Bevor ich richtig aushole und euch über Caran d`Ache, einen spektakulären Leinwandtransport und das Bild meines Sohnes erzähle, muss ich erst einmal hier anfangen: Als Kreativschaffende hat man oft das Problem, dass man seine Kreativität auch an Tagen hervorrufen muss, an denen man augenscheinlich nicht besonders kreativ ist. Dies habe ich während meines Kommunikationsdesign-Studiums gelernt. Ich weiss mittlerweile, wie ich es schaffe, zum richtigen Zeitpunkt kreativ sein.

Das klappt natürlich mal besser und mal schlechter. Generell ist es aber eine Sache, die man ganz gut lernen kann (Stichwort: Think outside the box, lass dich inspirieren, ändere öfters deinen Standort- und Punkt). Natürlich ist Grundvoraussetzung, dass man kreativ ist. Ich kann von mir behaupten, dass ich eigentlich mein ganzes Leben lang schon kreativ gedacht habe.

Meine Kindergärtnerin meinte damals, dass ich einmal Malerin werden solle. Ich wurde keine Malerin, aber studierte Design. Hier habe ich mich eher auf Design als auf Illustration konzentriert. Ich glaube ich war sehr eingeschüchtert von all den Graffiti-Malern, die wahnsinnig gute Charaktere aufs Bild bringen konnten. Erst nach meinem Studium habe ich gemerkt, dass meine Grafik-Arbeiten immer sehr illustrativ waren.

Seit nun mehr acht Jahren bin ich selbstständige Illustratorin. Ich arbeite für verschiedene Kunden aus allen Bereichen. Jedoch war es die letzten Jahre auch so, dass ich relativ viele Illustrationen direkt am Rechner oder auf dem iPad gemacht habe. Ich habe gemerkt, dass mir das Handwerkliche einfach oft fehlt. Stifte, Kreide und Pinsel in die Hand zu nehmen und zu zeichnen. Das kam oft zu kurz. Bis jetzt. Denn nun hatte ich mal wieder so einen Tag, an dem ich mich kreativ austoben wollte.

Material von Caran d`Ache fuer das Malen der Leinwand
Acrylbild: Prozess beim bemalen der Leinwand
Selbstgemaltes Bild als Wandgestaltung fuer das Esszimmer

Ein Bild mit Farben von Caran d`Ache

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen meine Wohnung mit mehr eigenen Illustrationen zu schmücken. Da kam die Anfrage von Caran d`Ache gerade richtig. Ich bin schon lange Fan des Schweizer Unternehmens, das so tolle Farben, Stifte und Künstlerbedarf herstellt. Ich finde es immer total interessant, wie Traditionsfirmen angefangen haben und wo sie nun stehen.

Caran d`Ache beispielsweise gründete sich bereits im Jahr 1915 und hat bis in die Neunzigerjahre hinein nur den Schweizer Markt bedient. Dies war möglich, da sie bis heute das einzige Unternehmen dieser Art in der Schweiz sind. Mittlerweile expandieren sie aber seit drei Jahrzehnten auch in andere Länder. Was mich am allermeisten begeistert, ist die Tatsache, dass 90 Prozent das verwendeten Holzes FSC-zertifiziert ist. Sie verbrennen Holzschnitzel, um Heizöl zu sparen. Zudem verwenden sie natürliche Rohstoffe und Bindemittel. So etwas finde ich wahnsinnig wichtig, Vor allem wenn das eigene Kind sehr gerne an Stiften lutscht.

Ich mochte schon immer ihre tollen Blei- und Buntstifte, mir war jedoch bisher nicht bewusst, wie umfangreich die Produktpalette von Caran d`Ache ist. Besonderer Fan bin ich von den Supracolor Stiften. Die wasservermalbaren Stifte sind weich und widerstandsfähig. Ihre Deckkraft und Lichtbeständigkeit ist enorm. Man lernt sofort den Unterschied zu günstigen Stiften kennen, die einfach eine schlechte Qualität haben. Besonders für unterwegs finde ich die Stifte genial. Ich habe zusätzlich zum Set noch einen Pinsel mit kleinem Wassertank. Der ist super praktisch. Es ist ein Pinsel, in den man Wasser füllen kann und somit keine Gefäße für unterwegs braucht. Damit kann man selbst entscheiden, ob man ein Aquarell Bild oder ein Bild mit Buntstiften zeichnen möchte.

Kind Portrait im Profil auf Leinwand von Illustratorin aus Berlin
Illustration von Kind mit haaren auf der Leinwand mit Caran d`Ache Farben
Auf der Leinwand eine Illustration vom Monstera Blatt mit Farben von Caran d`Ache

Die Sonderedition zum 30. Jubiläum der Supracolor Stifte

Natürlich ist das Unternehmen Caran d`Ache schon wesentlich älter, jedoch feiern die Stifte Supracolor dieses Jahr ihr Jubiläum. Bereits 30 Jahre gibt es die in der Schweiz entwickelten und hergestellten Farbstifte. Zum Jubiläum hat Caran d`Ache eine Sonderedition herausgebracht. Herausgekommen ist eine tolle Farbpalette, die kaum Wünsche offen lässt. Gerade die verschiedenen Abstufungen der unterschiedlichen Farbtöne bieten eine wahnsinnige Flexibilität beim Zeichnen. Somit erweitert das Unternehmen seine bestehende Palette aus 120 Farbtönen um weitere 30 neue Farben.

Swiss made Stifte von Caran d`Ache

Ein neues Bild fürs Wohnzimmer

Schon lange hatte ich die Idee, ein großes Bild für das Wohnzimmer zu malen. Bisher scheiterte es jedoch immer an der nichtvorhandenen Zeit und einem E-Mail-Fach, das ständig überfüllt ist. Aber irgendwie steht dieses Jahr für Wohnungs-Veränderungen. Nach der blauen Wand, gibt es also das zweite Projekt im Wohnzimmer. Letzte Woche habe ich endlich den Pinsel in die Hand genommen. Davor gab es noch eine kleine Odyssee beim Beschaffen der Leinwand. Diese ist nämlich über 1,40 m hoch und ich habe sie bei miesem Berliner Wind auf dem Kinderwagen durch Prenzlauer Berg geschleppt. Einige Schrammen hat sie abbekommen, aber das hat mich nicht gestört.

Bei der Motivwahl war es mir wichtig, dass es ein Bild wird, mit dem ich emotional verbunden bin. Vorlage für dieses Bild war eine Fotografie meines Sohnes, welche ich vor über einem Jahr geschossen habe. Eine typische Momentaufnahme im Bett, als er gerade wieder mit der Nachttischlampe spielte. Diese Situation sollte zentraler Mittelpunkt des Bildes werden. Zudem sieht man auf dem Bild eine Zimmerpflanze und eine Birne. Für mich Symbole für unser jetziges Zuhause und der Frage, wo wir einmal sein werden. Wird es doch das Haus mit Garten und Birnenbaum?

Zudem habe ich das Wort „Alles“ hinzugefügt, denn eigentlich ist jede Entscheidung die wir treffen, mit unserem Kind verbunden. Wenn es ihm dabei gut geht, dann ist es perfekt. Und um ehrlich zu sein, ist es ihm gerade total egal, wo er lebt. Hauptsache es gibt genügend Reiswaffeln und Knete. Ganz unten habe ich noch ein Gedicht von Friedrich von Schiller auf die Leinwand geschrieben, das mein Gefühl einfach wahnsinnig gut beschreibt (Achtung alte Rechtschreibung:)):

O! Zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
der ersten Liebe goldne Zeit,
das Auge sieht den Himmel offen,
es schwelgt das Herz in Seligkeit,
O! daß sie ewig grünen bliebe,
die schöne Zeit der jungen Liebe.

Midcentury Esstisch mit Designstuehlen und Bild an hohen Decken

So habe ich das Bild gemalt

Einen Großteil des Bildes habe ich mit Acrylfarbe gemalt. Zum Einsatz kamen aber auch Graphitstifte, die Supracolor Stifte, als auch Guachefarbe. Ich habe mich tatsächlich von Minute zu Minute neu an das Bild rangetastet. Ich habe Dinge wieder übermalt, habe den Haaren eine tiefere Struktur verpasst und insgesamt drei Versionen der Birne gezeichnet. Dass die Farben auf der Leinwand hinabgelaufen sind, habe ich als Gestaltungselement so gelassen. Für mich persönlich war es am schwersten nicht den Punkt zu überschreiten, wo man alles zu sehr überläd. Genau die Balance zu finden, wann man den Pinsel absetzt und Flächen auch einmal unbemalt lässt.

Das Bild hängt nun über dem Esstisch und bringt eine ganz neue, individuelle Note in den Raum. Die Gefahr, dass ich mich an meinen eigenen Arbeiten satt sehe, die besteht leider immer, aber vielleicht gefällt es mir in fünf Jahren ja auch noch und hängt noch immer.

Das kann Jeder

Natürlich weiss ich, dass nicht jeder von euch gut zeichnen kann. Aber man kann ja trotzdem kreativ werden. Die Farben von Caran d `Ache erleichtern einen den Einstieg sehr. Wie wäre es zum Beispiel mit einem abstrakten Bild aus mehreren Farbflächen? Oder einzelne Striche? Versucht doch einmal, die Farben verdünnt oder ganz dick aufzutragen. Ich bin mir sicher, ihr seid kreativer als ihr denkt.

Swiss made Farben wie Gouache und Acryl
Bleistifte von Caran d`Ache
Die Wand imAltbau mit Caran d`Ache gestalten
Gauche Farben und Malkasten
Leinwand mit Kind, Liebe, Pflanze und Birne

In Kooperation mit Caran d`Ache


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