1.) Wer bist du und was machst du, wo?

Wir sind Kristina Friske, Texterin & Hanno Dannenfeldt, Grafiker und leben und arbeiten zusammen mitten in Berlin. Wir haben großen Spaß am Zusammenspiel unserer beiden Disziplinen und merken immer wieder, dass erst die eine die andere richtig strahlen lässt. Weil wir zu zweit arbeiten und auf minimalistische Auf-den-Punkt-Lösungen stehen, haben wir uns buerominimal genannt. Tatsächlich wachsen wir aber gerade und suchen Leute, die mit uns zusammen arbeiten. (Wenn sich jemand angesprochen fühlt, gerne melden.)

„Der Tag, an dem man einen Behördenbrief gerne liest oder sich an der Gestaltung der Mehlpackung freut ist noch weit entfernt.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Kristina: Das Spiel mit Worten und ihrer Wirkung war schon immer meins. Nach dem richtigen Beruf habe ich trotzdem ganz schön lange gesucht. Nach meinem Germanistikstudium habe ich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit Agenturen zusammen gearbeitet und gemerkt, dass ich dringend die Seiten wechseln muss. Weg von denen, die zuarbeiten und briefen, hin zu denen, die sich wilde Gedanken machen dürfen. Ich habe gekündigt und ein Jahr an der Texterschmiede Hamburg gelernt. Heute finde ich es super schön, mit meinen Worten den richtigen Ton für Menschen, Projekte und Anliegen aller Art zu treffen.

Hanno: Ich wusste immer, dass ich Gestalter werden will. Ich wollte, dass die Dinge schön aussehen. Während meines Studiums und viel mehr noch danach habe ich gelernt, dass Gestaltung deutlich mehr Facetten hat, als die Oberfläche. Dass Gestaltung weit in viele andere Bereiche hinein wirkt, macht für mich den stärksten Reiz aus. Ich darf mich überall einmischen – Politik, Wirtschaft, Zwischenmenschliches, Kunst, Produkte, alles kann durch gute Gestaltung verändert und verbessert werden. Ich bin ein Weltverbesserer und habe dafür meinen Traumjob.

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Nicht nur die Arbeiten, sondern auch die Arbeitsplätze der Beiden sind sehr stilvoll.

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich:

Kristina: Buchhändlerin.

Hanno: Bäcker.

b. Weil:

Kristina: Weil man immer wieder über unbekannte Geschichten, Ideen und Gedanken stolpert. Und weil es Spaß macht, anderen das richtige Buch zu empfehlen. Ich habe mal im Buchladen gejobbt und bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch noch mal einen aufmache.

Hanno: Weil ich leidenschaftlich gerne Brot und Brötchen backe und mich an der Ursprünglichkeit dieser Kunst freue. Aber ich denke, dass ein guter Bäcker eigentlich auch ein Kreativer ist. Nicht kreativ zu sein, würde bedeuten, mir einen Job auszumalen, bei dem ich meinen Kopf morgens aus und im Bett lasse. Das kann ich nur manchmal, wenn die Sonne aufs Kopfkissen scheint.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Eines unserer schönsten Projekte war ein Bilderbuch für unsere Nichte Mila, in der wir ihr ihre Großfamilie vorgestellt haben. Das spannendste Projekt der letzten Zeit war sicher die Gestaltung für die Ausstellung „Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung“ im Jüdischen Museum Berlin. Wir haben viel Neues gelernt, haben diskutiert und dann auch polarisiert: Für unser Plakatmotiv (eine beschnittene Banane) sind wir viel gelobt aber tatsächlich auch beschimpft worden. Genau die Aufmerksamkeit, die wir uns gewünscht haben.

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5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

In Deutschland gibt es auf jeden Fall noch viel Raum für Kreativität! Gute Gestaltung und gute Texte begegnen einem nur in sehr wenigen Bereichen des Lebens. Der Tag, an dem man einen Behördenbrief gerne liest oder sich an der Gestaltung der Mehlpackung freut (wie man das z.B. in Schweden kann) ist noch weit entfernt. Insofern: Gut hier für uns. Noch viel zu tun und zu erleben. Wir arbeiten sehr gerne hier in Berlin. Es ist schon ein Luxus, direkt vor seiner Haustür immer wieder so vielen neue Ideen und Menschen von überallher zu begegnen. Und nicht zuletzt haben wir hier in Berlin eine super Kinderbetreuung, die es uns als Eltern überhaupt erst ermöglicht, zusammen selbständig zu sein.

Wir nominieren die Schmuckdesignerin Inga Krause mit KJELD Berlin, weil wir ihr über den Hof dabei zusehen können, wie sie sich in wunderschöne Schmuckstücke vertieft. Und Karsten Heller, der im Diamondpaper-Verlag tolle Künstlerbücher gestaltet und verlegt.   

© Fotos: buerominimal

 


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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