Wenn man Cody Hudson in der Google Bildersuche sucht, dann sieht man ein Potpourri an geometrischen, handgemachten Formen, meist in den Farben blau, rot und schwarz. Etwas erinnern die Werke an die Scherenschnitte von Matisse, wenn sie auch weniger gegenständlich sind. Bei mir führte es dazu, dass ich am liebsten direkt in mein nicht vorhandenes Atelier mit meinen nicht vorhandenen großen Leinwände mit meiner nicht vorhandenen Zeit eingesperrt hätte. Da also Einiges, samt dem Fakt, dass man natürlich keinen Künstler kopieren sollte, dagegen spricht, empfehle ich lieber sich die Cody Hudson Ausstellung im HVW8 Berlin anzusehen. Eher aus Zufall kam ich nämlich am Samstag bei einem Spaziergang durch Berlin Mitte („Verdammt ist das wieder alles hip hier!“) in der HVW8 Gallery in der Linienstrasse vorbei. Ich mag diese Galerie,  besonders wegen ihrer Affinität zu Streetart und der Liebe zum Hip Hop.

Geometrische Formen auf der Wand der HVW8 GalleryEine Skulptur von Cody Hudson in der Galerie HVW8 in Berlin Mitte Abstrakte Skulptur von Cody Hudson in der HVW8 Gallery Berlin Florale Muster auf Leinwand erinnern an die Scherenschnitte von Matisse

Nun zeigen sie Arbeiten des Künstlers Cody Hudson in der Ausstellung „When I Finally Get Myself Together“. Cody Hudson lebt und arbeitet als Künstler in Chicago und ist auch als Grafikdesigner unter dem Namen Struggle Inc. bekannt. Seine grafischen Arbeiten und Gemälde wurden bereits an vielen Orten in den USA, Europa und Japan gezeigt, unter anderem im Museum of Contemporary Art (Chicago), V1 (Copenhagen), Hellerau Art Center (Dresden) und Andrew Rafacz (Chicago).

Was erwartet uns in der Cody Hudson Ausstellung im HVW8?

Nach vielen Jahren der Arbeit an Skulpturen, die eine ähnliche geometrische Formsprache aufweisen, übernimmt Cody Hudson nun diese einfachen, plakativen Konturen bei seinen neuen Bildern als auf Leinen gemalte Formen. Damit wendet Hudson diese Sprache zum ersten Mal gleichzeitig in allen Bereichen seines künstlerischen Schaffens an. Die Wiederholung von Farbe und Form beginnt einen inneren Dialog – angefangen mit einfachen geometrischen Formen, entwickeln sich langsam eher gegenständliche Gemälde bis hin zu abstrahierten Stilleben. Gemäldetitel wie “All One Or None”, “I Don’t Want To Die Alone” oder “Post Post Still Life With Pots, Bong And Shell” verweisen lose auf Spiritualität und/oder falsche Spiritualität, das 90er Rave Music Sub-Genre Ragga Jungle und auf erdrückende Gefühle der Angst.
Die Ausstellung zeigt auch eine Reihe an einfarbigen Malereiarbeiten der “Shapes and Colours Dept.”-Serie, die sich auf die Kombination ganz einfacher, einfarbiger Formen konzentriert, welche in einem fast meditativem Zustand gemalt wurden. Manchmal nehmen diese Bilder ein sich wiederholendes Muster an, während andere fast floral wirken.

Die HVW8 Galerie in Berlin Mitte zeigt Cody Hudson Abstrakte Gemaehlde in blau, weiss und braun auf Leinwand Abstrahierte Stillleben und geometrische Formen von Cody Hudson

Würde ich über eine so oft gepriesene Portokasse verfügen, würde sicherlich ein Bild an meiner Wand hängen. So musste ich mich aber leider nur mit dem Flyer begnügen, der nun auf dem Küchenregal ne gute Figur macht.


 

Wer die Ausstellung noch sehen will, hat bis zum 12.3.2016 noch Zeit dazu. Adresse ist die Linienstrasse 161 in Berlin Mitte.

 

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