1.) Wer bist du und was machst du wo?

Ich bin Katharina Zink. Ich lebe in Berlin und betreibe dort das Label »the golden spleen« – ein Label für handgefertigten Porzellan- und gelasertem Holzschmuck. Für die Realisierung meiner Schmuckstücke pendle ich zwischen meinem Hinterhaus-Atelier und einigen freien Werkstätten hier in Berlin. Ich schätze es sehr, mich dort mit anderen Kreativen über Material und Techniken austauschen zu können und gemeinsam die Ausstattung wie Lasercutter, Keramik-Brennöfen oder Goldschmiedewerkplätze nutzen zu können.

„2009 packte ich meinen Rucksack und reiste ein Jahr um die Welt.“

 

2.) Wie bist du dazu gekommen?

Nach jahrelanger Arbeit als freie Grafik-Designerin war ich der vielen Arbeit am Computer und dem ständigen Kompromiss zwischen Design-Konzept und Kosteneffizienz müde und besann mich zurück auf die Dinge, die mir Freude bereiten und mich erfüllen: Handarbeit. Ich begann mit Siebdruck und genoss es, mir die Hände wieder dreckig zu machen und mich ohne Zeitdruck in einer handwerklichen Tätigkeit zu verlieren.

Holzschmuck von Katharina Zink aka the goldenspleen

Bienenwaben Design als Kettenanhaenger aus Holz

2009 packte ich meinen Rucksack und reiste ein Jahr um die Welt. Mit einem gefüllten Skizzenbuch landete ich zum Ende der Reise auf einer craft fair in San Francisco. Ich war so beeindruckt von der ansässigen handmade Szene und den kreativen Wegen, ihre Produkte völlig unabhängig von irgendwelchen großen Unternehmen herzustellen. Ich war entflammt und ich wußte, welchen Weg ich einzuschlagen hatte.

 

3.) Vervollständige die Sätze:

a. Wäre ich nicht Kreative/r, dann wäre ich: Weniger glücklich.

b. Weil: es so wäre, als würde man ein Kind zum Stillsitzen zwingen und ihm das Spielen verbieten.

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4.) Was war dein bisher schönstes, spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt und wieso?

Die Entstehung jedes einzelnen Stückes ist ungeheuer spannend. Von der ersten Skizze bis hin zum fertigen Produkt. Wird das Design im Zusammenspiel mit dem Material funktionieren. An welchen Stelle kann noch gefeilt und verbessert werden?
Besonders schön ist dann natürlich der Moment, das fertige Stück zum ersten Mal in den Händen zu halten bzw. anzuprobieren.

Besondere Glücksmomente sind für mich, wenn ich Rückmeldungen von Kunden bekomme. Wenn sie mir schreiben, was ihr persönliches Schmuckstück ihnen bedeutet: dass es seit Jahren das Lieblings-Schmuckstück ist, dass sie es zu ihrer Hochzeit tragen werden, dass es ein Geschenkwunsch der Tochter zur eigenen Taufe war, dass es ein besonderer Glücksbringer in einer schweren Zeit ist.

Postkarten mit Fuchs Illustration von Hand gedruckt

Der Porzellanschmuck wie das Blatt werden in Handarbeit gefertigt Die Porzellan Brosche Origamibird zeigt einen Vogel in Origami Optik

 

5.) Was macht den Kreativbereich Deutschland für dich aus?

Der Kreativbereich in Deutschland hat so viele Facetten – er umfasst sowohl große Werbeagenturen als auch kleine Maker-Label, er umfasst den Singer-Songwriter sowie den Sternekoch etc. Da ich hauptsächlich in der Maker-Szene unterwegs bin, kann ich am besten über diesen Bereich sprechen. Ich finde es großartig, dass es in Deutschland immer mehr offene Werkstätten und coworking-Büros gibt. Hier wird jedem einzelnen der Zugang zu Technologien und Maschinen geboten, den er sich alleine nie ermöglichen könnte. Es findet ein Austausch von Ideen und Erfahrungen statt – ein kreatives Geben und Nehmen. Und auch wenn jeder an der Verwirklichung seines eigenen Projektes arbeitet, empfinde ich diese Szene als recht familiär und es bestärkt mich, zu sehen, wie andere ihren Pfad abseits von großen Unternehmen und Konzernen einschlagen und sich ihre ganz eigene Vision erfüllen.

Ich nominiere die Illustratorin Anne Grön. Ihre Arbeiten sind unglaublich stilvoll und faszinieren mich jedes Mal von Neuem durch ihre Kraft und die vielen feinen Details.

Und ich nominiere Singer-Songwriter Jz James, der mich mit seiner ehrlichen und handgemachten Musik begeistert. Seine Form des Geschichtenerzählens entführt mich in andere Welten und bringt mich an Orte zurück, die ich schon mit ihm zusammen bereist habe.

 

© Fotos: the goldenspleen


Getreu dem Motto „Zeigt her eure Arbeit“ zeigt die Initiative „Deutschland, deine Kreativen“ Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche. Dafür hat Newniq ursprünglich 5 Kreativschaffende aus unterschiedlichen Bereichen nominiert und gebeten, 5 Fragen zu beantworten und wiederum jeweils 2 neue Kreative zu nominieren, die das Spiel weiterführen. Im Schneeballsystem geht es immer weiter, bis sich die Deutschlandkarte nach und nach mit interessanten Persönlichkeiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft füllt – quasi „der digitale Hermannkuchen der Kreativbranche“.
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