1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich bin Silvia Knüppel, arbeite als selbstständige Produktdesignerin in Hamburg und bin Dozentin für Gestaltungsgrundlagen an der Hochschule Hannover.

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Für mich stand schon recht früh fest, dass ich entweder Kunst oder Design studieren möchte, ich dachte damals tatsächlich Design wäre die solidere Wahl. Es war schon immer irgendwie meine Leidenschaft.

„Ich verwende das Wort ‚Kreative/r‘ eher ungern“

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: Ehrlich gesagt bin ich kein großer Freund dieses sehr inflationär gebrauchten und überbewerteten Wortes, ich verwende es eher ungern –

b. Weil: Fast alle Berufe (wenn auch meist nicht gleich offensichtlich) „kreative“ Seiten aufweisen und auch der Beruf eines Designers mitunter oft sehr unkreativ ist – zudem ist nach meiner persönlichen Auffassung von „professionell angewandter Kreativität“ auch nicht jeder Designer wirklich kreativ nur weil er Designer ist.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Jedes neue Projekt ist in dem Moment an dem ich an ihm arbeite meist auch mein spannendstes Projekt. Projekte zu denen ich vielleicht am häufigsten befragt werde sind eventuell: der „Drückeberger“, ein Schrank komplett aus einem massiven Stück Schaumstoff, Einschnitte mit einem Messer machen ihn erst benutzbar, das „Pl(a)ywood cabinet“, eine Kommode die ausschließlich aus losen gestapelten Holzplatten besteht welche man unterschiedlich anordnen kann. Momentan wird sie in einer Ausstellung im Palzzo Michiel in Venedig im Rahmen der Architektur Biennale gezeigt. Die „Home Zoo Covers“ sind Überzüge für herkömmlich aufblasbare Badetiere.

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Auch meine Zeit als Assistentin bei der Mode- und Kostümdesignerin Oumou Sy in Dakar (Senegal), wo ich vor einigen Jahren ihre Modenschau auf der Dokuemnta 12 mit vorbereiten durfte, war für mich eine außergewöhnlich spannende und sehr lehrreiche Zeit. Seitdem betrachte ich die Welt (und die westliche Designwelt) mit anderen Augen.

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Deutschland bietet den sogenannten Kreativen viel Freiheit und Möglichkeiten, da bin ich sehr dankbar für. Im Vergleich jedoch zum Europäischen Ausland würde ich mir, speziell für die deutsche Möbelindustrie, noch mehr Mut und Innovationsbereitschaft wünschen.
In Deutschland wird noch immer sehr stark zwischen Kunst und Design unterschieden, im Gegensatz zu Ländern wie zum Beispiel den Niederlanden, dass finde ich schade – es sollte doch vielmehr um die Qualität der Arbeiten ansich gehen und nicht um tradierte Definitionen und Schubladen.
Ich nominiere die beiden Designerinnen Tanja Seiner und Katharina Wahl deren Arbeiten ich sehr schätze.

 

© Fotos: Pl(a)ywood cabinet: Frederik Busch, Drückeberger cupboard: Michael Anhalt, Home Zoo Covers: Rebekka Seubert, Portrait: Matthias Knüppel.


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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