01. Wer bist du und was machst du, wo?

Hallo, ich bin Anne Wenkel, freischaffende Illustratorin und Künstlerin aus Berlin. Und das ist ein Text über mich: Anne Wenkel mischt verschiedene Materialien und Techniken wie Holz- und Linolschnitt, Zeichnung, Collage, Kalligraphie, teils erweitert um digitale Elemente. Mit visuellen und erzählerischen Wurzeln von Burkina Faso bis Mexiko, offen für vieles, immer handgemacht und immer Position beziehend, arbeitet Anne Wenkel ebenso an freien persönlichen Arbeiten, wie an kundenbezogenen Aufträgen. Der größte Einfluss auf ihre Arbeit ist die Liebe zum Reisen, das Betrachten der Welt mit offenen Augen, und die Faszination für all die  Inspiration die man in verschiedenen Kulturen und an jeder Ecke entdecken kann. Derzeit arbeitet Anne Wenkel an Ihrem zweiten Buch, „Taco Tales“, illustrierte Rezeptgeschichten aus Mexiko, welches im Herbst 2017 im Jaja Verlag erscheinen wird.

02. Was wolltest du eigentlich mal werden als du klein warst und warum bloß? 

Das ist einfach – ich wollte schon immer irgendwie Malen. Warum? Weil ich mir dadurch die Welt so hinbasteln konnte, wie ich wollte. Oder weil ich andere Kinder doof fand und lieber alleine vor mich hin gebastelt hab? Oder beides. Auf jeden Fall habe ich schon immer gemalt, gebastelt und gezeichnet.

 „Ich mag, dass ich vorher oft nicht weiß wie es am Ende genau werden wird“

TacoTales Flyer von Illustratorin anne Wenkel

Handgemachte Illustration aus Berlin

03. Was magst du an deiner Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Ich mag den Prozess der Kreation, dass ich vorher oft nicht weiß wie es am Ende genau werden wird, die Überraschung und den Zufall, der bei der Arbeit mit den Händen und verschiedenen Materialien entsteht. Ich mag, es Geschichten zu illustrieren und bei der Recherche Dinge zu erfahren, die ich vorher nicht gewusst habe, in allen möglichen Themenbereichen. Das ist so, als würde man immer in die Schule gehen (also der schöne Teil der Schule, der Wissenserwerb). Ich mag das Gefühl im Kopf, wenn sich ein Bild in die richtige Richtung entwickelt. Das ist so wie beim Niesen, wenn es kribbelt in der Nase und dann endlich irgendwann rauspoltert.

04. …und was überhaupt nicht?

Hmmm, schwierig. Ich mag nicht, wenn manche Bilder nicht gelingen wollen und eine längere, schwierige Geburt sind. Das können lange unglückliche Tage sein, bei denen ich alles anzweifle. Auch wenn ich weiß, dass das dazugehört und am Ende alles gut wird. Aber ohne diesen Prozess gibt es keine Entwicklung. Umso schöner ist es, wenn die Entwicklungsphase vorbei ist und ich gefunden habe wonach ich suchte.

05. Wie würdest du deinen Illustrationsstil beschreiben?

Puh, so ne Fragen immer… Ich Versuchs mal mit Stichpunkten: handgemacht, rauh, authentisch, unperfekt, schrabbelig, nicht süß, kraftvoll und oft mit Handschrift dran…. irgendwie so.

06. Was ist das Schönste an deinem Arbeitsplatz?

Die Kuddelmuddelwand mit ganz vielen Schnipseln und Erinnerungen, Experimenten, inspirierenden Reisemitbringseln und Kinderzeichnungen.

07. Woher bekommst du deine Ideen? Was inspiriert dich?

Tatsächlich irgendwie alles. Im richtigen Betrachtungswinkel kann jeder Lichtstrahl, jedes Lied, jedes Buch oder Gespräch, inspirierend sein.

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

Eigentlich nix. Wirklich nich. Irgendwie läufts immer, wenn auch auf und ab.

09. Was ist dein nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Derzeit arbeite ich an einem illustrierten Kochbuch mit mexikanischen Rezeptgeschichten. Es wird im Herbst beim Jaja Verlag erscheinen.

Das Tattoo Motiv von Illustratorin Anne Wenkel
Foto: Andreas Kannengiesser

10. Hat sich deine Arbeit verändert seit du ein Kind hast? Hat sich vielleicht auch dein Stil geändert?

Die Arbeit muss jetzt innerhalb eines relativ kleinen Zeitfensters passieren. Das ist mir am Anfang sehr schwer gefallen, weil es eigentlich gegen das Wesen kreativen Schaffens ist. Die Muse kommt ja nicht auf Knopfdruck auf den Schreibtisch geflogen. Mit ein bisschen Geduld und Disziplin geht das aber eigentlich ganz gut mittlerweile, manchmal vielleicht sogar besser, als wenn man sich bis und die Nacht hinein treiben lassen kann.

11. Was du der Welt schon immer mal sagen wolltest?

Du bist schön, Welt.

 

Danke Anne für das nette Interview!


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