1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Ich bin Rike, freiberufliche Gestalterin in Leipzig. Mein Label bastisRIKE führt Papierprodukte, Stempel und Wohntextilien im Sortiment. Hin und wieder fertige ich auch Auftragsarbeiten, wenn es Zeit und Lust zulassen. Basis meiner Arbeiten sind stets handgefertigte Entwürfe wie zum Beispiel Tuschezeichnungen oder Papierschnitte. Den unperfekten, handgemachten Charakter der Vorlagen erhalte ich ganz bewusst trotz Digitalisierung. In der Produktion selbst versuche ich dann zudem möglichst nachhaltig zu agieren.

„Ich habe aus der Unzufriedenheit heraus begonnen Neues auszuprobieren und alles hat seinen Lauf genommen“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Nach einer kurzen Agenturzeit im Anschluss an meine Ausbildung zum Mediengestalter habe ich an der leipziger Kunsthochschule studiert, mich dort aber stets fehl am Platz gefühlt. So habe ich begonnen aus der Unzufriedenheit heraus Neues auszuprobieren und alles hat seinen Lauf genommen. Da mir klar war, dass ich mich weder dem Kampf auf dem Kunstmarkt stellen möchte, noch zurück in das Agenturwesen will, war die Selbständigkeit nach dem Studienabschluss der (Aus)Weg um herauszufinden wohin es für mich gehen soll. Wobei dieser Prozess wohl nie abgeschlossen wird.

Einblick in die Design Arbeiten von Grafikerin bastisRIKE auf dem Newniq Blog

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: Was genau ist denn eigentlich ein Kreativer? Die Einordnung nach Berufsgruppe ist in meinen Augen zu eindimensional und hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Und so fällt mir kaum eine Alternative ein, die nicht doch zumindest kreative Anteile hat. Zu Schulzeiten war ein kleiner Buchladen mit Cafe oder Teeraum mein Traum. Wobei ich auch diesen Beruf nicht als unkreativ bezeichnen würde. Voraussetzung wäre aber auch hier selbständig und selbstbestimmt agieren zu können.

 
b. Weil: Bücher und Tee (bzw Kaffee) sind einfach ein perfektes Duo, dass auch in meinem jetzigen Alltag einen wichtigen Stellenwert hat. Außerdem habe ich auch heute noch das Gefühl, dass in vielen Buchläden Lesekultur kaum Platz hat. Einen Raum zu schaffen, der zum ’sich Zeit nehmen‘ einlädt, wäre eine schöne Herausforderung. Interessieren würde mich obenauf, ob man sich heutzutage mit einem analogen Buchladen gegen die Riesen a la Amazon noch behaupten kann.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Um ehrlich zu sein ist das ‚bastisRIKE‘ als solches und nicht ein einzelnes Produkt oder eine spezielle Auftragsarbeit. Den selbständigen Alltag selbstbestimmt zu meistern ohne darüber alles andere zu vergessen oder die eigene Verantwortung zu negieren … die eigene Haltung und den eigenen Anspruch mit einfließen zu lassen … (Zeit)Räume für das ‚Eigene‘ zu schaffen … das sind tägliche Herausforderungen, die bastisRIKE mit sich bringt und so formuliere ich vorsichtig, dass die Marke bastisRIKE mein spannendstes und schönstes Projekt ist. Mit all den Schattenseiten, die die Selbständigkeit mit sich bringen kann. Das ist meine Wahl.

bastisRIKE und einen Blick von oben auf ihren Arbeitsplatz jetzt auf dem Newniq Design Blog

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Ich scheue mich hier ein Urteil zu fällen. Denn ich kann zum einen keinen Vergleich anstellen und zum anderen denke ich nicht in diesen Kategorien oder – überspitzt formuliert – Schubladen. Wobei letzteres vielleicht auch einfach damit zusammenhängt, dass ich ehrlicherweise zum Einsiedlertum neige.

Ich nominiere Doro Ottermann, Illustratorin aus Hamburg und Christine Gentsch, Architektin.

© Fotos: bastisRIKE


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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1 Comment

  1. Ich hatte zum Glück schon das Vergnügen Rike persönlich kennenzulernen… zumindest ein bisschen. Ich liebe ihre Arbeiten. Ich liebe ihren Stil und wenn ich größtes Glück habe bekomme ich ENDLICH zum Geburtstag ihre wunderschöne Decke… Ich kann es kaum erwarten… und wenn nicht, dann kauf ich sie mir endlich selbst!!!
    Mach weiter so liebe Rike!!! Die deutschen Kreativen brauchen Menschen wie dich!
    LG Martina.

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