1.) Wer bist du und was machst du wo?

Hi, ich heiße Jennifer Daniel und bin selbstständige Illustratorin, Comic Autorin und Designerin in Düsseldorf, genauer in Flingern. Von Bett und Arbeit trennen mich eine Straße und fünf Minuten Fußweg, dann bin ich im schönen Studio Rabotti. Anfang diesen Jahres habe ich mich mit Freunden zusammengetan – zum Studio Rabotti: ein siebenköpfiges Illustratoren-Power-Team, das nicht nur einen Raum, sondern auch die Leidenschaft zur Illustration teilt.

Wäre ich nicht Kreative, dann wäre ich etwas Anständiges geworden.“

 

Als Illustratorin liebe ich an meiner Arbeit, dass ich aus etwas Abstraktem, wie einer Idee oder Geschichte, eine visuelle Gestalt formen kann. Der Moment des Kreierens ist das Besondere für mich. Dabei können das Ergebnis, die Maltechnik oder Herangehensweise von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein. Je nachdem ob es sich um Illustrationen für eine Zeitschrift, einen detaillierten Lageplan, oder eine Seite für das nächste Comic handelt. Jede Gestalt braucht seine individuelle Form – die passende zu finden ist für mich eine willkommene Herausforderung.

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Handgemachte Oelkreide Illustration mit Frau

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Vor meiner Selbstständigkeit habe ich Kommunikationsdesign studiert, zwei Comics beim JaJa Verlag herausgebracht, als Designerin bei der Multimedia Agentur wysiwyg* gearbeitet und einige Ausstellungen realisiert. Bei meiner Arbeit als Designerin habe ich immer schon die Illustration mit einfließen lassen – seien es Icons oder interaktive Grafiken für Webseiten, illustrative Logos oder Infografiken. In meiner Arbeit profitiere ich häufig von meiner Vielseitigkeit und davon meine Stärken sinnvoll zusammenbringen.

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: etwas Anständiges geworden. Am liebsten würde ich als Wissenschaftlerin an der Beweisführung für ultrakomplexe und teils hoch philosophische Theorien, wie beispielsweise dem Aufbau der Materie, mitwirken.

b. Weil: Klingt gut und soll auch kreativ sein.

 

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Am spannendsten sind immer die Projekte, bei denen man seine Grenzen kennenlernt und überschreitet. Das ist sicher kein Alltag. Um hier zwei Projekte hervorzuheben, würde ich gerne meinen Comic „Earth unplugged“ erwähnen, welcher als Diplomarbeit entstanden ist und beim Jaja Verlag verlegt wurde. Und zum anderen bin ich sehr gespannt auf meine erste Einzelausstellung am 17. September in der Galerie1900. Für die Ausstellung habe ich völlig konträr zu meinem Alltag am Zeichentablett, eine Reihe von Bildern in Ölpastell gemalt. Ähnlich wie in meinem Comic zeige ich erzählende Motive und nicht abgeschlossene Objekte. Der Betrachter wird Zeuge eines Moments, aber die Geschichte dazu entsteht in seinem Kopf.

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5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Wenn man den Kreativbereich hinsichtlich der Akzeptanz von Illustration aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, kann Deutschland noch einiges lernen. Viele Unternehmen unterschätzen die Vorteile und Wirkung von Illustrationen, oder glauben sogar ihr Unternehmen oder Produkt könnte in Kombination mit Illustrationen nicht sachlich oder ernsthaft genug wirken. In anderen Ländern ist man da mutiger. Aber ich bin optimistisch, dass sich das ziemlich bald ändert.

Ich nominiere alle unglaublich talentierten Rabottis aus dem Studio Rabotti, die noch nicht die Ehre hatten ein Interview mit euch zu führen. Außerdem nominiere ich Fabrice Taieb, Tätowierer und Galerist, der so gut wie kein anderer Handwerk und Kunst miteinander verbindet. Und die unglaubliche Annette Köhn, welche, auch selbst Illustratorin, mit ihrem Jaja Verlag immer wieder für Furore sorgt.

© Fotos:  Josua Dunst


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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