1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich heiße Melanie Raabe, und ich schreibe Romane! Seit mein Debüt, Die Falle, erschienen ist, kann ich tatsächlich von dieser schönen, aufregenden, anstrengenden, erfüllenden Arbeit leben. Wenn mich nun jemand auf einer Cocktailparty fragt, was ich so mache, dann kann ich tatsächlich den schönen Satz „Ich bin Schriftstellerin!“ sagen. Ich lebe und arbeite in Köln, genauer gesagt in Ehrenfeld. Viel am heimischen Schreib- oder Küchentisch, oft aber auch in Cafés.

„Wenn ich nicht vom Schreiben leben könnte, dann würde ich genau das machen, was ich früher gemacht habe: tagsüber jobben und nachts schreiben.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Bücher waren schon immer mein Liebstes, aber lange Jahre wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass ich vom Schreiben leben könnte. Nach meinem Studium (Medienwissenschaft und Literatur) habe ich erst einmal in Köln als Journalistin gearbeitet – und nachts Bücher geschrieben. Die habe ich zunächst ganz naiv an Verlage geschickt – und nur Absagen kassiert. Irgendwann habe ich mir eine Literaturagentur gesucht, die mich in der Buchbranche vertritt. Und endlich, mit dem fünften Manuskript, hat es geklappt. Kommt mir heute noch wie ein viel zu schöner Traum vor.

Die Schriftstellerin und ihre Romane

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: kreuzunglücklich.

b. Weil: Weil ich nicht schreibe, um zu leben, sondern weil ich lebe, um zu schreiben. Wenn ich nicht vom Schreiben leben könnte, dann würde ich genau das machen, was ich früher gemacht habe: tagsüber jobben und nachts schreiben. Hm, aber wenn ich aus irgendeinem Grund gar nicht mehr kreativ arbeiten könnte, dann wäre ich vermutlich Stuntwoman geworden. Mein Kindheitstraum. (Ich habe als Kind eindeutig zu oft Ein Colt für alle Fälle gesehen. Kennt die Serie noch jemand?)

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Das war definitiv mein neues Buch, Die Wahrheit. Die Arbeit an diesem Roman war außergewöhnlich intensiv und hat mir alles abverlangt, was ich erzählerisch draufhabe. Ich habe viel experimentiert, statt mich an Patentrezepte zu halten und die Erwartungen meiner Leser, die das erste Buch ja sehr mochten und es zu einem großen Besteller gemacht haben, komplett ausgeblendet. Entstanden ist dabei eine seltsame Liebesgeschichte, die als Thriller daherkommt. Ich habe es am Ende tatsächlich geschafft, genau das Buch zu schreiben, das ich immer schreiben wollte. Klingt vielleicht blöd, aber: Ich bin verdammt stolz darauf.

Schreibtisch mit Mac, Musik und Essen  Die Schriftstellerin Melanie Raabe aus Koeln Ehrenfeld bei einer Lesung Cover der Romane von Melanie Raabe

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Vielfalt. Neugier. Freiheit. Für mich als Autorin ist Deutschland der ideale Standort, denn Deutschland ist ein Land der Leser. Viele Menschen wertschätzen Bücher und Schriftsteller, kaufen noch regelmäßig im stationären Buchhandel, statt bei Amazon zu shoppen und besuchen gerne Lesungen oder Signierstunden. Wenn in Köln das Literaturfestival Lit.COLOGNE stattfindet, dann sind alle Tickets im Nullkommanichts weg. Das ist – trotz aller Probleme, mit denen die Buchbranche zu kämpfen hat – einfach großartig.

Ich nominiere die hypertalentierte Maria Gardizi. Und den überaus inspirierenden Modedesigner Chang13.

 

© Fotos: Porträt und Lesungsbild von Christian Faustus


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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