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Da Sonntage oft im Zeichen des Mottos „Kultur, da bin isch dabei!“ stehen, hieß es an einem Sonntag im März: Wir schauen mal bei Ludwig Mies van der Rohe in Hohenschönhausen vorbei. Eine Ecke in der ich vorher noch nicht war und die mich schon etwas begeistert hat. Sehr idyllisch, ruhig, aber vielleicht ein bisschen zu gediegen mit seinen kleinen Villen und G-Klassen als Zweitwagen in den Garagen.

Mies van der Rohe, ein Meister seiner Kunst, wurde am 27. März 1886 in Aachen geboren und verstarb am 17. August 1969 in Chicago als amerikanischer Staatsbürger. Er wurde 1930 zum Direktor des Bauhauses in Dessau, welches jedoch 1932 bereits durch den nationalsozialistischen Stadtsenat geschlossen wurde.

miesvanderrohe02miesvanderrohe05  Das Mies van der Rohe Haus ist ein typisches Bauwerk der klassischen Moderne und wurde vom Architekten 1933 für den Druckereibesitzer Karl Lemke entworfen, was den Namen „Landhaus Lemke“ auch erklären mag. Es sollte sein letztes Bauwerk vor seiner Auswanderung in die USA sein. Das Haus geht mit seinen wandhohen Terassenfenstern eine gelungene Symbiose mit der Natur ein, der Garten ist Teil des Wohngefühls. Ebenso wie die zur Zeit geschlossene Nationalgalerie, ist auch das Landhaus im typischen Mies van der Rohe Stil gebaut: Stahl, flach, viele Fenster und klar konstruierte Räume. Im Haus selber werden verschiedene Kunstausstellungen gezeigt, der Eintritt ist frei und das Haus von Dienstag bis Sonntag zugänglich. Für mich ein wirklich schönes Haus und der Blick auf den Obersee gab mir dann den Rest. Vom durchdringende „Haben wollen“- bis zum „was habe ich im Leben nur falsch gemacht“-Gefühl war alles dabei und konnte nur durch eine große Portion Eis im Anschluss gestillt werden (wer brauch schon ein Designerhaus, wenn man Pistazieneis haben kann?). Und wer weiß, vielleicht komme ich ja doch noch einmal zum Barcelona Chair, wenn es schon nicht der Barcelona Pavillion sein wird.

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