01. Wer bist du und was machst du, wo?

Ich heiße Sarah Johann, lebe in Berlin und habe mich 2014 mit meinem Taschenlabel Sarah Johann selbstständig gemacht.

Das Atelier von Taschendesignerin Sarah Johann
02. Was wolltest du eigentlich mal werden als du klein warst und warum bloß?

Als Kind wollte ich Geigerin werden. Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu spielen, war im Orchester, hatte später auch Klavierunterricht. Musik war immer eine große Leidenschaft.

03. Was magst du an deiner Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Kreativ arbeiten zu können finde ich unheimlich erfüllend. Angefangen mit Ideen, die vage im Kopf kreisen, die Übersetzung in ein konkretes Design und am Ende ein tatsächliches Produkt in den Händen als Teil einer stimmigen Kollektion – das ist wahnsinnig toll. Wenn es dann auch der Zielgruppe gefällt, macht das sehr glücklich. Gerade der Prozess bis zum finalen Modell ist nervenaufreibend und spannend zugleich. Natürlich klappt nicht immer alles so, wie man es sich in der Skizze vorstellt, aber gerade dadurch entstehen wieder neue Ideen. Die intensive Auseinandersetzung mit Materialien und Formen gefällt mir sehr.

Der Rucksack aus Leder und Baumwoll Der Tote Bag von Sarah Johann mit Riemen aus gegerbtem Leder
04. …und was überhaupt nicht? 

Ganz klar: die Buchhaltung.

05. Was ist dein wichtigstes Arbeitsutensil?

Nähmaschine:)

Handgefertigte Taschen aus Kreuzberg von Designerin Sarah Johann

An der Naehmaschine werden die Designs der Handtaschen und Rucksaecke umgesetzt

06. Was ist das Schönste an deinem Arbeitsplatz?

Der Ausblick aus meinem Atelier im 5. Stock. Ich finde es wunderbar, so weit oben zu arbeiten und den Himmel sehen zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob ich gut im Erdgeschoss arbeiten könnte.

Fuer die Kreativitaet: Der Ausblick vom Atelier in Berlin aus
07. Woher bekommst du deine Ideen? Was inspiriert dich?

Das kann ganz unterschiedlich sein… Mich inspirieren zum Beispiel bestimmte Strömungen aus Architektur und zeitgenössischer Kunst, der Besuch von Ausstellungen… Mein Freund ist bildender Künstler, daher gibt es bei uns quasi permanent einen natürlichen kreativen Austausch.

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

Oh was ganz Dämliches… Gleich zu Anfang des Jahres ist mir eine schwere Schere so unglücklich auf den Fuß gefallen, dass eine Strecksehne durchtrennt wurde und ich dann erstmal operiert werden musste. Dadurch konnte ich sechs Wochen nicht an der Nähmaschine arbeiten, obwohl ich so motiviert war. Sehr frustrierend!

 

„Als komplette One-Woman-Show kommt man einfach irgendwann an zeitliche Grenzen“

 

09. Was ist dein nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Ich plane gerade einzelne Produktionsschritte auszulagern, damit ich meinen Vertrieb noch verbessern und auch größere Bestellaufträge ohne Dauernachtschicht annehmen kann. Das ist nicht ganz so easy, gerade hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, weil ich an meinen Grundsätzen festhalten will und den Großteil der Produktion weiterhin selbst begleiten möchte. Aber als komplette One-Woman-Show kommt man einfach irgendwann an zeitliche Grenzen.
Ansonsten freue ich mich total auf April – da werde ich zum zweiten Mal auf der Blickfang Design Messe ausstellen, in München, und auch einige neue Modelle präsentieren.

10. Was war das letzte, was dich an Berlin (e.g. in deinem Heimatbezirk Berlin-Kreuzberg) so richtig fasziniert hat?

Ich gehe wahnsinnig gerne Kaffee trinken und bin immer wieder begeistert vom riesigen Angebot und der Kaffeekultur in Berlin. Gerade hier in der Ecke Kreuzberg/Neukölln ist man umgeben von so vielen exzellenten Läden – das Five Elephant, das Roamers oder Katies Blue Cat… Diese Internationalität und vielen unterschiedlichen Einflüsse führen zu einer so hohen Qualität – das möchte ich nicht mehr missen.

11. Was du der Welt schon immer mal sagen wolltest:?

Peace please!

© Fotos: Sarah Johann


Liebe Sarah vielen Dank. Einen Blick in die Arbeiten von Sarah findet ihr hier.

Author

Write A Comment