Wer den Namen Franziska Klee kennt, der weiss sofort: Hier geht es um individuelle Ledertaschen, superschöne Babyschuhe und andere Lederaccessoires. Was Franziska und ihr Mann aber auch haben, ist ein wunderschönes Ladenlokal. Designt wurde es vom großartigen Studio Oink aus Leipzig. Wir haben die Designerin zum Interview gebeten.

01. Wer bist du und was machst du wo?

Ich bin Franziska Klee und betreibe in Leipzig ein Fair Fashion Label, das sich auf Taschen und Accessoires aus pflanzlich gegerbten Naturleder spezialisiert hat. Dafür kombinieren wir klassisches Handwerk mit neuen Ideen. Gerne gebe ich meinen Kunden den Freiraum, Designs nach ihren Anforderungen anzupassen. Letztendlich ist es mein Wunsch, wahre Lieblingsstücke zu erschaffen, an denen man lange Freude hat und mit denen man eine Menge erleben kann.

Das Team von Franziska Klee aus Leipzig
Der Designstore von Franziska Klee ist vom Studio Oink aus Leipzig gestaltet worden
Lederaccessoires wie Babyschuhe und Geldboersen im Laden von Franziska Klee in Leipzig

02. Wie bist auf die Idee gekommen ein Ladenlokal zu eröffnen?

Die Idee endlich einen „Laden“ zu eröffnen, ist eigentlich eine logische Konsequenz. In den letzten drei Jahren ging es in meinem Leben ziemlich turbulent zu. Ich bin von München in die nähere Heimat gezogen, habe meinen eigentlichen Job als Chemielaborantin an den Nagel gehangen, um mich voll auf meine Taschen zu konzentrieren. In der Zeit bin ich auch zweifache Mutter geworden. Mein Label hat sich in dieser Phase unglaublich weiterentwickelt, da ich nicht zuletzt durch meine Kinder viel konsequentere Entscheidungen treffe. Das Thema Transparenz und Nachhaltigkeit ist mir dabei besonders wichtig. Ich wollte nie nur eine reine Verkaufsfläche haben. Wer eine Tasche bei mir kauft, soll auch mit eigenen Augen sehen können, wie sie produziert wurde. Außerdem: Wo gibt es das denn heute noch, dass man direkt mit einem Hersteller oder Designer ins Gespräch kommt und ein Produkt maßgeblich beeinflussen kann? Ich fühle mich in dieser Nische sehr wohl, denn große Hersteller können diesen persönlichen Austausch nicht wirklich bieten.

Letztendlich ist der Laden aber auch Mittel zum Zweck. Mir ist schon klar, dass mein Atelier im Norden Leipzigs nicht von Kunden überrannt wird. Das Atelier ist auch so gestaltet, dass es viele gute Fotomotive für Instagram & Co. abwirft, denn dort ist eigentlich meine Ladenzeile.

 

Schwebender Thresen: Interior im Design Store in Leipzig von Franziska Klee
Das Interiordesign im Laden von franziska Klee in Leipzig uebernahm Studio Oink

03. Wie hast du dich an den Umbau herangewagt?

Ehrlich gesagt ziemlich blauäugig, dafür mit einem Happy End. Vorher hatte ich einen Arbeitsraum in der eigenen Wohnung. Das war ziemlich anstrengend, da man nie so richtig abschalten konnte. Mit ein bisschen Glück und einem Hinweis von Freunden, haben wir unsere Wunschadresse gefunden. Unten ein seit vielen Jahren nicht mehr genutztes Büro, oben im zweiten Stock eine Wohnung, die frei wurde. Die Kombination war einfach perfekt, obwohl noch so unglaublich viel gemacht werden musste. Unser künftiges Atelier begrüßte uns damals noch im Stil des 90er Barock mit Styropordecken, Lamellenvorhängen und einem Pappmaché-Tresen in Steinoptik. Hätte ich gewusst, wie anstrengend es ist, ich hätte es vielleicht nicht gewagt. Nicht nur einmal hing unser Projekt am seidenen Faden. Zum Beispiel musste eine Wand herausgerissen werden, doch der Statiker hatte Zweifel und konnte am Ende mit Ach und Krach und zwei Stützbalken doch noch grünes Licht geben. Dann entpuppte sich die Decke aus Lehm und Stroh als ziemlich bröckelig, die Elektrik als sagen wir mir mal abenteuerlich und die Handwerker, die wir für das Projekt gefunden hatten als apokalyptisch und wenig konstruktiv.

04. Du hast mit dem tollen Büro „Studio Oink“ zusammen gearbeitet. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Lea und Matthias von Studio Oink waren es, die den Horrorfilm in eine kitschige Romanze verwandelt haben. Als ich frisch in Leipzig ankam, hatte ich die Beiden zufällig bei Instagram entdeckt. Wie bei einer Art Blind Date haben wir uns dann kennengelernt. Daraus entstand dann eine enge Freundschaft. Sie waren es auch, die uns den Tipp zur Immobilie gegeben haben. Und als es nicht gut aussah, haben sie mir trotz ihrer vielen Projekte geholfen und über ein Viertel Jahr diesen kreativen Ort geschaffen.

05. Hast du mit Moodboards gemacht oder den Profis voll vertraut?

Unsere Geschmäcker sind ziemlich ähnlich, so dass wir nach jedem Treffen tausend neue Ideen hatten. Die Grundüberlegung war es, einen Raum im Raum zu erschaffen, der den Showroom klar vom Handwerk abgrenzt und doch offen zugänglich ist. Moodboards haben uns geholfen, die vielen Wünsche zu strukturieren, danach folgten erste Zeichnungen und Farbproben. Ich bin sehr glücklich über die professionelle Hilfe der Beiden. Ich weiß, wie man Taschen herstellt, so einen inspirierenden Ort wie diesen, hätte ich alleine aber nie hinbekommen. Das Vertrauen hat sich ausgezahlt.

06. Was hat euch an deren Stil besonders gefallen?

Lea und Matthias von Studio Oink schaffen helle und warme Räume, in denen man sich einfach wohlfühlt. Sie lieben klare Linien und kleine Überraschungen, die einem erst beim näheren Hinblick auffallen. Gleichzeitig arbeiten sie hauptsächlich mit natürlichen Materialien. Das sind Werte, die uns beide eint.

Organisiertes Shopdesign: Leder Lager von Fransika Klee
Aussenfassade vom Ladenlokal von Franziska Klee in Leipzig
Shopdesign in Pastell von Studio Oink im Laden des Taschenlabels Franziska Klee

07. Was war beim Umbau besonders herausfordernd?

Wie schon erwähnt, hat der 90er Barock in einem 30er-Jahre-Haus uns ganz schön zu schaffen gemacht. Anstrengend fand ich auch die Übergangszeit, denn der Umbau hat ein viertel Jahr gedauert. Es war nicht leicht schwanger zu sein, auf einer Baustelle zu arbeiten und unser kostbares Leder vor Staub und Schmutz zu schützen.

08. Und welche Geschichte war die Schönste?

Ich denke, wir haben unseren Familien schon einiges an Nerven gekostet. Trotzdem ist es unglaublich, wie bedingungslos wir in der komplizierten Phase unterstützt wurden. Dass der Laden letztendlich so schön wird, hätten sie sich wahrscheinlich nie träumen lassen.

Ledertaschen made in Germany von Franziska Klee aus Leipzig
Franziska Klee macht per Hand die Babyschuhe aus Leder mit viel Liebe zum Detail
Die Gestaltung des Design Shops von Franziska Klee uebernahm das Studio Oink

09. Gibt es etwas, was du im Nachhinein anders machen würdest?

Wir sagen ja gerne und oft „Das kann ich auch“ oder „ Das mache ich selbst“. Seit dem Projekt bin ich davon ein wenig geheilt. Es ist unglaublich befreiend, wenn man Dinge guten Gewissens abgeben kann.

10. Was plant ihr in der Zukunft?

Mit unserem offenen Atelier ist auf jeden Fall Platz für neue Ideen geschaffen worden. Wir wollen weiter an unserer Kollektion arbeiten und mit innovativen, nachhaltigen Materialien experimentieren. Toll ist, dass wir dafür unser Team erweitern konnten. Mit unserer neuen Mitarbeiterin Eva bekomme ich Hilfe an der Nähmaschine, meine Schwester hilft mir beim Zuschnitt und ab Februar steigt mein Mann ein. Wir sind ein richtiges kleines Familienunternehmen.

Vielen Dank Franziska für die schönen Antworten.


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