Jedesmal, wenn ich Cityguide Kopenhagen im Internet gelesen habe, war ich wahnsinnig neidisch. Man mag es kaum glauben, aber ich war noch nie in der Designstadt Nr. 1 Dänemarks. Bis jetzt. Denn nun kann ich mitreden und beim Frühstück im Café laut durch den Raum rufen: „Oh yes, I´ve been to Copenhagen the other day…“. Mensch, was werde ich mir hip vorkommen. Und hip ist auch das richtige Stichwort, denn die Stadt ist Style-City hoch 10! Aber fangen wir von vorne an. Ende April fiel ganz spontan die Entscheidung für ein paar Tage nach Kopenhagen zu fahren. Naja, um ehrlich zu sein wurde uns die Entscheidung direkt vor die Nase platziert. Freunde eines Bekannten suchten nämlich eine Familie, die spontan für einige Tage einen Wohnungstausch zwischen Berlin und Kopenhagen machen wollten. Wohnungstausch? Fremde Leute in mein Haus lassen?

Leute, die alles durchsuchen und vielleicht sogar zerstören? Meine anfänglichen Zweifel schmiss ich schnell über Bord, ich nahm Kontakt auf und so fuhr ich mit meiner Familie nach Kopenhagen und eine vierköpfige Familie nistete sich in Prenzlauer Berg ein. Und ich muss sagen, wir haben es keine Minute bereut.

Die Wohnung lag im jungen, kreativen Stadtteil Vesterbro. Alternative Geschäfte, kleine Restaurants und wunderschöne Strassen. Vesterbro zählt wohl als „neues In-Viertel Kopenhagens“. Ein Stadtteil, der früher von der Arbeiterschicht bewohnt wurde und den Meatpacking District beherbergt (dazu später mehr).

Unsere Unterkunft war wunderbar. Knarrende Dielen, knattrige Fenster mit einem Schließmechanismus, den ich noch nie gesehen habe und selbstgebaute Möbel mit viel Verstaumöglichkeiten. Da wir die Familie nicht kannten (wir haben uns tatsächlich nie gesprochen und nur an der Fähre aus der Ferne gewunken), konnten wir uns nur anhand von wenigen Fotos, die in der Wohnung hingen ein Bild machen und das Urteil fiel nur positiv aus.

Wohnungstausch zwischen Berlin und Kopenhagen
Danish Design Interior im Esszimmer in Kopenhagen
Wohnung in Kopenhagen Vesterbro fuer den Kurzurlaub

Aber kommen wir nun zurück zu meinem Cityguide Kopenhagen: Meine Top 10 Must-Sees

1. Meatpacking District

Der Meatpacking District ist ein Food-Mekka der Extraklasse. Hier kann man arm werden und um ehrlich zu sein, haben wir das meiste Geld nur für Essen ausgegeben. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Da es aber nicht zu fancy sein sollte, entschieden wir uns für Hija de Sanchez. Ein kleiner, feiner Tacoladen mit mexikanischer Rapmusik und feurig-scharfen Tacos. Dazu selbstgemachte Hibiskuslimonade und ein Geldbeutel, der nach diesem Snack um 45 Euros geschrumpft ist. Wer keine Lust auf Tacos hat, der wird auch in den anderen Restaurants fündig oder schlendert sonntags über den Streetfood-Market.

Snack im restaurant im Meatpacking District in Vesterbro
Tacos bei Hija de Sanchez in Kopenhagen

2. Das Designmuseum Danmark (ja, schreibt man wirklich so)

Als Designinteressierte kam ich natürlich nicht um einen Besuch im Designmuseum Danmark vorbei. Ein wirklich schönes Museum, obwohl mich der erste Teil der Ausstellung nicht so sehr „gecatcht“ hat. Aber spätestens in der Stuhlabteilung schmolz ich dahin. Stühle von Fritz Hansen, Grete Jalk oder Hans J. Wegner: Bitte einmal alles zum Mitnehmen, ich zahle mit meiner imaginären regenbogenfarbenen Kreditkarte. Kleiner Tipp: Im anliegenden Café kann man stilvoll einen sehr guten Kaffee schlürfen oder im Innenhof die Sonne genießen.Cityguide Kopenhagen: Besuch im Designmuseum

Verner Panton im Designmuseum in Kopenhagen
Daenische Designer und Designstuehle im Designmuseum in Kopenhagen
Interior von Fritz Hansen im Cafe
Kaffepause mit tollem Porzellan im Cafe im Designmuseum in Kopenhagen
Von der Innenstadt bis zum Meatpacking District: Spaziergang durch Kopenhagen

3. Keep on walking

Kopenhagen kommt einem im Vergleich zu Berlin so wahnsinnig kein vor. Im Grunde kann man überall hinlaufen und das haben wir auch gemacht. Ich hatte das Gefühl nach einem halben Tag die Stadt zu kennen. Zudem erlebt man seinen persönlichen Cityguide Kopenhagen am besten auf zwei Füssen. Hinterhöfe, versteckte Restaurants und Ateliers lassen sich zu Fuss erkunden. Wir waren beispielsweise auf dem Kastellet spazieren und haben uns gewundert, warum so viele Menschen am Ufer standen. Und schwupps standen auch wir vor der kleinen Meerjungfrau – dem, meiner Meinung nach ziemlich unspektakulärem, Wahrzeichen Kopenhagens.

Modern essen mit Tradition in Kopenhagen

4. Smörrebröd

Mein neuer Lieblingssnack? Smörrebröd, Smörrebröd (tamtamtamtam). Nein keine Angst, ich werde nun nicht wie der Koch der Muppet Show losträllern. Vielmehr möchte ich euch von meiner neuen Smörrebröd-Leidenschaft erzählen. Das dänische Nationalgericht schmeckt einfach gut. In Vesterbro habe ich den Laden Enghave getestet, der erst vor drei Monaten eröffnet hat. Wir wurden wahnsinnig nett empfangen und der Koch erklärte mir anhand eines rund 40 Jahre alten Buchs die Tradition des Gerichts. Egal ob mit Kartoffeln, Roastbeef oder Hühnchensalat, die kleinen raffinierten Sandwiches machen viel Spass.

Tolle Architektur in der Kirche in Kopenhagen

5. Grundvigskirche

Kirchen sind ja oft imposant, aber diese Kirche, die ich schon vor der Reise recherchierte, ist spektakulär! Sie erhebt sich inmitten eines Wohnviertels aus Klinkerbauten. Was man von außen schon erahnt, wird im Inneren sichtbar: Riesige Säulen, ein atemberaubender Mittelgang und ebenso beeindruckenden Seitenschiffen. Die gesamte Kirche besteht aus mehr als sechs Millionen gelben Ziegeln. Ich durfte aufgrund einer Taufe nur kurz einen Blick reinwerfen und habe euch dieses heimlich geschossene Bild mitgebracht.

6. Tortus Copenhagen

Ein Besuch in der Tortus Boutique lohnt sich allemal. Ein kleiner Shop samt Werkstatt und Innenhof rund ums Thema Töpfern. Der Besitzer Eric ist ein Instagramstar mit fast 700.000 Followern. Schaut doch mal in meinen Studiobesuch, da gibt es noch viel mehr.

Studio, Laden und Werkstadt in Kopenhagen mit Tortus
Tortus Copenhagen Pottery

7. Hay House

Wer Kopenhagen sagt, muss auch HAY sagen. Natüüüürlich musste ich auch im HAY House vorbeischauen und mich ein wenig von schönem Interieur der Designbrand HAY berieseln lassen. Ein toller Ort mitten im Zentrum in der Strasse Østergade. Wenn man mich fragt, sollte man aber nicht in einen HAY-Hype verfallen. Ich sehe es beispielsweise nicht ein für ein Feuerzeug oder Büroklammern tief in die Tasche zu greifen, nur weil die drei Buchstaben draufstehen. Deswegen immer schön auf dem Boden bleiben.

Interior im Hay House mit der Sitzecke im Danish Design
Daenisch Design und viele Accessoires im Minimarkt von Hay

Gutes Essen in Kopenhagen gibt es bei Copenhagen Streetfood8. Copenhagen Streetfood

Bei Urlauben dreht sich bei mir sehr viel um Essen in allen Variationen. Und da darf Copenhagen Streetfood  im Cityguide Kopenhagen nicht fehlen. Eine Halle auf der Paper Island, vollgepackt mit rund 40 Essensständen. Von Wraps, Korean BBQ, selbstgemachter Pasta bis hin zu Süssspeisen ist alles dabei. Ein Ort zum Sattwerden und Verweilen (alleine schon, weil man ewig warten muss, um einen Sitzplatz zu ergattern).

9. Superkilen Park

Von CNN zum skurrilsten Park Europas gekürt, wirkt der Superkilen Park im sozialschwachen Stadtteil Norrebro wirklich ein wenig wie eine Mischung aus urbanem Stadtleben und Alice im Wunderland. Ein Park, der sich in die drei Bereiche Rot, Schwarz und Grün aufteilt. Am spannendsten ist der rote Teil. Zu sehen gibt es einen Bodenbelag in Orange, Pink und Rot, verschiedene Schiffschaukeln, ein Boxring, eine Skateboardrampe, die direkt an ein Haus gebaut wurde (oder vielmehr ist das Haus die Rampe) und viel Platz für Kind und Kegel. Das Areal ist allemal einen Ausflug wert.

Superkilen Park fotografiert von Iwan Baan
Architektur im Superkilen Park in Norrebro

10. Louisiana Museum of Modern Art

Eine Kollegin empfiehl mir dieses Museum mit einer Begeisterung, die ihres Gleichen sucht. Spätestens da war mir klar, dass ich das Louisiana Museum of Modern Art besuchen muss und dies als Station in meinen Cityguide Kopenhagen benenne. Und es hat mich umgehauen und ich habe es zu einem der besten Museen gekürt, in denen ich jemals war. Das Louisiana liegt etwa 40 Minuten vor den Toren Kopenhagens direkt am Meer. Alleine die Lage macht das Museum schon aufregend genug. Hinzu kommt eine vielseitige Architektur, ein riesiger Garten mit verschiedenen Skulpturen und ein nicht weniger großes Restaurant samt Sonnenterrasse. Im Inneren gibt es eine Dauerausstellung mit Werken von Picasso, Gerhard Richter oder Andy Warhol und wechselnde Ausstellungen verschiedener Künstler. Vor allem die Ausstellungen des deutschen Künstlers Hans-Peter Feldmann hat mich begeistert. Humorvolle Barockbilder, die erst auf dem zweiten Bild den Witz zeigen. Genau mein Geschmack. Auch beeindruckend war die – Achtung, mein Hasswort- „Installation“ vom südafrikanischem Künstler William Kentridge. Ein Kunstwerk, das auf acht verschiedenen Bildschirmen mit insgesamt 22 Metern eine Prozession zeigt. Tanzende Menschen, gezeichnete Skelette und skurrile Welten inbegriffen. Wer in Kopenhagen ist, darf dieses Museum nicht ausser Acht lassen!

Und da waren sie auch schon, meine Top 10 Must Sees im Cityguide Kopenhagen. Aber ihr könnt sicher sein, ich hätte auch meine Top 20 locker benennen können. Die Stadt mit ihrem skandinavischen Flair, dem Gespür für Ästhetik und wahnsinnig netten Menschen, habe ich definitiv nicht das letzte Mal besucht!


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