1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Julia Stelzner, freie Journalistin und Texterin, in Berlin oder auf Reisen.

 

Deutschland ist geprägt von einem Faible für Präzision und klares, zurückgenommenes Design

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

So wie die meisten Kreativen wohl zu ihrem Job kommen: über ein wenig Talent, eine Hand voll guter Kontakte, plus zu Beginn auch hier und da mal eine kleine Akquise, sprich das Portfolio an Agenturen oder Themenvorschläge an Magazine verschickt. 

Chronologisch übersetzt: Gymnasium (erste Rap Lyrics und komische Kolumnen); Politik-Studium (Werbetexte, erst als Studentenjob, dann als Trainee); zwei Anstellungen in Werbeagenturen als Copywriter, eine davon in New York, und Schreiben eines privaten Blogs, der überraschend öffentlich wahrgenommen wurde, sodass nach und nach Anfragen für journalistische Texte folgten und ich nicht mehr länger nur „knackige Headlines“ schrieb, juhu.

 

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3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich:

Ganz ehrlich: Polizistin, besser Kommissarin, am besten Agentin

b. Weil:

a) zu viel James-Bond und Tatort geschaut b) Gerechtigkeitssinn gepaart mit einem Hauch Aktionismus. 

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Auch ganz klar mein Buch Berlin Fashion, welches 2014 beim Random House-Verlag in Deutsch und Englisch erschienen ist. Im Vergleich zu anderen Projekten hatte ich hier sowohl bei der Inhaltsentwicklung als auch beim Layout (1a gestaltet von Julia von Newniq) freie Hand. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag war prächtig und letztlich freue ich mich natürlich auch enorm, wenn ich es selbst im Buchhandel in Berlin, Mailand oder Paris entdecke oder mir Freunde Fotos schicken, die es beispielsweise in Sydney gesehen haben. 

 

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5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Auch wenn ich finde, dass der „Kreativbereich Deutschland“ heute nicht mehr nur noch länderspezifisch wahrgenommen werden darf, dafür arbeiten wir alle zu mobil und international vernetzt, ist der Standort Deutschland natürlich geprägt von einem Faible für Präzision und klares, zurückgenommenes Design; vor allem im industriellen Bereich. Auch denke ich, dass es hier in Sachen Förderung mittlerweile tolle Ansätze gibt. Was die Mikroebene angeht, freue ich mich in Berlin persönlich über ein konkurrenzloses Netzwerk und tolle Kolleginnen/Freundinnen wie Marlene Sørensen, Nicole Urbschat oder Alexa von Heyden.

 

Ich nominiere; fabulous friends first: Sonja Heiss, Filmemacherin und Autorin, weil sie nicht nur eine tolle Zuhörerin ist, sondern auch – mit einem sagenhaften Sinn für Humor – eine Menge zu erzählen hat und das, wie in ihrem neuen Kinofilm „Hedi Schneider steckt fest“, in tolle Bilder packt. Und Hanna Aden, Art Director und ehemalige Kollegin, weil ihr in Sachen anspruchsvolles und ansprechendes Design so schnell niemand etwas vormacht und weil wir bald wieder mehr zusammenarbeiten werden, was mich enorm freut.

 

© Portraitfoto: Kim Keibel


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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