1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich bin Alina Grasmann, 27, wohne und arbeite als Malerin in München. Ich habe an der Akademie der Bildendenden Künste in München bei Karin Kneffel Malerei studiert und in Wien an der Universität für angewandte Kunst ein Gastsemester bei Gabriele Rothemann in Fotografie besucht.

Ich beschäftige mich mit dem Einfluss von Fotografie auf die Malerei und genauso umgekehrt. Bildästhetiken, die uns tagtäglich umgeben , wie auf Fotoblogs oder Instagram und die generelle Bilderflut im Internet interessiert mich. Meine kleine Kompaktkamera habe ich im Alltag eigentlich auch immer bei mir und verwende sie wie einen „Skizzenblock“, um festzuhalten was mich umgibt und inspiriert.

In meiner aktuellen Arbeit „Panama“ setze ich mich mit Orten auseinander – imaginärer, realer und emotionaler Natur. Räume im Schwebezustand, die existieren können, aber nicht müssen.

 

„Es gibt sehr wenig bis gar keine freien und bezahlbaren Arbeitsräume für Kreative in München.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Ich male seit ich denken kann. Schon als Kind habe ich ständig gemalt oder gelesen. Dahinter steckt aber, dass ich wahrscheinlich süchtig nach Geschichten bin. Beim Malen geht es mir aber auf keinen Fall darum eine Geschichte zu erzählen. Der Prozess des Malens ist eher wie ein Dialog mit dem Bild, der nicht in Worte zu fassen ist, bei dem aber bestimmt meine eigenen Überlegungen und Gedanken eine Rolle spielen. Das faszinierende dabei ist für mich , dass das fertige Bild dann vom Betrachter später aber auch ganz anders gelesen und erfahren werden kann.

Gemaelde von Alina Grasmann Ausstellung der Panama Paintings von Alina Grasmann

Im Laufe meines Studiums, habe ich die Schwierigkeiten kennengelernt, die das Leben als freie Künstlerin so mit sich bringt. Das Malen zu lieben ist die eine Sache. Man muss sich innerhalb der Gegenwartskunst aber klar positionieren. Das ist ein schwieriger und langatmiger Prozess, um auf dem Kunstmarkt irgendeine Rolle zu spielen. Ich lerne zur Zeit mit all diesen Schwierigkeiten besser umzugehen. Je besser das geht, umso mehr wird mir bewusst, dass Malerin zu sein für mich der schönste Beruf ist, den ich mir vorstellen kann.

 

Immer bei der Arbeit: Die Kuenstlerin Alina Grasmann

Kreativitaet und Kunst am Arbeitsplatz von Alina Grasmann

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich.. wahrscheinlich sehr unglücklich.

b. Weil.. ich am liebsten Nachts arbeite und sowieso klaustrophobische Gefühle in Bürogebäuden bekomme.


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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Ich schließe mich bei dieser Frage den Meisten meiner Vorgänger an. Es geht gar nicht anders, als das Projekt am spannendsten zu finden, mit dem man sich gerade beschäftigt. Ich finde dieses Gefühl ist wichtig, um die Arbeit weiter voran zu bringen und im Eifer des Gefechts Spielraum für Entwicklung zu schaffen.

Am ungewöhnlichsten für mich war aber wahrscheinlich die Patchwork Decke, die ich in Wien genäht habe. Sie besteht aus kleinen viereckigen Satinquadraten, die Miniaturaufnahmen meiner eigenen Haut zeigen. Ungewöhnlich im Bezug auf meine sonstige Arbeit deshalb, weil die Decke neben den fotografischen Aspekten auch noch etwas objekthaftes hat.

Aus der Serie Panama Paintings von Alina Grasmann

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Ich kann mich bei dieser Frage nur auf München beziehen, weil ich hier wohne und arbeite. Es gibt ja bekanntlich sehr wenig bis gar keine freien und bezahlbaren Arbeitsräume für Kreative in dieser Stadt. Ich hatte jedoch das Glück direkt im Anschluss an mein Studium ein städtisch gefördertes Atelier zu bekommen. Darüber bin ich sehr dankbar, denn ich finde es wichtig einen Ort und ein Umfeld zu haben, an dem ich mich wohl und zuhause fühle. München ist so etwas wie meine Basis. Trotzdem sind Reisen für mich ein wichtiger Bestandteil und eine Inspirationsquelle meiner Arbeit, in der ich mich mit Orten unterschiedlichster Natur beschäftige.

Ich nominiere zwei Malerinnen, um die Sparte der Malerei in diesem Blog ein bisschen zu pushen. Janka Zöller nominiere ich für ihre Malerei um der Malerei willen und Lara Eckert für ihre wunderbaren Portraits.

© Fotos: Künstlerportrait: Katarina Sopčić


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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