Der schöne Punkt, an dem Nachhaltigkeit und Zuneigung aufeinander treffen – Jana Ahrens über die Liebe zu den Dingen

Gerade wurde eine neue Studie veröffentlicht und es scheint, als sei Greenpeace noch immer auf die Rolle des Boten für schlechte Nachrichten abonniert: Wir Deutschen haben insgesamt um die 5,2 Milliarden Kleidungsstücke im Schrank und tragen davon 40 Prozent ungefähr selten oder nie. Aus- und umsortiert wird dementsprechend häufig und schnell.

Das sich diese Analyse nun ausgerechnet auf Kleidung bezieht ist nur eine Zuspitzung. Denn wenn wir ehrlich sind, macht es auch ganz schön viel Spaß die Wohnung neu zu dekorieren. Oder den innovativen neuen Kaffeekocher auszuprobieren. Oder diese coole neue Bettwäsche mit dem Trend-Design als Schnäppchen zu erstehen. Doch genug der Selbstkritik: Das es haufenweise Kaufanreize um uns herum gibt, ist schließlich nichts Neues. Gibt es dabei einen Weg unser Konsumverhalten so zu steuern, dass wir ohne schlechtes Gewissen und mit Zuversicht kaufen?

Es gibt Zertifikate, regionale Produkte, kleine Auflagen und unabhängige Designer. Das alles ist ein guter Anfang. Hier können wir uns ein bisschen sicherer fühlen. Doch aus meiner Sicht ist da dieser eine Aspekt, der die Sache viel einfacher macht, einfacher und übersichtlicher: Unsere Liebe zu den Dingen.

 Holzbild mit Fraesung Time to drink champagne  schlichte geometrische Goldkette an silberner Kette

Denn wenn wir den Gegenständen um uns herum die Zeit geben uns ans Herz zu wachsen – weil wir sie nicht nur nutzen, sondern auch pflegen, reparieren und weiterentwickeln – dann gewinnen wir gleich doppelt. Unsere Wohnung, unsere Outfits und unser Stil bekommen einen Charakter, der sich individuell den Änderungen unseres Lebens anpasst und nicht den Änderungen von Trends. Dem wohnt etwas ganz Eigenes inne, daraus entsteht eine Beziehung zu unserem Umfeld. Obendrein gewinnen die Dinge, die uns umgeben, immer mehr an Wert.

Die Kupferschale von Lali Design ist faltbar

  Designer Tisch aus Marmor und BeistelltischMinimalistische Kette mit Messingstab von Cold by

Wenn alles gut läuft kaufen wir dadurch seltener Neues, dafür aber Besseres. Und selbst wenn dann ab und an ein IKEA-Teil oder eine Nike-Schuh im Warenkorb landet: Pflegen wir diese und behalten wir sie länger, können sie uns ähnlich ans Herz wachsen wie die großen, teureren Anschaffungen und wir richten sicherlich weniger Schaden an, als wenn wir kontinuierlich Neues erstehen.

Dieser Ansatz ist deshalb so einfach und gut, weil er die Macht über nachhaltiges Konsumieren wieder zu 100% in unsere Hände legt. Wir müssen uns nicht mehr fragen ob dieses oder jenes Zertifikat glaubhaft ist. Wir müssen nicht ständig recherchieren ob das Holz der lokal produzierten Möbel denn nun auch aus der Gegend kommt, oder ob es von der anderen Seite der Welt eingeflogen wurde. All das ist interessant aber nebensächlich, wenn wir uns vor allem darauf konzentrieren neue Anschaffungen darauf zu prüfen, ob sie die Chance haben lange zu bleiben und uns ans Herz zu wachsen.

Strick Designstueck als Beispiel fuer die Liebe zu den DingenTextilien und die Liebe zu den Dingen ein Text von Jana Ahrens

Das macht diese Idee zeitlos und völlig unabhängig von wechselnden Trends am Design-Markt. Die Liebe zu den Dingen verbindet so die zukunftsweisende Idee der Nachhaltigkeit mit dem traditionellen Verhalten gründlicher Pflege und Wissen um Materialien. I love it.


Gastbeitrag von unserer lieben Jana Ahrens von Plique <3

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