Zusammen mit Mann und Kind ging es diesen Sommer für drei Wochen nach Korfu, Athen und dann auf einen Roadtrip durch die Peloponnes. Ich habe mich vor dem Urlaub schon wahnsinnig darauf gefreut, euch meine Highlights aus Athen zu verraten (Judith hat ihre Highlights aus Alicante ja bereits mit euch geteilt). Was lässt sich über Athen sagen: Athen ist inspirierend, einzigartig, pulsierend (ok, vielleicht nicht im August, aber später mehr dazu) und lohnt sich immer wieder für einen Besuch. Ich war bestimmt schon gute zehn Mal in der griechischen Metropole:

Früher mit der ganzen Familie zu Besuch bei meinem Großvater und meiner Großmutter. Ich habe wie die anderen griechischen Kinder bis fast Mitternacht auf dem Spielplatz gespielt und habe jeden Besuch in der Stadt genossen. Das letzte Mal war ich mit einer Freundin 2006 dort, deswegen war ich umso gespannter, was sich in den mehr als zehn Jahren so getan hat. Ja, und nun bin ich hier irgendwie in der Zwickmühle. Ich könnte nämlich 1001 Tipps geben ohne mit der Wimper zu zucken. Ich beschränke mich aber hier auf wenige, aber in meinen Augen sehr gute Tipps. Designlocations, Sehenswürdigkeiten und gutes Essen sind natürlich dabei. Los gehts also:

 

01. Unterkunft suchen: Unser Designapartment in Athen

Vorab habe ich etwas recherchiert, denn obwohl meine Familie Wohnungen in Athen besitzt, wollte ich diesmal etwas Besonderes finden. Auf der Suche nach schönen Unterkünften habe ich sehr tolle Hotels gefunden. Vom Konzept her ein wenig wie die 25hours-Hotels. Jung, frisch und modern. Entschieden habe ich mich im Endeffekt aber nicht für ein Hotel, sondern für eine schöne Airbnb-Wohnung.

Die Wahl fiel auf ein kleines Designapartment im Stadtteil Filopapou. Ein Studio „im Keller“ eines neugebauten Townhouses. Viel Beton und hochwertige Materialien stießen hier auf einen exzellenten Einrichtungsstil. Da das Studio von der Fläche nicht so groß war, haben sich die Besitzer einiges einfallen lassen. Einbauschränke, die eine Küche und ein Büro beherbergen. Eine große Empore, auf welcher sich eine runde Badewanne wiederfand (beim Duschen kam ich mir vor wie in einer Pornofilm-Location) und einem ausziehbarem Bett, das unter der Empore verschwinden konnte.

Vom Apartment selbst ging es über eine kleine Treppe in den eigenen Patio, der zum Bierchen am Abend einlud. Der Stadtteil Filipapou ist circa 15 Minuten zu Fuss von der Akropolis und der Altstadt „Plaka“ entfernt und zeigt einen Mix aus gediegen und abgeranzt. Eigentlich das typische Bild der Krise: Sanierte Häuser neben Brachen, an denen symbolisch oft 1€-Zeichen gesprüht wurden.

Das Kaleido Tablet von Hay als Wohnaccessoire in der Wohnung

Airbnb Design Studio in Athen
Minimalistisches Interior und offener Wohnraum mit Design Garderobe
Greek Design und Interior in Athen mit grosser badewanne
Airbnb Designapartment in Athen: Mobiles Bett im Studio
Terasse in Athen mit Designmoebeln

02. Die Akropolis

Vielleicht mag der ein oder andere nun denken: Was ist denn das für ein Geheimtipp? Sorry, ich muss euch enttäuschen: Kein Geheimtipp, aber ein Besuch der Akropolis ist ein Muss. Den einzigen Tipp, den ich euch geben kann: Geht früh morgens oder spät abends hoch. Vor allem im August kann es wahnsinnig heiss werden und dann macht der Besuch keinen Spass.

Ich hatte schon immer eine wahnsinnige Faszination für die Akropolis und es gab kaum einen Besuch in Athen ohne Ausflug zur Akropolis. Damals durften wir noch auf den Stufen sitzen, meine Eltern selbst sind damals sogar im Parthenon rumspaziert und haben an den Säulen gelehnt einen Snack verputzt. Das hat sich natürlich geändert und die Akropolis kommt mir manchmal vor wie Berlin: Eine nicht endende Baustelle. Ständig wird restauriert und verbessert und immer noch versucht, das Puzzle zu entschlüsseln.

Der Ausblick von der Akropolis auf Athen ist zwar nicht so gut wie vom gegenüberliegenden Berg Lykavittos, aber er ist trotzdem sehr beeindruckend.

August-Sommer-Tour in Griechenland
Tourist im Wind auf der Akropolis in Athen
Aussicht auf die City von Athen mit dem Akropolis Museum
Aussichtspunkt auf dem Lekavitos Berg in Athen
Urlaub in Griechenland und Citytour in Athen auf der Akropolis
Kurztrip Athen: Die Akropolis mit antiker Architektur

03. Das neue Akropolismuseum

Um dieses Museum kommt man nicht drum herum. Architektonisch sehr beeindruckend und durchdacht vom Schweizer Architekten Bernhard Tschumi. Er musste sich der Herausforderung stellen, dass das Museum nicht den Boden berühren darf, um die Ausgrabungen, die auf diesem Baugrund gefunden wurden, zu schützen. Prompt wurde das Museum auf Stelzen geplant und bietet durch Glasplatten nun den Blick in die „Athener Unterwelt“. Im Museum selbst war ich erschlagen, wieviele Relikte bereits gefunden wurden und ich möchte nicht wissen, was noch alles im Boden schlummert.

Kleiner Tipp am Rande: Vom Museumscafé hat man einen phantastischen Blick auf die Akropolis und kann im Schatten einen Frappé geniessen. Und: Erst ins Museum und danach auf die Akropolis, dann macht alles noch mehr Sinn da oben.

Tolle Architektur im Akropolis Museum in Athen
Das Museum mit grossem Foyer zeigt tolle Architektur
Ausblick vom Cafe mit Frappe auf die Akropolis in Athen
Cityguide Athen: Besuch im Museum
Moderne Architektur mit Glas und Stahl im Museum in Athen

04. Das Szeneviertel Psiri

Psiri ist meiner Meinung nach einer der interessantesten Stadtteile in Athen. Traditionelle Läden treffen auf neue Konzepte. Aufregende Bars, viel Graffiti, Handwerksläden und junge Athener, die am Nachmittag vor den Lokalen sitzen. Im Vergleich zu Berlin natürlich noch etwas weniger hipp, aber deswegen auch umso schöner. Es gibt viele Rembetiko-Kneipen (Rembetiko kann als griechischer Blues übersetzt werden) und ein reges Nachtleben.

Im Szenebezirk Psiri in Athen gibt es ein grosses Grafitti an der Wand
Grafitti im Szeneviertel Psiri in Athen

05. Die Bar Six d.o.g.s

Das six d.o.g.s ist eine Oase inmitten der Stadt, in der sich die jungen Athener treffen. Mittags auf Melonenlimo oder griechischen Kaffee, abends zum Feiern und Trinken. Ein wirklich idyllischer Ort mit großen Bäumen, die bis in den Himmel ragen. Das Café ist terrassenartig aufgebaut und man findet immer wieder kleine Nischen und Erhöhungen zum Sitzen. Abends ist es bestimmt noch schöner, in den Genuss bin ich leider nicht gekommen.

Six dogs Bar und Cafe in Athen
Frappe auf der Terasse in der Coffeebar in Athen
Griechischer Lifestyle im six dogs in Athen

06. Der Fleischmarkt Distrikt in Athen

Laut meines Vaters ist dies eine kleine „No Go-Area“. Aber wenn man in Nord-Neukölln gelebt, El Alto in Bolivien ohne Überfall überstanden hat und durch Downtown LA inmitten des Latinoviertels herumgeschlendert ist, dann kann man auch gut die väterliche „No Go-Area“ besuchen. Um ehrlich zu sein sind wir eher zufällig dort gelandet, da ich unbedingt in der ältesten Taverna der Stadt essen wollte (genau gegenüber vom Athener Fleischmarkt). Die hatte leider zu, deswegen haben wir ein anderes Lokal angesteuert und wurden nicht enttäuscht. Ich brauche zwischendurch diese echten Lokale, wo das Bildnis vom Grossvater noch an der Wand hängt, der in den 50ern den Laden eröffnete und noch heute nach den gleichen Rezepten gekocht wird. Hier esse ich einfach am liebsten.

Traditionelles griechisches Interior im Restaurant in Athen
Griechisches Essen in der Taverna in Athen
In der No-Go-Area essen gehen: Besuch vom Fleischmarkt in Athen

07. Desserterie in Athen

Dass wir Griechen gerne süss essen ist wohl kein Geheimnis. Wir sind keine Meister im Torten backen (tatsächlich sind Torten in Griechenland oft sehr gewöhnungsbedürftig), aber wir können Blätterteig und Fettgebäck und alles mit Honig toppen. Eine meiner liebsten griechischen Nachspeisen sind Louloumades, die es traditionell oft auf Festen gibt. Loukoumades sind frittierte Teigbällchen, die mit Honig und Zimt beträufelt werden. Ich habe mir die moderne Variante in der Strasse Eolou 21 angeschaut und bin sehr begeistert. Der Laden Lulumades hat ein schönes Interiorkonzept, wunderbar schmeckende Loukoumades und hängende Pflanzen an der Decke. Was will man da mehr? Ok, ich hätte da noch einen Wunsch: Bitte nicht so viel Verpackungsmüll! Man kann doch auch auf Porzellantellern und aus echten Gläsern trinken anstatt alles in Pappe und vor allem in Plastik zu packen.

Stadtetour Highlights mit dem Lukumades in Athen
Griechische Spezialitaet mit Loukoumades im Laden in Athen
Cityguide Athen: Dessert in schoenem Interior
Haengepflanze an der Decke als Dekoration

08. Der Nationalgarten

Im Nationalgarten war ich so entspannt, dass ich doch glatt vergaß, Bilder zu schiessen. Der Garten ist perfekt, um dem Großstadttreiben zu entfliehen. Das Klima unter den riesigen Palmen und Pinien ist ein Traum und für Kinder gibt es in der Mitte des Parks ein paar Ziegen und Hasen. Mein Geheimtipp: Zu jeder vollen Stunde gibt es die Wachablösung der Soldaten vor dem griechischen Parlament vor einer Traube Touristen. Was nicht jeder weiß: auf der Rückseite des Parks in der Iroudou Attikou marschiert die Wachablöse wieder raus. Ohne Publikum und Selfiesticks.

Ruhe und Energie tanken im Nationalgarten in Athen
Wachabloses am Parlament in Athen

09. Die Upupa Epops Bar

Wenn man die Upupa Epops Bar nicht direkt ansteuert, dann kommt man wohl nicht unbedingt dort vorbei. Aber es lohnt sich allemal, die Cocktailbar in der Strasse Alkminis 7 zu besuchen. Eine tolle Getränkekarte samt beeindruckender Bar. Aus Interiorsicht nicht alles mein Geschmack, aber die Macher haben das Haus von 1930 mit Liebe gestaltet. Ein bunter Mix aus gemusterten Kacheln, farbigen Metallstühlen und gepolsterten Sitzecken. Für mich hat es sich wie damals auf Cuba angefühlt.

Bar Interior mit Vintage Design Theke
Cocktailbar Insidertip fuer Athen
Kaffee in der Bar in Athen geniessen
Interior in der Upupa Epops Bar und Cafe in Athen
Interior aus Athen: Bar mit Sitzecke und Barhockern

Foodguide: Pizza von Crust in Psiri in Athen10. In CRUST we trust

Wie immer dreht sich bei mir alles um gutes Essen. Eine Stadt erfährt man meiner Meinung nach am besten, wenn man alles probiert, was einem in die Hände kommt. Leider habe ich es dieses Mal nicht in den Stadtteil Nikea geschafft, in dem es das mit Abstand beste Binerli Griechenlands gibt (ein Hefeteigschiffchen mit Käse, Schinken und Massen an Butter überbacken). Als Ersatz gab es dafür eine gute Pizza von CRUST in der Protogenous 13. Pluspunkt: Wahnsinnig gute Musik!

 

Psiri in Athen in Griechenland
Die Crust Pizzeria in Athen

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig von Athen überzeugen. Generell glaube ich, dass beinahe jede Jahreszeit ihre Vor- und Nachteile hat und sich ein Besuch immer lohnt. Besonders schön ist es im Frühjahr und Anfang Herbst. Im August gibt es viele Touristen, aber generell ist die Stadt halb leer. Naja, zumindest sind die Griechen weg, denn die machen im August immer Urlaub, weswegen einige Geschäfte ausserhalb der Innenstadt auch komplett dicht machen. In Athen kommt man super von A nach B. Die öffentlichen Verkehrsmittel bringen euch überall hin. Taxis kosten in Athen kaum etwas (5-6 Euro Fixpreis, leider gibt es keine Kindersitze in griechischen Taxis). Wir sind drei Tage zu Fuss unterwegs gewesen und haben einige Kilometer hinter uns gebracht.


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