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Nihombashi – Berlin’s besonderer Sushi Laden, ausgefallenes Interior und die Liebe zu Japan

Nihombashi? Da musste ich doch zweimal nachfragen, um sicher zu gehen, dass ich da nicht irgendeinen meiner berühmten Wortdreher ausspreche. Doch so heisst es wirklich, das neue Sushi Restaurant in Berlin’s Mitte. Bei dem Restaurant handelt es sich nicht um ein weiteres, x-beliebiges japanisches Lokal, sondern um einen echten Hingucker. Und mit einem echten Hingucker meine ich, dass unserem Auge dort endlich mal wieder eine Alternative zu den dann doch so oft gesehenen 08/15 Interior-Konzepten geboten wird. Nicht, dass ich vielleicht nicht auch in das Designschema xy verfallen würde, wenn ich mich um eine Interior-Ausstattung eines Ladens kümmern müsste, aber wenn man sich im Nihombashi so umschaut, macht es einfach Spaß! Ganz leise und fast schon heimlich hat der Gründer und Geschäftsführer Axel Burbacher-Burzin vor einigen Wochen die Türen zu seinem Lokal geöffnet. Wir haben uns also selbst einmal umgeschaut und die Architekten des Ladens, Peter Behrbohm und Yana Kyuchukova, zum Gespräch gebeten, um mehr über das interessante Interior à la „Memphis Design lässt grüßen“ herauszufinden.

THONET around the world.

Charlie Chaplin saß in seinen Filmen auf ihm, Marilyn Monroe bei Shootings und Pablo Picasso wippte im Ringelshirt in der Schaukelstuhl-Variante. Und ich bin mir sicher, dass fast jede*r von euch schon einmal auf ihnen gesessen hat: Stühle vom Traditionsunternehmen Thonet. Sie lassen sich aus dem Interiorbereich nicht mehr wegdenken und mein Designerherz pocht ein wenig lauter, wenn ich an die zeitlosen Designs denke. Die von Michael Thonet 1819 in Boppard am Rhein gegründete Tischlerei ist uns wahrscheinlich durch zwei Designklassiker dauerhaft im Kopf: Der Wiener Kaffeehausstuhl aus gebogenem Bugholz und dem Freischwinger aus Stahlrohr. Beide Stühle hören sich jetzt nicht so wahnsinnig interessant an, aber es steckt mehr dahinter als man denkt und als großer Fan der Marke Thonet, werde ich euch nun einen kleinen, feinen Vortrag darüber halten, was die zwei Klassiker so ausmacht. Stifte und Hefte raus, es geht los:

Tiger Bar? Panama Restaurant? Wir haben das neue Interiorkonzept Berlins unter die Lupe genommen.

Berlin ist um ein Restaurant mit besonderem Interior-Konzept reicher. Das Panama Restaurant ist das dritte Lokal von Inhaber Ludwig Cramer-Klett, der in Berlin bereits das Katz Orange und das Candy on Bone erfolgreich führt. Das Panama liegt im Bezirk Tiergarten in einem denkmalgeschützten alten Fabrikgelände und ist etwas anders als die vielen Gastro-Formate in Berlin.

Schon auf den ersten Blick fällt einem die besonders gemütliche, hübsche Zusammenstellung von Mobiliar samt Designklassikern und Deko-Objekten auf und macht neugierig auf mehr. Das „mehr“ wollten Julia und ich uns nicht nur bei Instagram und Co ansehen – denn dort stolpert man schon seit einiger Zeit über schöne Bilder der Location – sondern wir wollten auch etwas dazu erfahren. Was steckt hinter dem Interior-Konzept und was sind die Design-Highlights im Restaurant? Ach ja, und warum das Panama eigentlich kein Restaurant ist, sondern viel mehr als das? Endlich haben wir es geschafft und mit Benjamin von Panama zusammengesessen und mehr erfahren. Here you go:

Ihr habt hier verschiedene Räume im Panama. Kannst du uns sagen, was was ist?

Klar, im Erdgeschoss und im 1. OG befindet sich das Panama, unser Restaurant. Draussen siehst du den Innenhof, dahinter die Remise (ein ehemaliger Pferdestall), der bald als Tiger Bar eröffnet wird und oben gibt es demnächst unseren private dining Room, den Bärensaal, für besondere Anlässe. Der ist bereits fertig, wird derzeit noch eingerichtet.

Eingedeckter Tisch mit Blick auf die Altbau FensterGemuetliche Sitzecke mit Designer Stehlampe

Design Wandknoten aus Handarbeit schmuecken die Wand im Oh Panama  Pflanzen und Gruentoene vermitteln suedamerikanischen FlairAufgang zum 1. OG im Oh Panama Berlin  Tischlampe im Tropenstyle

Wer war verantwortlich für das Design-Konzept und wie ist es entstanden?

In erster Linie war das Ludwig selbst zusammen mit den beiden Innenarchitektinnen Nora Witzigmann und Karoline Butzert. Die Idee von Ludwig war, vertraute Materialien und Formen mit exotischen Elementen und unerwarteten Details zu kombinieren. Er wollte mit heimischen Materialien ein mittelamerikanisches Gefühl zaubern. Und zeigen, dass es dazu nicht unbedingt eine Palme oder edles Teakholz braucht, sondern dass man eigentlich mit den Materialien hier vor Ort – wie zum Beispiel Buche – auch ein Gefühl kreieren kann, das ein bisschen Fernweh aufkommen lässt.

Geometrischer Spiegel als WandbildJulia von Newniq beim Fotoshooting im Oh Panama

Von Ludwig’s Idee hin bis zum fertigen Panama, ist alles so geworden wie geplant?

Oh nein! Zwischen den ersten Entwürfen, die wir erhalten haben bis zum jetzigen Endresultat, da liegen Welten dazwischen (lacht). Insgesamt wurde das ursprüngliche Konzept bestimmt fünf bis sechs Mal verändert. Im Prozess sind immer neue Ideen hinzugekommen und wir haben oft festgestellt, dass Dinge nicht so hineingepasst haben, wie wir es uns vorgestellt haben.

Beispielsweise hatten wir Stoffe bestellt, die auf der Rolle ganz toll aussahen. Im Restaurant oder an den Möbeln hat es dann einfach nicht gewirkt, wir haben es also ausgetauscht und weiter optimiert. So war es mit vielen Dingen und Materialien, bis es schlussendlich so aussah wie jetzt. Alle hier verwendeten Materialien, das Licht und die Objekte, das ist nicht inszeniert, sondern wie zu Hause, ein Wohlfühlort den wir geschaffen haben. Und der gefällt uns gut.

Habt ihr euch an anderen Restaurant Interior-Konzepten orientiert, oder euch davon inspirieren lassen?

Eigentlich nur insofern, es nicht so zu machen wie andere. Wir haben natürlich nicht versucht auf Teufel komm raus alles anders zu machen, aber wir wollten schon einen besonderen Ort schaffen, der sich mit seinem Design von anderen Interior-Konzepten abgrenzt.

Kakteen in stylischer Haengevorrichtung  Judith von Newniq macht Pause im Oh PanamaSchickes Interior in Berlin Potsdamer Strasse  Gemoetrisches Design in der Sitzecke im Oh Panama

Hier im Raum gibt es viele verschiedene Design- und Kunstobjekte. Zu welchem dieser Stücke gibt es eine besondere Geschichte zu erzählen?

Eigentlich gibt es zu jedem dieser Stücke eine tolle Geschichte zu erzählen (lacht). Die meiner Meinung nach spannendste Geschichte lässt sich zu dem Bild hinter uns erzählen. Das ist von Julius von Bismarck. Von ihm haben wir dieses Bild und oben im 1. Obergeschoss das Dschungelbild. Wir spielen gern mit den Sinnen und mit der Wahrnehmung der Menschen. Das bedeutet, es ist nicht alles so wie es auf den ersten Blick scheint. So ist es auch bei diesem Bild. Man sieht auf den ersten Blick eine Wüstenlandschaft, Felsen, Kakteen. Der Hintergrund ist allerdings der, dass der Künstler die komplette Landschaft weiss angesprüht hat und anschliessend die Eingeborenen gebeten hat, die Landschaft aus deren Erinnerung mit Acryl nach- und anzumalen. So ist beispielsweise dieses Bild entstanden.

Wuestenbild von Julius von Bismarck vor gruenem Sofa

Eine andere schöne Geschichte lässt sich zu der Uhr von Alicja Kwade erzählen. Auch hier liegt der Fokus wieder auf der Betrachtung der Dinge. Da kann man ewig lang draufschauen und überlegen, ist das jetzt nur die Uhrzeit oder was hat es damit auf sich? Man braucht eine Weile um zu begreifen, wie sie funktioniert. Der Sekundenzeiger läuft erst einige Zeit in Echtzeit und wird dann immer langsamer, bis er die Minute durch hat. Es ist immer die Betrachtung der Dinge, die sie nochmal in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Die Lampe „das schwarze Loch“ im Obergeschoss ist von Björn Dahlem, der sich mit kosmischen Verhältnissen von Planeten und Himmelskörpern beschäftigt. Die Design-Lampe ist aus den alltäglichsten Materialien, Lampenschirme aus Plastik und Metall. Das ist nichts total teures, aber die Interpretation der Materialien ist auch wieder eine ganz neue. Die Art dieses Kunstwerkes gab es bereits, aber die Lampe ist tatsächlich hier für das Panama entstanden.

Kaffeehaus Style mit Thones Stuehlen und Lampe von Bjoern DahlemJudith bekommt Infos zum Innenhof des Oh Panamas

Tresen der Tiger Bar in der Remise des Oh Panama Restaurants  Neon Lampe als DesignobjektKuratierte Bibliothek von Ali im Oh Panama  Lampe als Hingucker im Designkonzept

Vielen Dank an Benjamin für das Interview, wir kommen wieder, so viel steht fest!

Geöffnet hat das Panama immer Dienstags bis Samstags von 17:00 – 23:00 Uhr und die Bar bis Mitternacht. Also auf in die Potsdamer Strasse 91 in 10785 Berlin und einmal selbst überzeugen. Die Karte ist übrigens auch nicht ohne! Schaut mal hier.

 


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Auf die Plätze-fertig-Mmmhhh: 72 hrs True Italian Food Festival

„Psssttttt“ sagte ich zu Judith, während ich mir eine große Gabel voll mit Auberginenragout in den Mund stopfte. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt, aber auch ich habe Momente in denen ich Stille brauche. Zum Beispiel, wenn ich genieße. So geschehen am Montag Abend beim Besuch in der Blogfabrik auf Einladung von iheartberlin. Nun wird sich der eine oder andere Fragen, warum wir uns in der Blogfabrik mit Essen statt mit gutem Content (denn dafür sind die Jungs und Mädels ja eigentlich bekannt) den Bauch vollschlugen.

Wir waren sozusagen zur Preview von „72 hrs True Italian“ einem Food Festival des Berlino Magazine, das vom 22.-25.9.2016 in ganz Berlin stattfindet, eingeladen. In dieser Zeit kann man genüsslich zu einem oder mehreren der 47 teilnehmenden italienischen Restaurants gehen und für schlappe 6 Euro Essen und ein Weinchen geniessen. Eine wunderbare Idee und wahrscheinlich die längste Happy Hour ever.

true-italian-9042 true-italian-9460 true-italian-9447 true-italian-9213 Ja und wir durften schon einmal die Kreationen von ca. 10 Restaurants vorab probieren und die Leckereien zwangen mich fast in die Knie. Meine absoluten Highlights waren definitiv die „Windbeutel“ von „Kuchen von Gaia“, deren Besitzer mit seinem Italo-Akzent nicht nur die Schokolade, sondern auch mich dahin schmelzen liess. Weiteres Highlight war die Trattoria á Muntagnola, die eine dermaßen fantastische Caponata präsentierte, dass es eben zu dem oben beschriebenen „Pssstttt“ kommen musste.true-italian-9079true-italian-9057true-italian-9362 true-italian-9207 true-italian-9388 true-italian-9363

So, und wer von euch auch noch dieses Erlebnis haben möchte, der hat ab morgen 72 Std. Gelegenheit dazu. Mehr Infos findet ihr hier. Schaut einfach auf dem Plan, welche Restaurants in eurer Nähe sind.

Ich schäme mich auch nicht für meine Klischee behaftete Verabschiedung und sage mit meinem schönsten deutschen Akzent Buon appetito.

© Fotos: iheartberlin


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Spice Girl: Die Gastköchin Ash Lee im The Store und wir mittendrin

Vor ein paar Jahren fand ich mich in Singapur in einem Tempel zur Geburtstagsparty von Buddha wieder. Dort gab es riesige Blechtöpfe aus denen mir Hindu-Mamas löffelweise Essen auf meinen Teller packten. Eine Stunde später brannte mein Mund wie Hölle, selbst 12 Gläser Rosenwasser (pfui) konnten mich nur ein wenig von dieser Schärfe erlösen. Ich dachte damals, dass ich nie wieder so scharf essen werde, bis zu letztem Samstag…

Judith und ich waren Gäste im The Store Kitchen beim Guest Chef Serie Event mit Ash Lee, die seit einigen Jahren ihren erfolgreichen Supperclub „Chi Fan“ betreibt. Da ich selbst mal den Supperclub „The Green vs. The Greek“ mit einer Freundin betrieben habe, fand ich die Idee direkt interessant. Aber mal von vorne: Ash Lee stammt aus Shanghai und hat ihren Supperclub „Chi Fan“ in Berlin gegründet. Das Privat Dinner findet an verschiedenen Orten statt. So hat sie es beispielsweise schon in ihrer Wohnung in Wedding veranstaltet oder sogar einmal in Plau am See, in Mecklenburg – Vorpommern. Zu dem Privat Dinner kann man sich anmelden und in einem kleinen Teilnehmerkreis original chinesisches Essen kennenlernen. Und so wollte es der Zufall, dass Ash Lee im The Store im Soho House Berlin als Gastköchin am Herd steht und wir als Gäste ihren Köstlichkeiten beiwohnen durften.

Robbie-Lawrence-the-storeEingelegte Radieschen vorm Dinneressen-interior-warten-gazelle-adidasLotuswurzel in Honig als besonderes Dessert kueche-the-store-kitchen-soho-berlin  Authentisch chinesische Vorspeise von Ash Lee und schoen scharf

Vorweg sei gesagt: Der Abend war wirklich toll, meine Grippe zwischendurch regelrecht weggeblasen und unsere Sitznachbarn waren sehr nett. Los ging’s mit der Vorspeise wie Bang Bang Chicken, Century Eggs und Husband & Wife, was nichts anderes sein sollte als Schweinezunge und -ohren (ich lese hier gerade von meinem schlauen Notizzettel ab, an dem Abend habe ich das irgendwie überlesen…). Schon nach dem ersten Bissen war klar: Scheisse ist das scharf! Uns brannten Augen, Hals und Nase und durch den Raum guckend, kamen wir uns vor wie die einzigen zwei Luschen, die nichts vertragen. Judith konnte dann aber doch noch Wortfetzen wie „spicy“ und „hot“ vom Nachbartisch erhaschen. Was ein Glück. Die Angst, die Schärfe würde sich im Hauptgang noch steigern, erfüllte sich zum Glück nicht und so genossen wir Garlic Pork Rips, verschiedene Pilze und grüne Bohnen. Mittlerweile war es mit unseren Sitznachbarn aus Australien und der französischen Schweiz doch sehr privat und so war es auch nicht verwunderlich, dass wir kochprofimässig gemeinsam über den Kabeljaukopf fachsimpelten, der im nächsten Gang mit Augen und Gebiss so vor uns lag (ich fragte mich innerlich mehrmals, wo nur der Körper des Fisches abgeblieben sein mag). Gekrönt wurde das Dinner von Lotus Wurzeln in Honigsoße (yummy!).

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Wir haben aber natürlich nicht nur auf das Essen gestarrt, sondern uns auch vom schönen Interior im The Store berieseln lassen und deswegen Ash Lee vorab gefragt, was ihre Motivation ist, im The Store zu kochen:

„To make people cry! With spice of course. Also it’s a beautiful space and I’m allowed real Chinese flavours and not the water down version you get in Berlin restaurants.“

 

Wir waren wirklich begeistert. Nicht nur von der Location, sondern auch von der netten Gesellschaft und der Erfahrung mal richtige „sichuan chinese Gerichte“ gegessen zu haben. Beim nächsten Mal wünsche ich es mir vielleicht ein bisschen weniger scharf, aber beim Plausch mit der Köchin erzählte diese, dass sie es so authentisch wie möglich machen wollte. Sie stellt ihre Gewürze sogar selbst her, um den einmaligen Geschmack zu erzeugen. Was der Foodtrend 2017 sein wird wollten wir dann noch von ihr wissen:

„More Asian of course. Berlin still needs a lot of regional cuisines which aren’t represented yet. Hopefully, I’ll be opening my own Chinese joint sometime early next year.“

 

Wir sagen Danke für die Einladung und den schön-hotten Abend!

 


© Foto the Store: Robbie Lawrence / © alle restlichen Fotos: Newniq

 

 

Das DANDY DINER Opening von Dandy Diary in Neukölln

Als die Einladung zum Opening des „DANDY DINER“ im digitalen Briefkasten landete, waren wir schon sehr gespannt, was es damit auf sich hat. Denn Carl Jakob und David von Dandy Diary, die zwei männlichen Modeblogger, die sich manchmal nicht ganz so ernst nehmen und dabei wahnsinnig amüsant sind, eröffneten am Samstag ihr erstes eigenes, veganes Lokal in Neukölln. Wir waren sehr gespannt wie der neue Laden, in dem vorher eine Bank zu finden war, aussehen würde, da sie sich in der Innenausstattung mit dem Team von Studio Karhard zusammen getan haben. Das talentierte Team gestaltete bereits die Toiletten im Berghain, den Asphalt Klub oder auch das Pacha in München (drei Locations, die wir uns auch schon „live“ ansehen konnten, ob das nun für uns spricht, sei mal dahingestellt). Deswegen war für uns klar, dass wir uns einmal den Laden anschauen. Judith und ich diskutieren nämlich schon seit geraumer Zeit darüber, welcher Café- und Restauranttrend als Nächstes kommen wird. Nicht im kulinarischen Sinne, sondern eher beim Thema Einrichtung, Konzept und Stil, zu diesen Gedanken aber bald hier mehr.

Das neue DANDY DINER zeigt einen ganz neuen, frischen Stil: In Anlehnung an die 80er-Jahre Fast Food-Ketten kommt es einheitlich, aber keineswegs langweilig daher. Rosafarbende Kacheln (übrigens die Pantone Trendfarbe des Jahres), eine typische Bestelltheke, wie man sie aus guten alten Imbisstagen kennt und ein schwarzes grinsendes Schwein als Logo an der Wand. Dazu tragen die Mitarbeiter alle den gleichen Dresscode: Eine farbenfrohe Schürze, designt von einem gewissen Herrn Henrik Vibskov, die es auch bald im Voo Store zu kaufen gibt, samt einer Kopfbedeckung, die merkwürdigerweise jedem Angestellten tatsächlich stand.

In Neukoelln fand die Eroeffnung vom dandy Diner stattVeganer Burger im Dandy Diary Lokal Dandy DinerDie Kochschuerze wurde designt von Henrik Vibskov

Aber nun zur Eröffnung im DANDY DINER

Der Laden, der heute erst seine Türen offiziell öffnet, bot uns bereits am Samstag die Gelegenheit einen Blick hinein zu werfen. Und während Judith in München ein Interview führte, schnappte ich mir meine Kamera und machte mich auf den Weg nach Neukölln in die Karl Marx Str. 9, quasi in die alte Hood.
Vielleicht hätte ich mir vorher einmal Gedanken darüber machen sollen, was es heißt auf ein solches Event alleine zu gehen (eine Freundin sagte aufgrund der „Hipster Hölle“ ab). Ich würde von mir behaupten, dass ich eine Person bin die nicht wirklich ein Problem mit Selbstbewusstsein hat, aber zeitweise glich ich sicherlich einer 14-Jährigen, die gerade auf ihre erste wirkliche Party gehen darf. Aber mal im Ernst: Wahrscheinlich geht das doch jedem so, da wir es einfach nicht mehr gewöhnt sind auch mal alleine in einem Raum zu stehen und zu schauen. Spätestens nach 2 Minuten zückt man das Handy, um zu checken, welche Mails denn so Samstag Abend kommen. Mit Burger und Wasser in der Ecke stehend, wünschte ich mir also für ein paar Minuten den Umhang von Harry Potter herbei, um einfach unsichtbar zu beobachten. Bis auf Jessie Weiß und ihren Mann, zu denen ich mich an diesem Abend die meiste Zeit gesellte, kannte ich nämlich wirklich Niemanden, was aber vielleicht nicht mal schlimm ist. Nach wenigen Minuten habe ich mich aber auch wieder unter die Leute gemischt und noch Nike und Sarah von ThisisJaneWayne kennengelernt und mich sehr über ihre bezaubernde Art gefreut.

Ich habe mich durch drei Burgervariationen und Pommes gegessen und kann als Gastro-Kind sagen, dass es wirklich lecker war. Mein Favorit war der Cheeseburger, gefolgt vom Avocado-Sandwich. Natürlich alles vegan. Und eben genau dieses vegane Konzept (Karl Jakob und David leben nach eigener Aussage seit Jahren aus reinen Trendgründen vegan), macht den Laden aus. Obwohl es seit einigen Jahren ja schon sehr viele Angebote im veganen Bereich in Berlin gibt, ist das DANDY DINER doch noch einmal etwas Anderes. Modern, konzeptionell durchdacht und nicht „ökomäßig“ kommt es daher und das ist wirklich gut so.

Legendaer sind die Partys der Fashion Week von Dandy Diary Veganes Avocado Sandwich in Berlin NeukoellnJessie Weiss von Journelles und Carl Jakob bei der Arbeit

Nachdem dann auch die Türen für die anderen Gäste geöffnet wurden, schaffte ich es gerade noch hinaus und konnte mir das Spektakel dann noch einmal von Außen betrachten und war erstaunt über den Andrang. Die beiden Dandy Jungs haben wirklich eine sehr große Fan Base, ihre Partys während der Berlin Fashion Week sind legendär. Deswegen auch kein Wunder, dass es über Facebook beinahe 2500 Zusagen zum Event gab, gefolgt von einer Ansage der Polizei, die Party um 22:00 Uhr zu schließen. Und so war’s dann wohl auch, was ich jedoch dann nur noch über Instagram gespannt verfolgen konnte, denn da war ich schon wieder zu Hause und habe meinem Sohn beim Schlafen zugeschaut…

Carl Jakob von Dandy Diary beim Burger essen