1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Ich bin die Melle Munz von zur Anprobe und ich mache Fäschn!

„Wäre ich nicht kreativ, dann wäre ich Spielerfrau.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Es gab damals in Karlsruhe den Union Square. Ein Laden mit bisschen Skate, bisschen Rap und bisschen Streetwear. Da hatte ich mit 16 Jahren während der Schulzeit gearbeitet und bin da dann auch bis zu meiner Ausbildung geblieben. Der Kontakt zu Mode war schon recht früh da und es war eigentlich für mich immer klar, dass ich in diese Richtung was machen möchte. Die Ausbildung zum Modedesigner habe ich dann in der Modemetropole Bruchsal gemacht und bin direkt im Anschluss nach Magic Mainz. Da hatte ich ein Praktikum bei einer Modedesignerin begonnen, was eigentlich nur eine Zwischenstation sein sollte. Aber daraus wurde eine Festanstellung und eine Sammlung an Erfahrungen in der Modebranche. Nach einer Reise durch diverse Fashion Weeks, Germany`s Next Top Model Modenschauen, Stoffmessen und viel Glitzer war mir dann aber klar, dass Streetwear schon eher mein Ding ist. In Mainz habe ich mich sehr wohl gefühlt und einen tollen Freundeskreis gehabt, daher auch die Entscheidung dort die Selbstständigkeit zu starten und ein kleines Atelier zu eröffnen. Ursprünglich sollten da lediglich Spezialanfertigungen gemacht werden und Nähkurse stattfinden. Durch die Teilnahme an der Stijlmesse in Mainz wurde das ganze dann eher als Modelabel wahrgenommen. Das war eigentlich nicht geplant, aber manchmal passieren Dinge einfach. Mittlerweile wohne ich wieder in meiner Heimatstadt Karlsruhe und nähe dort in einem kleinen Atelier im Hinterhof. Auf der Stijlmesse in Mainz bin ich trotzdem jedesmal noch anzutreffen, wie auch auf zahlreichen Messen in anderen Städten. Da darf man uns gerne besuchen…wer uns schon kennt, weiß: es gibt Sekt am Stand! Goldene Tasche von der Modedesignerin Melle Munz

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: Spielerfrau
b. Weil:
Viel Sekt, gutes Auto und Fußball schauen…genau mein Ding.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Das wohl spannendste Projekt ist grundsätzlich meine Steuererklärung. Da kann wahrscheinlich jeder mitfühlen, der wie ich alle Papiere gerne erst mal in einer Duffle Bag sammelt. Aber damit möchte ich jetzt keinen hier belasten.
Was mir immer sehr viel Spaß macht, ist das Mitwirken an Musikvideos. Bei dem Video „Der Mond lacht“ von MINE hatte ich bei der Auswahl der Kostüme geholfen und das ein oder andere Teil auch selbst genäht. Ich mag die Stimmung am Set sehr gerne und es ist immer wieder spannend, was dann am Ende dabei tatsächlich raus kommt.

Der Arbeitsplatz von Melle Munz von zur Anprobe5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Ich habe auf dem Weg viele gute Menschen kennen gelernt und bei manchen wurde aus einer Zusammenarbeit mittlerweile sogar Freundschaft. Es macht immer wieder Spaß, wenn man merkt, dass alle Bock auf das Produkt hatten, die daran gearbeitet haben. Und man merkt das dem Produkt dann auch an.

Ich nominiere Laura Jungmann von SAMESAME und Sarah Hähnle von Atelier hinterhaus

 

© Fotos: Tasche: Evelyn Dragan
Portrait: Timothy Schaumburg


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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