1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich heiße Annika Schüler und bin Keramikmeisterin, arbeite mit Porzellan und stelle Kleinserien von Geschirr und Einzelstücke her. Das alles findet in einer Gemeinschaftswerkstatt in München statt, die ich mir mit meiner Kollegin und Freundin Claudia Lassner, die Schmuckdesignerin ist, teile. Zusammen sind wir N°10, ein Showroom für Porzellan und Schmuck.

„Die Selbstständigkeit als Solches war für mich das schönste, spannendste und ungewöhnlichste Projekt, mit all seinen Höhen und Tiefen.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Eigentlich gibt es für mich kein Schlüsselerlebnis, weshalb ich genau dieses Handwerk erlernen wollte. Aber ich kann sagen, das ich das Material schon immer wahnsinnig spannend fand und ich Herausforderungen und Abenteuer mag. Das ist das Keramikhandwerk für mich, es überrascht immer wieder aufs Neue und man kann aus so wenig so viele unterschiedliche Dinge entstehen lassen und man kann alles so machen, wie man es selber wunderschön findet. Ich finde es wunderbar mit einem so alten Handwerk moderne, junge und frische Stücke herstellen zu können. Vielleicht ist das der eigentliche Reiz für mich, das trotz dieser Gegensätze, das Handwerk und die Moderne, immer wieder harmonieren.

Das Toepfern der Vase auf der Toepferscheibe ist Teil des Design Prozesses

Material, welches man zum Toepfern und fuer keramik braucht

Porzellan handgemacht in Kleinserie aus dem Atelier in Muenchen

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: hoffentlich auf Weltreise!

b. Weil: ich neugierig bin auf alles was die Welt zu bieten hat, mit all ihren Kulturen, Menschen und landschaftlichen Schönheiten.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Die Selbstständigkeit als Solches war für mich das schönste, spannendste und ungewöhnlichste Projekt, mit all seinen Höhen und Tiefen. Es macht stolz zu sehen was man geschafft hat und es ist bereichernd viele kreative motivierte Menschen kennenzulernen. Mit manchen entstehen dann tolle Kooperationen, die Spass machen und Einfluss auf den eigenen handwerklichen Prozess haben.

Handgemachte colour blocking Vase in hoch

 

Jedes Stueck aus Porzellan ist ein Unikat mit einer Illustration in Gold

 

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Für mich ist es immer wieder faszinierend Menschen kennenzulernen und ihre Leidenschaft für Ihre Arbeit zu sehen. Es gibt so viele tolle Handwerke und gestalterische Möglichkeiten und egal wo jeder findet seine Art und Weise sich auszudrücken. Mein Eindruck ist, dass es ein großes Interesse an einem Austausch der Kreativen gibt und auch verlangt wird, ganz ohne Neid und Missgunst.


Ich nominiere Cocii Jewellery, meine Kollegin und Freundin Claudia Lassner.
Ich bewundere ihre Energie und ihre tiefgründige Auseinandersetzung mit den Schmuckstücken die sie herstellt. Es ist immer eine schöne stimmige vollendete Geschichte, der man die Liebe und Leidenschaft mit der sie entworfen werden anmerkt.  Das ich durch die gemeinsame Werkstatt so nah dabei sein kann, wenn Ihre Kollektionen entstehen finde ich jedes mal aufs Neue spannend und mitreissend. Meine Hochachtung, liebe Claudia.

Und Compagnie Nik, bestehend aus Niels Klaunick und Dominik Burki, freies Kinder und Jugendtheater. Compagnie Nik sind ein freies Kinder und Jugendtheater die mit ihren Theaterstücken eine bestimmte Aussage haben, wie z.b. die Gentrifizierung von Stadtteilen im Allgemeinen, oder gleichgeschlechtliche Liebe, über den Hunger und vielem anderen mehr. Ihre Stücke sind von der Idee,  über das Schreiben und bis hin zum Bühnenbild und natürlich dem Schauspiel selbst, eigenständig mit viel Zeit und Liebe gemacht worden. Als freies Theater touren sie durch ganz Deutschland, bis nach Österreich oder auch die Schweiz und treten in Schulen und kleinen Theatern auf. Was für eine 100% Überzeugung dahinter steckt, haut mich immer wieder aus den Socken.

 

© Fotos: Christiane Bechler


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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2 Comments

  1. Vielen Dank für das tolle Interview! Ich habe vor allen Respekt, die einen kreativen und handwerklichen Beruf ausüben. Denn ich weiß, wie schwer es ist jeden Tag neue Inspiration zu finden und Neues zu erschaffen. Der Beruf der Keramikmeisterin erfordert viel Geschick und Feingefühl. Das schätze ich sehr und freue mich durch das Interview einen Einblick in die Kunst der Keramik zu erhalten.
    Keramik und auch Porzellan haben mich mein ganzes Leben begleitet, denn je her hat es mich beeindruckt. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für Porzellangeschirr und legte hohen Wert darauf, immer Porzellan zu benutzten. Jedes Porzellanset ist einzigartig und auf seine Art und Weise wunderschön. Vor allem hege ich großes Interesse für das italienische Porzellan, weil ich mit dem Land Italien sehr verbunden bin. Wenn man Familie in Italien hat, dann weiß ich was ich meine. La dolce vita, die Leichtigkeit und dieses gewisse Lebensgefühl. Italien pur! Das finde ich auch in dem Porzellan wieder.

    Ich fand die Bilder auch sehr schön, besonders das, wo die Drehscheibe mit den aktiven Händen dargestellt wurde. Arbeit und Leidenschaft im Zusammenklang.

    LG Angelina

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