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Kreative Köpfe

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11 Fragen an… das Illustratoren-Kollektiv Studio Rabotti

01. Wer seid ihr und was macht ihr, wo?

Hallo, wir sind Studio Rabotti aus Düsseldorf Flingern. Entgegen dem Vorurteil, dass der Illustrator ein kauziger Einzelgänger ist, haben wir uns Anfang des Jahres als Illustratoren-Kollektiv zusammen getan. Jeder für sich, aber alle zusammen unter einem Dach. Mit einem Augenzwinkern vermittelt der Name was sieben Kollegen und Kumpels täglich zusammenführt. „Rabotti!“, ein russisch-italienischer Wortmix, bedeutet: „Arbeit!“. Der Ausruf „Rabotti, Rabotti“ wird im Ruhrgebiet und über seine Grenzen hinaus verstanden.

Hingeschaut: Textildesignerin Hetti und Produktdesigner Emile van Hoogdalem

Wir freuen uns immer sehr, wenn wir unser Netzwerk um neue Designer erweitern. In den nächsten Wochen werden wir euch hier und da in kurz und knapp und anhand von drei Fragen ein paar tolle Designer vorstellen. Anfangen möchten wir mit unseren Partnern, die wir aktuell auf PopUp Tour nach Warschau mitgenommen haben. Heute sind es Emile van Hoogdalem, mit dem wir schon seit Jahren arbeiten und Hetti, die nun neu dazugekommen ist. Beide haben wir zum Kurzinterview gebeten:

11 Fragen an… Interior Konzeptioner Lars Schneider

01. Wer bist du und was machst du, wo?

Ich bin Lars Schneider, gebürtiger Rheinländer und seit 2005 Wahl-Berliner. Anfang 2002 habe ich zusammen mit Mario Lorenz das Designbüro DESERVE gegründet. Von Berlin und Wiesbaden aus arbeiten wir an Projekten, bei denen oftmals Räume und Medien zusammenfließen, wie z.B. Ausstellungskonzepte und –medien für verschiedene Museen.

 

02. Was wolltest du eigentlich mal werden als du klein warst und warum bloß? 

So mit Zwölf war ich mir ganz sicher, dass ich unbedingt Apotheker werden will. Eine meiner Tanten tingelte immer von Stadt zu Stadt und machte Urlaubsvertretungen – quasi als Freelancer. Das gefiel mir gut :)

„Ich bin ein großer Fan von »Simplicity«“

 

03. Was magst du an deiner Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Die Vielschichtigkeit unserer Kunden und die damit einhergehenden Aufgabenstellungen. Da waren in den vergangenen 15 Jahren vom Metzger über Friseure, Großbanken und Wirtschaftsprüfer bis zu Museen und dem »Rat für Formgebung« so einiges dabei. Das erlaubt vielschichtige Einblicke, die die Sicht auf die Dinge aus neuen Perspektiven immer wieder schärft.

 

04. …und was überhaupt nicht? 

Dass in Gestaltungsfragen jeder gerne seine eigene Meinung mit einbringt. Da hat’s der Apotheker einfacher – zumal auch seine Preise fix sind!

 

05. Was ist dein wichtigstes Arbeitsutensil?

Mein neuer Zollstock, den mir Mario vor ein paar Wochen geschenkt hat :)

Der personalisierte Zollstock am Arbeitsplatz

06. Was ist das Schönste an deinem Arbeitsplatz?

Mein wunderbarer »Bird«, ein Entwurf des dänischen Designers Kristian Solmer Vedel für »ArchitectMade«. Der Kleine ist der Einzige, der mir den ganzen Tag über die Schulter gucken darf und dabei mein größter Kritiker – sein Schnabel verrät unmissverständlich: »Hopp« oder »Top« ;)

 Daenisches Design: Der Holz Bird von Architectmade
07. Woher bekommst du deine Ideen? Was inspiriert dich?

Ich bin ein großer Fan von »Simplicity«. Das visuelle Getöse in unseren Umgebungen und den digitalen Medien wird zunehmend schriller – daher halte ich es für bereichernder denn je, wenn Räume und Dinge auf den Punkt formuliert sind. Die Zeitlosigkeit japanischer Gestaltungsprinzipien und arabischer Geometrien, aber auch klassizistischer Proportionen faszinieren mich ebenso wie karge, raue Landschaften.

 

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

Im Sommer 2014 bot sich die Gelegenheit, in der Nähe von unserem Büro am Tempelhofer Ufer einen wunderschönen Raum am Landwehrkanal anzumieten. Wie Ihr beiden Euch sicher gut erinnert, setzte ich hier die seit vielen Jahren gehegte Idee eines Ladens um, in dem neben Produkten junger lokaler Designer langfristig auch Produkte aus der eigenen Feder präsentiert werden könnten. Als Hommage an den Wandel Berlins von der Partystadt zur »Boomtown« taufte ich das Baby »BOUM« – das hat viel Spaß gemacht und die Resonanz war gut. Schief daran lief, dass ich neben dem Büro und dem Laden auch den Café-Betrieb, der das Angebot abrundete, koordiniert habe. Das war in der Summe einfach too much!
Nach einem halben Jahr galt es dann, eine Entscheidung zu treffen und ich entschied mich schweren Herzens dazu, das Baby in andere Obhut zu geben. Heute bin ich gerne Gast bei »BOUM« und freue mich, dass der Ort so gut angenommen wird. Ich habe viel aus dem Projekt gelernt und weiß heute mehr denn je die Vorzüge des Freiberufler-Daseins zu schätzen.

 

09. Was ist dein nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Wir arbeiten derzeit an verschiedenen Ausstellungskonzepten, die demnächst umgesetzt werden. Für den Salon BRUNETTE, der im Frühjahr Drei wurde, entwickele ich gerade das Erscheinungsbild weiter; ebenso die Website, die die Entwicklung des Salons zukünftig wiederspiegeln soll.

Minimalistisches Raumkonzept fuer Brunette passt zur Haarpflege von EVO  Lars Schneider hat sich das Raumkonzept und das Interior Design fuer Brunette in Kreuzberg ausgedacht  Neonschriftzug an der Hausfassade im Hinterhof in Kreuzberg

10. Du hast das gesamte Interiorkonzept von BRUNETTE entwickelt und umgesetzt. Wie bist du dabei vorgegangen und nach welchen Kriterien hast du ausgewählt?

Ein Friseur-Besuch ist für mich ein sehr persönlicher, intimer Vorgang. Ich selbst habe mich nie in Salons wohlgefühlt, wo ich in einer Reihe mit anderen Kunden saß, vielleicht noch die nächste Reihe im Spiegel sah und durch ein Schaufenster weiteres Publikum der Szenerie beiwohnte. Die beiden Friseure André Staack und Henry Lemke arbeiteten bis zum Besuch der Meisterschule selbst in so einem Salon – dazu auch noch in den Hackeschen Höfen, einem touristischen Hotspot. Da Mitte seinerzeit bereits immer »düsseldorfiger« wurde, regte ich an, nach einem authentischen, abseitigen und doch zentralen Standort Ausschau zu halten. Bei Location Scouting stach mir dann eine Remise in einem wunderbar ungeschminkten West-Berliner Hinterhof am Tempelhofer Ufer in der Nähe des seinerzeit noch im Bau befindlichen Gleisdreieck Parks ins Auge; in Nachbarschaft von Galerien und der »Station Berlin«, wo regelmäßig Mode- und Kunstmessen stattfinden.

Ein Friseursalon kann aus meiner Sicht überall dort funktionieren, wo auch ein Atelier oder eine Galerie Platz findet. Lediglich die »Rückwärtswaschbecken« müssen fest installiert werden – der Rest des Interieurs darf flexibel sein. Diese Qualität brachten die mit einer preußischen Kappendecke strukturierten Räume, die zuletzt von einer Agentur für Werbefilme genutzt wurden, mit. Bei der Renovierung der Räume war es mir wichtig, deren Kern freizulegen und durch eine gedämpfte Farbauswahl – als wohligen Gegensatz zur rauen Umgebung – für die zukünftige Nutzung vorzubereiten. Einzig der mit Sprossenfenstern versehene Windfang setzt hierzu einen Kontrast und heißt die Kunden mit einer schwefelgelben »Farbschleuse« – der CI-Farbe von BRUNETTE – willkommen.

Dahinter erwartet die Kunden ein großer schwarzer »Kulissentisch«, auf dem neben Mode-, Design- und Architekturmagazinen zeitweise Produkte präsentiert werden, die das Angebot des Salons ergänzen. So z.B. »Frau Tonis Parfum«, »Teatox« Tee, »Paletas« Eis oder Schmuck verschiedener Designer. Er lädt die Kunden dazu ein, Platz zu nehmen, zu lesen, Produkte auszuprobieren und sich auszutauschen – Dinge, die einen »Salon« auch ausmachen. Das Herz von BRUNETTE bildet ein Spiegel-Kubus, um den vier Bedienplätze angeordnet sind. Das Modul ist dabei so breit, dass es jedem einzelnen Kunden ausreichend Raum bietet, um sich ganz entspannt dem jeweiligen Friseur hingeben zu können. Aus dem Kubus heraus strahlen nach oben LED-Spots neutrales Licht in die Kappendecke und Musik erfüllt den Raum aus daneben angeordneten Lautsprechern. Das auf Rollen stehende Modul kann muschelartig aufgeklappt werden und dient somit gleichzeitig als Storage für Material und Ware.

Der schlichte und grandiose Friseur Brunette in Berlin Kreuzberg

Die hellen japanischen Friseurstühle erinnern in ihrer Leichtigkeit an Klassiker von Charles und Ray Eames; alle weiteren Möbel sind in mattem Schwarz oder Grau gehalten und nehmen sich sehr zurück. Auch alle übrigen Lichtquellen – wie der aus einer Biergarten-Kette inszenierte Leuchter über dem Kulissentisch – setzen auf stromsparende LED-Technik, die das Raumklima nicht unnötig aufheizt.

Alles passt: Spigel, Hay, clean, gelb und grau

In der warmen Jahreszeit steht den Kunden im begrünten Teil des intimen Hofes – vor neugierigen Blicken geschützt – eine Sitzecke zur Verfügung, wo sie ihre mit Alufolie eingepackten Haarfarben einwirken lassen. Ein Besuch bei BRUNETTE wird somit zu einer Erfahrung, die dem Credo von André Staack und seinem Team gerecht wird: »Authentische Styles für Berlins urbanen Dschungel«.

 

11. Was du der Welt schon immer mal sagen wolltest:?

Das Leben ist kein Photoshop ;)

© Fotos: Salon: BRUNETTE, Utensilien: Lars Schneider


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11 Fragen an… Pompon Meisterin Myra Klose von MYK Berlin

01. Wer bist du und was machst du, wo?

Ich heiße Myra Klose, bin Modedesignerin und kreiere unter dem Namen MYK Wohnobjekte und Mode-Accessoires aus Wollbommeln in Berlin Kreuzberg.

02. Was wolltest du eigentlich mal werden als du klein warst und warum bloß? 

Ich wollte schon immer Modedesignerin oder“ Möbel“- Designerin werden: ich habe meine geliebten Barbiepuppen mit selbst genähten Kleidern bestückt und deren Wohnungseinrichtung  aus Kartons, Schachteln, Dosen und was sonst noch zu finden war, gebaut. Kein Scherz, ich war schon recht früh sehr entschlossen, mein Ziel zu verfolgen.

„Handarbeit, fair bezahlte Arbeit und gute Qualität der Materialien hat seinen Preis und ist es wert.“

03. Was magst du an deiner Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Das Gastalten und Entwickeln von neuen Ideen und die Tatsache, dass meine Arbeit  schlussendlich immer im Ergebnis zu sehen und auch haptisch zu begreifen ist.

pudel-leder-pompons-designobjekt

04. …und was überhaupt nicht? 

Da muss ich jetzt mal nachdenken… ja, dass ich mich doch des Öfteren für meine Preise rechtfertigen bzw. erklären muss in dieser schon sehr verkorksten Massenproduktionswelt… aber das hab ich schon  lange aufgehört ;-)

05. Was ist dein wichtigstes Arbeitsutensil?

Das sind mehrere : 1 Kuli (ein ganz bestimmter) und Block zum Skizzieren, Schere, Häkelnadel und im Moment „Pompon-maker“.

Im Pompon Atelier: Material fuer das Handwerk

06. Was ist das Schönste an deinem Arbeitsplatz?

Kleine Dinge, die sich überall verteilen und meine Inspirationswand auf alle Fälle, die sich aber immer mal ändert oder manchmal auch ganz leer ist…

moodboard-inspiration-designerin-myra-klose
07. Woher bekommst du deine Ideen? Was inspiriert dich?

Meine Inspirationen sind natürlich in der Mode, Tracht, Kunst, Architektur, Fotografie… oft aber auch Dinge, die mir über den Weg laufen oder in die Hände fallen, wie eine Blüte oder ein bemalter Stein von meinem Sohn. Ich bin eigentlich immer am Sammeln von Fotos und Gegenständen etc. zum Leidwesen meiner Familie.

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

Ich hatte eine Handarbeiterin, die für mich Bommeln wickeln wollte und nachdem ich es Ihr gezeigt hatte, probierte sie es mal -so mache ich das immer- mit ein wenig Wolle zuhause aus. Das, was ich da zurückbekommen habe, sah weder wie eine Kugel noch irgendwie ansatzweise so aus, wie eine Wollbommel, es waren eher aus Wolle geschnitzte „Hundeschnauzen“, ;-D aber sie kam immerhin selbst auf die Erkenntnis, dass sie dafür nicht geschaffen ist.

09. Was ist dein nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Ich konzentriere mich gerade auf die etwas kleineren Pompon- Accessoires und Objekte, wie Taschen, Pendants und Pompon-Pimps und es wird auch einiges für Weihnachten geben, womit ich jetzt schon anfange, damit es dann rechtzeitig fertig ist.

Von Hand geknuepft: MYK Pompon TeppichDesign Hocker oder Tisch aus dem Studio in Berlin  Pompon Design Hocker von MYK  10. Du stellst deine Produkte alle in Handarbeit her. Gibt es Pläne, dass du die Herstellung auslagerst oder dir Unterstützung holst? Und, wie lange arbeitest du beispielsweise an 3 Bommeln?

Ich arbeite schon mit meist hier in Berlin ansässigen Handarbeiterinnen zusammen, die die Bommeln und andere Handarbeiten in Heimarbeit für mich herstellen. Ich schaffe die Menge für ein größeres Objekt nicht mehr alleine. Aber ich bin stetig auf der Suche nach mehr Frauen. Also eine große Bommel unifarben, ohne Muster dauert (Übung vorausgesetzt) ca. 15 Minuten.

Myk an der Naehmaschine im Studio in BerlinIndividuelles Design: Design Sofa Kissen
11. Was du der Welt schon immer mal sagen wolltest:?

Beim Kauf von Massenware für einen schier unfassbar billigen Preis immer daran denken, wie, bzw. auf wessen Kosten das möglich sein kann? Hinterfragen und Nachdenken! Lieber ein gutes Teil kaufen als 5 Billige… Handarbeit, fair bezahlte Arbeit und gute Qualität der Materialien hat seinen Preis und ist es wert.

 

© Fotos Hocker: Nico Hesselmann, Fotos Poodle +Pompon isle multicolor: Jan Illmann , Portrait: Monique Wüstenhagen


Wer so wie wir großer Fan der Arbeiten von Myra ist, findet ein paar ihrer Produkte ab sofort hier. Liebe Myra, wir sind gespannt, welche deiner Bommel uns bald noch so über den Weg laufen. Bommelliebe <3

 

 


Oh nein, ihr habt einen Blogbeitrag verpasst?

Gut, dass es unseren Newsletter gibt, der euch mit allen Infos versorgt. Somit seid ihr immer informiert und könnt bei den Themen Design, Kunst oder Lifestyle auf der nächsten Party ganz vorne mitreden. Yihaa.

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Pimp up your Instagram: Personalisierte Illustrationen von PPPlayground

Vor ein paar Wochen fiel mir auf Instagram auf, dass irgendwie ziemlich viele Menschen grafische Profilbilder hatten, deren Augen ihre Initialen zeigen. Auch Judith hatte sie schon entdeckt und wir machten uns auf die Suche nach der Geschichte dahinter. Kurz danach schrieben wir der bezaubernden Swantje von Profile Picture Playground, die für die schönen Profilbilder verantwortlich ist und nutzen direkt die Chance uns auch portraitieren zu lassen. Vom Ergebnis sind wir sehr begeistert und überrascht, wie man mit so wenigen Anhaltspunkten doch soviel Persönlichkeit schaffen kann. Judiths Lieblingskette und mein Lieblingshut haben es sogar auch aufs Bild geschafft, hehe.

Auf unsere Nachfrage hin hat uns Swantje Folgendes verraten:
„Ich habe den Profile Picture Playground schon 2014 aus einer ganz spontanen Idee heraus gegründet. Es war glaube ich ein Sonntag, an dem ich dachte, dass ich mir mal etwas anderes als ein stinknormales Facebook-Profilbild einfallen lassen möchte. Ich habe mich dann einfach an den Computer gesetzt und angefangen zu illustrieren. Es machte riesig viel Spaß, denn es schlich sich ein Gefühl ein, das mich an das damalige „Puppenanziehen“ erinnerte. Gedanken wie „Och nö, heute möchte ich lieber Streifen oder die Haare offen tragen“, gesellten sich dazu. Um das Profilbild individuell und nicht austauschbar werden zu lassen, habe ich die Augen durch die Initialen meines Vor- und Nachnamens ersetzt und das Ergebnis erschreckte mich fast ein Wenig. „Das sieht ja wirklich ein bisschen aus wie ich.“ Als ich das Profilbild anschliessend bei Facebook hochgeladen hatte, prasselten Nachrichten meiner Freunde auf mich ein: „Ich will auch sowas haben“. Und so war der Profile Picture Playground geboren.
Ein lustig-bunter Selfie-Spielplatz.

Da ich mich ein paar Monate später von meinem Freund trennte, wurde es um den PPPlayground sehr ruhig und das Projekt schlief ein, da ich mich um ganz viele andere Dinge kümmern und auch ein paar Herzenssachen loslassen musste.

digitales-ich-illustration-vektor portrait-zeichnen-modern-ppplayground

Vor kurzem habe ich mich dann noch mal an meinen bunten Selfie-Spielplatz erinnert und mein damaliges Bild bei instagram hochgeladen. Dort bin ich ja erst seit 1 Jahr richtig aktiv und so waren es andere Follower, Freunde und Bekannte, die diesen Post sahen. Andrea von studio hammel schrieb mich mit der Frage an, ob sie auch so eines haben könne, denn die Initialen „S“ und „H“ würden doch unglaublich gut zu ihr passen. „Hihi. Stimmt“, dachte ich und begab mich nach langer Zeit wieder auf den Spielplatz. Nachdem ich Andreas Profilbild illustriert und bei Instagram hochgeladen hatte, nahm alles wie von selbst seinen Lauf. Ich erstellte ein Instagram Profil und einen kleinen Tictail Shop, so dass jeder die Möglichkeit haben sollte, zu seinem digitalen Ich zu kommen. Meine liebste Kundin Johanna Pinkepank schrieb einen wunderbaren Blogbericht über das Projekt und die Anfragen und Käufer nahmen zu. PPPlayground ist mittlerweile zu einem fröhlich-bunten und einzigartigen Ort geworden, an dem alle Menschen aus allen Ländern „digital“ zusammenfinden und sich ihr digitales Ich von mir kreieren lassen können.“

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Eine wirklich tolle Idee und einfach zudem, denn sein eigenes digitales Ich kann man mit nur wenigen Schritten anfertigen lassen:

1. Gehe auf http://ppplayground.tictail.com/
2. GGGirl oder BBBoy auswählen und in den Warenkorb legen

3. Folgende Infos sind in das Nachrichtenfeld einzugeben, das während des Bestellprozesses („optionale Nachricht an den Verkäufer“) auftaucht:
3.1 Vor- und Nachname
3.2 Haarfarbe
3.3 Lieblingsfrisur
3.4 Farbe (und Muster) eures Shirts
3.5 Die Hintergrundfarbe.

4. Alles abschicken und fertig. Dann heißt es nur noch voller Vorfreude warten und nach 4 bis 5 Werktagen alle im WWW mit diesem superduper Profilbild neidisch machen.

Wir sind gespannt, wer von euch sich als nächstes portraitieren lässt und verfolgen es fleissig auf Instagram.

Die Atman Fotoausstellung in der Berliner Malzfabrik – eine Erfahrung?

An vielen Strassenecken in Berlin begegnet einem derzeit der ausdrucksstarke Blick einer Frau, die das Plakat der Atman Fotoausstellung schmückt. Vor kurzem dann flatterte die dazugehörige Einladung ins Office und wir haben schnell zugesagt. Ok, Fotoausstellung gehört jetzt nicht zu meinen persönlichen und regelmässigen „must sees“ aber was soll’s dachte ich mir, irgendwie hatte das Bild was Besonderes und die Neugierde war schnell geweckt.

Erste Einstimmung auf die Fotoausstellung, schnell weg?

Die Location hat dann natürlich noch das Übrige dazu beigetragen und schwupps standen wir auch schon vor dem Eingang der schönen Malzfabrik in Schöneberg. Was ich nicht wusste – was mich da eigentlich wirklich erwartet. Denn eine normale Ausstellung definitiv nicht. Klar wurde mir das, als wir mit unserer kleinen Gruppen bestehend aus circa 15 Personen vor den eigentlichen Eingangstüren der Ausstellung standen.

Es roch irgendwie nach Weihrauch und wir wurden darum gebeten das Handy auszuschalten (ja, Handy aus – OMG) und während der Führung nicht zu sprechen, geschweige denn zu flüstern. Anschliessend wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Räume komplett abgedunkelt seien und wir immer in der Gruppe bleiben und nicht „vom Weg abkommen“ mögen. Untermalt wurde die Reglement Einführung unseres Guides mit einem dumpfen „ohhhmmmm“ Gesang, der da irgendwie durch die Räume klang.

Ok, Stop mal kurz! In dem Moment habe ich mir nämlich geschworen, das nächste Mal (mehr) Zeit zu investieren und mich vorab ein wenig (besser) darüber zu informieren, was auf mich zukommt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings nur noch zwei Möglichkeiten: Möglichkeit eins: Rückzug – Handy an – raus ans Tageslicht und weitermachen. Möglichkeit zwei: Drauf einlassen – mitmachen – überraschen lassen. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Und um ehrlich zu sein konnte ich schon nachdem ich Raum eins betreten habe sagen: Zum Glück!

Die Führung durch Atman’s Ausstelllung

Julia und ich haben in der knappen Stunde ganz unterschiedliche Eindrücke mitgenommen. Genau aus diesem Grund haben wir uns auch entschieden, beide ein bisschen zu erzählen, wie es uns ergangen ist. Bei mir war es etwas anders als bei Julia (siehe weiter unten). Die Führung bestand aus verschiedenen Foto-Stationen: Wir wurden durch die Räume geführt und am Ende jedes dunklen Raumes stand es da: Ein riesiges, von hinten beleuchtetes Foto eines Menschen bzw. Gesichtes, geschossen von dem Internetpionier und Unternehmer Bernd Kolb. Ganz genau, kein Fotograf und das betonte Bernd auch in unserem anschliessenden Gespräch nochmal.

Die Idee hinter seiner Fotoausstellung ist die, dass man circa drei Minuten vor jedem Bild stehen bleibt. Nach eineinhalb Minuten habe man dann alles „gescannt“ und der Atman Effekt setze ein. Atman, so verrät uns Google, ist „ein Begriff aus der indischen Philosophie. Er bezeichnet das individuelle Selbst, die unzerstörbare, ewige Essenz des Geistes und wird häufig als Seele übersetzt.“ So weit – so gut.

Mein Fazit, must see und nochmal bitte!

Ich gehörte eher zu den Teilnehmern, die nach diesen eineinhalb Minuten etwas zappelig wurden. In meinem Kopf ging es anschliessend um alles, ausser um Atman. Die Bilder waren beeindruckend, die Installation einmalig. Ein wirkliches Erlebnis! Allerdings muss man sich darauf einstellen, einfach mal abschalten und die Online Welt Online Welt sein lassen und lernen, nicht nachzudenken. Ich glaube ich werde einen zweiten Anlauf starten, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister!

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Julia’s Fazit, einmal drauf eingelassen

Julia hat währenddessen folgende Erfahrung gemacht: „Das mit dem Handy ausschalten war für mich als Babymama natürlich erstmal ne Überwindung, aber um ehrlich zu sein war ich schon im ersten Raum mittendrin. Auch ich habe mich vorweg kaum informiert und denke, dass dies die beste Voraussetzung war.

Ich konnte erstaunlich leicht abschalten und mich auf die Situation einlassen. Ich hatte das Gefühl, dass ich nach dem ersten „abscannen“ der Person tatsächlich ein wenig hinter „die Fassade“ blicken konnte. Ich hatte teilweise sogar das Gefühl, dass die Person irgendwie mit mir spricht. Hört sich jetzt natürlich völligst bekloppt an, aber ich habe es irgendwie so empfunden, vielleicht war das ja die Atman-Erfahrung? Ich habe mir vorgestellt, wie die Person meine Seele sieht und irgendwie war der Moment so rein. Ohne schlechte Nachrichten, ohne Ärger, Stress und den Alltagsproblemen.

Ich bin nicht wirklich ein spiritueller Mensch, habe in diversen Yogasessions schon heulende Lachkrämpfe bekommen (merkwürdigerweise immer mit Judith), aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass mir ein wenig mehr Spiritualität im Leben auch gut tun würde. Das Gespräch mit Bernd im Anschluss an die Ausstellung fand ich wahnsinnig interessant und ich muss sagen, dass ich noch des Öfteren in den letzten Tagen an die Ausstellung gedacht habe. Fand ich es am Anfang noch etwas fragwürdig, dass man „gezwungen“ wird, drei Minuten vor dem Bild zu bleiben, denke ich im Nachhinein, dass es genauso sein musste.“

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Lieber Bernd – vielen Dank für die Zeit im Anschluss an die Ausstellung und das inspirierende Gespräch! Die Ausstellung könnt ihr übrigens noch bis September besuchen. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

© Fotos: Bernd Kolb / Grit Siwonia

11 Fragen an… Ulrike Meutzner und Christoph Tim Schneider vom „Tourist Journal“

01. Wer seid ihr und was macht ihr, wo?

Ich arbeite als freiberufliche Grafikdesignerin und Fotografin, Christoph als UX Designer in Zürich. Da ich viele Kunden in Deutschland habe, pendeln wir zwischen Deutschland und der Schweiz. Wann immer es die Zeit zulässt reisen wir, oder machen einen kurzen Ausflug in die schönen Schweizer Berge. Tourist Journal ist genau deswegen entstanden, wir wollten all die schönen Orte und die interessanten Menschen dokumentieren.

02. Was wolltet ihr eigentlich mal werden als ihr klein wart und warum bloß?

Ulrike: Ich habe als Kind gerne gezeichnet und meine erste Kamera habe ich mit 9 Jahren bekommen, ich denke also ich habe es so ganz gut getroffen …

Christoph. Ich wollte Koch werden bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich Design auch ganz gut finde.

„Arbeit ist das ja eigentlich dann nicht … das macht es wohl besonders“

 

03. Was mögt ihr an eurer Arbeit bzw. was macht sie besonders?

Wir besuchen Orte die wir gerne sehen wollen und treffen Menschen, die wir interessant finden. Arbeit ist das ja eigentlich dann nicht … das macht es wohl besonders.

04. …und was überhaupt nicht? 

Da gibt es eigentlich nichts, ausser manchmal vielleicht das Organisieren und Aufbereiten der Fotos.

05. Was ist dein wichtigstes Arbeitsutensil?
Eine Riesenkamera
06. Was ist das Schönste an eurem Arbeitsplatz?

Das er im Fall von Tourist Journal immer woanders ist.

07. Woher bekommt ihr eure Ideen? Was inspiriert euch?

Neue Orte an sich und die Menschen dort sind schon immer sehr inspirierend.

08. Was ist in den letzten Monaten mal so richtig schief gelaufen?

In Japan hätten wir gerne Fotos bei der Teeproduktion gemacht. Wir sind dann sehr spontan und unangemeldet bei einem Teeproduzenten vorbeigefahren und wurden auch herzlich empfangen, allerdings war gerade keine Erntezeit und die Fabrik somit nicht in Betrieb.

09. Was ist euer nächstes Ziel? Welche Projekte stehen an?

Christoph: Ich arbeite gerade an der Tourist Journal Website. Ansonsten sind für den Sommer kurze Ausflüge in der Schweiz und nach Italien geplant.

10. Ihr teilt euch als Paar nicht nur euer Heim, sondern auch die Leidenschaft fürs Reisen und Fotografieren. Hat eine/r die (kreativen und fotografischen) Hosen an oder ist es eher eine Kombination eurer beider Stile und Arbeitsweisen? 

Das ist bei uns relativ ausgewogen. Obwohl man am gleichen Ort ist nimmt man ihn doch recht unterschiedlich wahr. Am Ende ergänzen wir uns dadurch ganz gut.

11. Was ihr der Welt schon immer mal sagen wolltet:?

In Japan ist der Umgang miteinander sehr höflich und respektvoll. Das könnte gerne überall ein bisschen so sein.

© Fotos: Tourist Journal


Merci Ihr Lieben und danke für Eure bisherigen Bilder aus Berlin und London. Wir freuen uns schon auf die nächsten Stationen <3