1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Wir sind Sina und Jakob von jäll & tofta. Wir sind Produktdesigner aus Berlin und wir gestalten und produzieren unter diesem Namen unsere eigene Produktreihe, entwickeln Entwürfe und machen Einbauten im Interiorbereich.

„Es fühlt sich manchmal so an, als würden wir in einer Blase leben“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Dass wir im gestalterischen Bereich landen würden war uns beiden recht früh klar, trotzdem haben wir zu Beginn unserer Ausbildung einige Umwege genommen: Jakob ist erst einmal eine Weile durch Australien gereist, während Sina sich mit einem Germanistikstudium in Leipzig beschäftigt hat. Nach dem Entschluss für ein Produktdesign-Studium, haben wir Praktika bei Tischlereibetrieben absolviert und sind 2002 an der Fachhochschule Potsdam/University of Applied Sciences angenommen worden, wo wir uns direkt im 1. Semester kennen gelernt haben. Zum Produktdesign generell sind wir gekommen, weil wir beide, jeder auf seine Weise, vom Wohnraum und Nutzungskonzepten fasziniert sind.

arbeitsplatz_1   arbeitsplatz_2  Hier werkeln die Beiden fleissig an neuen Ideen.

3.) Vervollständige die Sätze:

Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich:

Sina: Das kann ich nicht sagen. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, der einem wie so oft erst später klarer erscheint. Dieses Leben mit diesen scheinbar unendlichen Möglichkeiten kann so anstrengend sein, deshalb setze ich mich lieber mit dem Ist-Zustand auseinander oder denke darüber nach, welche Wege ich gerne noch gehen möchte. Aber „was wäre gewesen, wenn ..“ ist ein zermürbender Gedanke finde ich.

middle_ddk

4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Unser Kinderbett Rocky! Die ersten Konzeptideen und Entwürfe haben wir in unserem gemeinsamen Diplom für „Nachhaltiges Produktdesign“ entwickelt. Das war 2009 und seitdem arbeiten wir stetig an diesem Produkt bzw. Projekt weiter, produzieren es mittlerweile in größerer Menge und vertreiben es weltweit. An diesem Produkt haben wir den Weg von der ersten Idee über das recht komplexe Herstellungsprozedere, die Vermarktung und den Vertrieb en detail kennen gelernt. In diesem Produkt steckt so viel Potenzial und wir haben dadurch in den letzten Jahren viel gelernt.

projekt
Hocker

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Wir haben wahnsinnig viele Möglichkeiten und Chancen, aber in Deutschland leben wir Kreativen immer noch eher unter uns. In Berlin wird uns das oft bewusst: es fühlt sich manchmal so an, als würden wir in einer Blase leben. Wir sind regelmäßig in den Niederlanden und Skandinavien. Spätestens im Vergleich zu diesen Ländern merkt man schnell, dass Gestaltung dort in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. In Deutschland ist Design noch immer Teil einer elitären Truppe.

 

Wir möchten Hanno Dannenfeldt und Kristina Friske vom büro minimal nominieren und Henrike Noetzold, freie Grafikdesignerin, allesamt aus Berlin.

 

© Produktfotos: Anne Deppe


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
 footer_ddk

Author

Write A Comment