1.) Wer bist du und was machst du wo?

Mein Name ist Niels Klaunick, ich bin freischaffender Schauspieler, Autor und Bühnenbildner und betreibe mit Kollegen ein kollektives Kinder- und Jugendtourneetheater mit Sitz in München. Von hier aus fahren wir für unsere Vorstellungen in den gesamten Deutschsprachigen Raum, von Flensburg bis Zermatt, von Aachen bis Gera.

„Aktuelle, brennende Themen auf die Bühne zu bringen, das Publikum zu unterhalten und ihm etwas wichtiges mitzugeben – das ist das zentrale Motiv unserer Arbeit“

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Mein Kollege Dominik Burki und ich haben uns auf der Schauspielschule kennengelernt und nach dem Abschluß war für uns beide schnell klar, daß mir nur in der freien Szene das umsetzen können, was für uns das zentrale Motiv unserer Arbeit ist: Aktuelle, brennende Themen auf die Bühne zu bringen, das Publikum zu unterhalten und ihm etwas wichtiges mitzugeben. Daß es Kinder- und Jugendtheater geworden ist, war Zufall, würden wir aber auch niemals missen wollen, denn hier lebt und brodelt das Theater noch, hier findet eine natürliche und engagierte Auseinandersetzung über den Bühnenrand hinaus zwischen Akteuren und Zuschauern statt.

Autor, Buehnenbildner Niels Klaunick betreibt sein eigenes Tournee Theater

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dafür reicht meine Schauspielerphantasie nicht aus…

b. Weil: Ich nichts befriedigenderes erfahren habe, als etwas Neues zu schaffen, ein kleines Kunstwerk in die Welt zu setzen, das für einen flüchtigen Moment eine große Gruppe von Menschen auf einen Punkt zusammenbringt, den Alltag draußen ausschließt, sie lachen läßt, sie
weinen läßt und die Kraft hat, sie ein klein wenig anders den Saal zu verlassen, als sie ihn betreten haben. Und dann beginnt die Saat zu keimen.

 

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Unser erstes Kinderstück, König & König, das wir nach vielen Jugendtheaterstücken gemacht haben und das gleichzeitig auch das erste Stück war, das ich alleine geschrieben habe. Die Erfahrung zum ersten mal vor diesem noch unbekannten Kinderpublikum zu spielen, die Bühne zu betreten und schon im ersten Moment von dieser unglaublichen Freude getragen zu werden. Eine Freude, daß da jemand nur für dich gekommen ist, um dir eine Geschichte zu erzählen, die nur Kinder haben und an uns weitergeben können.

Kinder- und Jugendtheater zeigt: Die Feuerwehr von Companie Nik

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Das Theater – der Kreativbereich über den ich sprechen kann – wird meiner Meinung nach leider eben viel zu wenig von kreativen Köpfen geprägt. Das trifft auf die Stadt- und Staatstheater genauso zu, wie auf die freie Szene. Was en vogue ist, welche Produktionen als innovativ gelten, auf Festivals hoch und runter laufen und nach deren Stil sich alle richten, entspringt zunehmend den Vorstellungen derer, die sich dem Theater von der wissenschaftlich/theoretischen Seite annähern. So bildete sich im Laufe der Zeit ein geschlossener Kreis an sich gegenseitig lobenden und kopierenden „Avantgardisten“ die wenig Platz lassen für kreativ querdenkende Künstler. Ich wünschte mir eine gehörige Portion mehr Bauchgefühl, Intuition und schräge Wagnisse in dieser sehr „künstlerisch wertvollen“ Theaterwelt – und Spaß natürlich – Spaß für alle.

 

Aber es gibt auch Leuchttürme, ich bleib beim Kindertheater und nominiere Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom Theater Drei Hasen oben aus Immichenheim – Hessen, deren Arbeit ständiger Quell von Inspiration und Freude für uns ist.
Außerdem nominiere ich Katharina Schmidt, München, die beste Kostümbildnerin – eine feinfühlige Künstlerin der Ausstattung, stilsicher und gekonnt.

© Fotos:  Severin Vogl


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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