1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich bin Sophie Wanninger, 29, wohne und arbeite als Fotografin und Dozentin in München. Hier arbeite ich vor allem mit Musikern, Künstlern, Schauspielern, Designern, Teenies, etc. Meine Fotografie ist ein bisschen kitschig und nicht sehr kommerziell. Mir liegt es nicht, das zu machen, was gerade im Mainstream Trend liegt, andere machen das ganz wunderbar, aber ich höre lieber auf mein Bauchgefühl, als auf das was gerade angesagt ist. Die Arbeit mit meinen Studenten macht jedes Jahr zunehmend mehr Spaß und es ist sehr erfrischend die Welt durch ihre Augen zu sehen, auch wenn man einige manchmal aus ihren noch sehr jungen Träumereien wachrütteln muss.

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2.) Wie bist du dazu gekommen?

Während einem mehrjährigen Praktikum bei einem Stillife-Fotografen nach der Schule habe ich relativ schnell gemerkt, dass Fotografie als Medium für mich gut funktioniert, ich aber definitiv mehr mit Menschen arbeiten möchte, als mit Produkten.

Mit 18 denkt man noch nicht darüber nach, ob dieser Beruf dir einmal deinen Lebensunterhalt finanzieren kann, oder ob dir die Selbstständigkeit nicht einmal über den Kopf wächst. So habe ich dann relativ unbesorgt mein Studium durchgezogen, Auslandssemester in New York gemacht und mir durch assistieren ausgeholfen. Jetzt verfolge ich dieses Berufsziel seit 10 Jahren, ein Zurück gibt’s nicht mehr. An die Dozentenstelle bin ich durch einen sehr glücklichen Zufall und lieben Freund geraten, der mich netterweise weiterempfohlen hat.

„Ich versuche generell wenig in der Vergangenheit zu leben, für mich ist immer das spannendste Projekt das, an dem ich gerade arbeite.“

 

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich.. Konditorin, Köchin, Kunsttherapeutin. Früher wollte ich mal Schauspielerin oder Detektivin werden, dazu habe ich aber jetzt den Fokus schon zu sehr verschoben. Da muss man viel für üben.

b. Weil..Schmecken ist neben Sehen mein 2.- wichtigster und beanspruchtester Lieblingssinn.  Ich stehe auf  backen, (aus)probieren, dekorieren, anderen eine süße/kulinarische Freude zu bereiten. Ich habe gerne Freunde und Familie zu Besuch und das Essen ist meine Art, Liebe an meine Mitmenschen weiterzugeben. Hmmmm….

Kunsttherapeutin, weil ich anderen gerne helfe und zuhöre und ich glaube, dass durch die Arbeit mit Kunst die Seele beeinflusst werden kann.

 

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Ich versuche generell wenig in der Vergangenheit zu leben, für mich ist immer das spannendste Projekt das, an dem ich gerade arbeite. Im Moment arbeite ich mit Freundinnen an einem Projekt in München für das ich Frauen so portraitiere wie sie sind. Ohne Retusche oder Veränderung der Persönlichkeit. Es ist für mich unfassbar, dass man als Frau (natürlich nicht immer nur als Frau) immer noch wegen seinem Körper, Aussehen, Auftreten, Style, etc. diskriminiert wird. Das Projekt soll allen Frauen zeigen, dass man sich nicht schämen sollte, egal wie man aussieht oder lebt. Ob ein Mensch sich gut fühlt, sollte nicht von seinem Anders-Sein oder Normal-Sein abhängig sein. Was vor allem der jungen Generation da gerade auf Instagram oder anderen sozialen Medien vorgelebt wird, ist sowas von Realitätsfern und unecht. Das regt mich tierisch auf.

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5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Manchmal etwas verkorkst, trotzdem bunt und sehr fokussiert. Als Kreativer in München ist es etwas schwierig Arbeitsräume zu finden,  das  Teilen von Büros und Ateliers wird aber immer öfter gesehen. Trotzdem manchmal auch zu Preisen, die sich gerade junge Berufsanfänger nicht leisten können. So habe ich früher mein Zuhause noch als Studio genutzt, bis ich zum Glück ein ganz tolles Atelier gefunden habe.

Ausserdem ist es gerade in München schwieriger interessante Leute zu finden, als jetzt zum Beispiel in Berlin oder Hamburg. Ich bin sehr darauf angewiesen mit Menschen zu arbeiten, die besonders sind oder etwas Spezielles ausstrahlen. Viele von den tollen Typen und Typinnen gehen woanders hin, weil hier nichts geht. Dabei finde ich, ist es total wichtig, dass wir das ändern, damit hier endlich mal mehr Subkultur und Szene wächst. Und es geschieht immer mehr, man muss nur wissen wo und wie.

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Ich nominiere die Designerin Eli  Michiel von Elmi Design wegen ihrer schön verspielten Grafiken, Illustrationen und Letterings. Und als 2. Nominiere ich Alina Grasmann für ihre wunderbare Malerei.

© Fotos: SOPHIE WANNINGER


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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