haben wir aber auch ein bisschen Hamburger Stadtluft geschnuppert. Unseren persönlichen City Guide stellen wir euch bald nochmal separat vor. Denn ich kann euch sagen, Hamburg ist nicht ohne. Nicht ohne und ziemlich turbulent war auch unsere Abreise, aber diese Geschichte würde einen eigenen Beitrag verschlingen, deswegen verschonen wir euch hier lieber mit Details, hehe. Danke liebes 25hours Hotel für eure Gastfreundschaft und das Rundum Wohlfühlpaket. Ich glaube im nächsten Jahr müssen wir nochmal überprüfen, ob sich auch alles gut gehalten hat ;)


– Danke an das 25hours Hotel Altes Hafenamt für die Einladung nach Hamburg –

Fotos: Newniq, Foto The Boilerman Bar: Stephan Lemke for 25hours Hotels

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2 Comments

  1. Das Hotel sieht wirklich faszinierend altmodisch aus und das meine ich in keinster Weise negativ. Zwar mag ich auch neue Hotels (als Installateur vor allem aufgrund interessanter VRF Systeme), aber der Reiz des Alten ist auf jeden Fall durch diese Bilder geweckt ;-)

    Liebe Grüsse
    Olivier

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