1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Wir bewegen uns interdisziplinär zwischen den Gestaltungsfeldern Grafikdesign, Exhibition Design und temporärer Installation. Unsere Projekte sind Eingriffe im urbanen Raum, die ungewöhnliche Nutzungsformen erproben und so neue Sichtweisen eröffnen. Mit Hilfe von Experiment und Improvisation wird der öffentliche Raum neu gedacht und seine Grenzen ausgereizt. Dabei verfolgen wir stets einen installativen Ansatz, der die Umdeutung des (Un-)Ortes auf direktem Weg erfahrbar macht. Die Konzepte sind offen gehalten, so dass die Stadtgesellschaft das Projekt erleben und auch aktiv mitgestalten kann. Mit jedem Projekt urbaner Intervention leisten wir so einen Beitrag zu einem positiven Wandel des Stadtbildes – ganz im Sinne der demokratischen Idee und der Stadt, die es nicht gibt. Das sind wir. Das ist Labor Fou.

„Wir haben früher schon unsere Eltern mit Graffiti, Skaten, HipHop und wackeligen Baumhäusern in die Nähe des Wahnsinns getrieben.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Wir haben alle einen kreativen Hintergrund und sind schon immer viel draußen gewesen, haben uns mit unserer Umwelt im weitesten Sinne beschäftigt. Wir haben früher schon unsere Eltern mit Graffiti, Skaten, HipHop und wackeligen Baumhäusern in die Nähe des Wahnsinns getrieben und fühlen uns sehr wohl mit dem improvisieren und experimentieren in Grenzbereichen.

Der Arbeitsplatz von Labor Fou mit Schneidematte und Cutter
Kreativer Arbeitsplatz von Labor Fou

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: ein Eichhörnchen

b. Weil: ich dann immer auf Bäumen leben könnte.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Das bislang spannendste Projekt war das Hotel shabbyshabby Projekt in Mannheim. Für das Theaterfestival „Theater der Welt“ haben wir auf einer verlassenen US Kaserne aus recycelten Baumaterialien ein temporäres Hotelzimmer in Form eines abgestürzten Ufos gebaut. In diesem Hotelzimmer konnten dann die Besucher des Festivals übernachten. Dieses experimentieren mit gebrauchten Materialien, die wir von einer Messe und vom Schrottplatz geholt haben, dieses improvisieren mit Dingen, die sonst der Schrottpresse geweiht gewesen wären, hat uns unglaublich viel Spaß gemacht.

Fuer das Theaterfestival „Theater der Welt“ bauten Labor Fou ein Hotelzimmer
Das Ufo-Hotel shabbyshabby vom Kuenstlerkollektiv Labor Fou
Das Hotel whoofo auf dem Theaterfestival „Theater der Welt“
Das Innenleben des Hotelzimmers whoofo

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Ich glaube Deutschland benötigt noch eine Weile um sich wirklich als Kreativstandort bezeichnen zu können, auch wenn Berlin natürlich von allen hochgelobt wird und zu Recht weltweit bekannt ist. Dort passiert ja auch sehr sehr viel. Aber ob das für Deutschland im allgemeinen gilt wagen wir zu bezweifeln. Aber am Ende ist jeder selber dafür verantwortlich die Situation zu verbessern und sich selbst eine kreative Nische zu suchen in der man sich dann austoben kann.

Team labor fou: Aljoscha Höhborn, Benjamin Nast, Jan Bertil Meier, Alain Yimbou, Thomas Quack

Wir nominieren die wunderbaren Schmuckdesignerinnen: Phylicia Gilijamse und Maryvonne Wellen mit Ihrem Kollektiv MPA. Und Laura Kampf, die in Köln schöne Möbel und allerlei andere schöne Dinge in Einzelauflagen produziert.

 

© Fotos: Aljoscha Höhborn // © Foto Arbeitsplatzbild: Thomas Quack


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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